Hier schreibt die KAB Unterkochen

Von Communities, Chatrooms, Happy Slapping und Cybermobbing

Die KAB Unterkochen führt regelmäßig Veranstaltungen zu gesellschaftlichen Themen durch. Dieses Mal wurde zum Vortrag „Neue Medien – Neue Gefahren“ ins Bischof Hefele Haus eingeladen. Daß mit diesem Thema der Nerv der Zeit getroffen wurde, zeigte der sehr gute Besuch. Holger Schmid von der Kriminalpolizei Aalen referierte über die Risiken und Gefahren, mit denen Kinder und Jugendliche konfrontiert werden, wenn sie sich in die scheinbar unbegrenzte „Spaßwelt“ des Internets begeben. Dabei ist nicht alles, was Spaß macht, erlaubt.

Von „Happy Slapping“, bei dem reale Körperverletzung gefilmt wird oder „Snuff Videos“, die brutalste Gewalt bis zu Hinrichtungsszenen zeigen, kennt das Spektrum der im Internet vorhandenen und auf dem Schulhof zirkulierenden Gewaltvideos kaum Grenzen. Mit Hilfe von Smartphones können diese Videos sofort online gestellt und damit leicht verbreitet werden. Die Staatsanwaltschaft versteht hier oft keinen Spaß und ermittelt z.B. wegen unterlassener Hilfeleistung oder Verbreitung von Gewaltvideos an Minderjährige.

Obwohl für Minderjährige verboten, finden Jugendliche auch sehr leicht Zugang zu pornographischem Material. Dies zu verhindern, ist mit Hilfe von Filtern in Suchprogrammen kaum möglich. Schwerwiegend wird es beim Thema Kinderpornografie. Diese ist generell verboten und bereits das bloße Anschauen von entsprechendem Material bringt schwerwiegende strafrechtliche Konsequenzen mit sich.

Mobbing in der Schule erfährt heute durch das Internet eine neue Dimension und wird hier als „Bullying“ oder „Cybermobbing“ bezeichnet. Ein Beispiel hierfür ist die Verbreitung von kompromittierenden Fotos über Internet mit z.T. unabsehbaren Folgen für Opfer (sowie Täter).

Vorsicht geboten ist auch beim Umgang mit Communities wie Facebook, Kwick und anderen. Meist ist es extrem schwierig bzw. unmöglich, persönliche Informationen, die einmal dort hochgeladen sind, wieder zu löschen. Sogenannte „Freunde“ sind oft nicht persönlich bekannt und bekommen leicht und ungewollt Zugang zur eigenen Privatsphäre. Speziell in Chatrooms, die von Kindern und Jugendlichen gerne genutzt werden, ist nicht immer klar, welche Identität der Gegenüber wirklich hat. Pädophile nutzen anonym auch bzw. gerade unscheinbar wirkende Schüler-Chatrooms zum „Rekrutieren“ ihrer Opfer.

Für Eltern ist es hier wichtig, eine Vertrauensbasis zu ihren Kindern zu schaffen. Aufklären und Interesse zeigen gehören ebenso dazu wie das eigene Beherrschen wichtiger Computer- und Handyfunktionen. Sinnvolle Zeitbeschränkungen und Sicherheitseinstellungen am Computer sind ebenfalls eine Hilfe dabei, Kindern und Jugendlichen einen gefahrenlosen Umgang im Internet zu ermöglichen und dabei den Nutzen und Spaß, den diese Medium bietet, in den Vordergrund rücken zu lassen.

© KAB Unterkochen 25.04.2012 20:18
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