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Vereinstreffen mit Vorträgen zum Thema "Die Entdeckung der Welt durch die Chinesen gegen Ende des Mittelalters (1421-1423)".

  • Beim Vortrag
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Mit dieser Thematik beschäftigten wir uns bei unseren Treffen im den Monaten Januar und März und kamen nach der Beantwortung vieler Fragestellungen letztlich zu der Überzeugung, dass lange vor Kolumbus, Diaz, Magellan und anderen die Chinesen große Entdeckungsreisen unternahmen und die Küsten der meisten Kontinente kartographierten. Die oben genannten iberischen „Entdecker“ verfügten später über dieses Kartenmaterial mit dessen Hilfe sie genau wussten, wo sich ihre Ziele befanden. Peter Scholl-Latour führte in seinem letzten Werk „Der Fluch der bösen Tat““ (Ullstein Buchverlag GmbH, Berlin 2014) dazu aus. „Schließlich könnte das Reich der Mitte … an die vorübergehende Machtentfaltung der frühen Ming-Dynastie anknüpfen, deren gigantisches Flottenaufgebot die Karavellen der iberischen Konquistadoren als Nußschalen erscheinen ließ“. In der Tat hätten diese Karavellen bei den chinesischen Entdecker- und Schatzschiffen als Beiboote dienen können. Die oben angeführten Fragestellungen waren: -Wieso konnten diese Erkenntnisse bis über die die Jahrtausendwende (2002) solange im Dunkeln bleiben? -Gibt es genügend Beweise zu den Entdeckungsreisen der Chinesen gegen Ende des Mittelalters ? -Wieso gilt immer noch Kolumbus als der große Entdecker, obwohl er nur dreimal karibische Inseln besuchte und bei seiner vierten Reise die Landenge zwischen Karibik und Pazifik betrat (Colon- Name für den Ort an der atlantikseitigen Panamakanalschleuse). Die umfangreichsten Recherchen zu dieser Problematik führte der ehemalige U-Bootskommandant der Royal-Navy Gavin Menzies nach seiner Pensionierung durch und brachte in einer zehnjährigen Arbeit eine Beweisführung, die er im Jahr 2002 vor der Royal Geographikal Society bei gleichzeitiger Übertragung durch die BBC verteidigte. Seine weltweiten Fahrten mit U-Booten und seine Fähigkeiten in der klassischen astronomischen Navigation gestatteten ihm , sich in die kartographischen sowie navigatorischen Leistungen der Chinesen hineinzuversetzen. Die englische Originalausgabe seines epochalen Werkes lautet: „1421- The Year China Discovered the World“ bei Bantam Press , Transworld Publishers, London. Umfangreich Informationen werden auch über die Website www.1421.tv bereitgestellt. G. Menzies fand bei seinen Studien Karten aus der Präkolumbuszeit vor , auf denen große Teile der Welt kartographiert waren. Diejenigen, von denen die Karten ursprünglich stammen, mussten in der Lage gewesen sein den Erdball zu umsegeln. Dazu waren mindestens 3 Voraussetzungen erforderlich: 1. Bau von hochseefähigen Schiffen aus bestem Holz (Teakholz); 2. Ausreichen Bevorratung an Lebensmitteln inklusive Trinkwasser; 3. Hohe Fähigkeiten in der Navigation, vor allem nach Gestirnen zu navigieren, die geographische Breite und Länge zu bestimmen. Auf dieser Grundlage war es möglich, die erstellten Karten mit ausreichend genauen Koordinaten zu versehen. Es gab in dieser Zeit nur eine Nation die dazu in der Lage war- das war China. Dieses Land war den Europäern um Jahrhunderte voraus. Die Überlegenheit bestand vor allem im Bauwesen, Technologie (Porzellan- und Seideherstellung, Erzgewinnung und Erzverarbeitung) , Bau von Sternwarten, Gnometer (Schattenwerfer zur Zeitbestimmung) , Sand- und Wasseruhren sowie letztlich 600 Jahre Erfahrung in der Seefahrt mit der Beherrschung des Indischen Ozeans. Kurz gesagt, sie hatten mit ihren Entdeckungsfahren das Gesicht der spätmittelalterlichen Welt verändert. Wieso war es aber möglich diese Geschichte aus dem Gedächtnis der Menschen zu streichen, größtenteils deren Nachweise zu liquidieren , Erkenntnisse zu ignorieren. Nach den pompösen Feierlichkeiten zur Einweihung der Verbotenen Stadt im Februar 1421 verließ die mächtige Flotte mit über 100 Schiffen Peking, um gemäß Befehl des Kaisers Zhu Di die Welt zu entdecken oder unterzugehen. Infolge eines schweren Gewitters mit Blitzeinschlägen brannte die Verbotene Stadt nieder. Der alternde Kaiser und sein nachfolgender Sohn , die das Ereignis als Strafe Gottes einschätzten, verfügten, die großen Seefahrten zukünftig einzustellen, alle mit den Seefahrten verbundenen Unterlagen zu vernichten und die noch vorhandenen bzw. zurückkehrenden Schiffe abzuwracken. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich aber die Entdeckerflotten bereits in See. Als der Oberste Flottenchef mit seiner Teilflotte noch 1421 nach Peking zurückkehrte fand er bereits ein völlig verändertes Land vor; China hatte bereits begonnen sich in eine historische Isolation zu begeben und sich nur noch territorialen Aufgaben zu widmen mit verheerenden Folgen für das hochentwickelte Land. Es konnte aber nicht alles vernichtet werden und so kamen Karten sowie Segelanweisungen in die Hände der Portugiesen und danach zu den Spaniern. Ihre Entdeckerkaravellen mit den bereits erwähnten Seefahrern wussten deshalb wo ihre Ziele lagen ( Afrika, Indien Gewürzinseln, Karibik, Südamerika und später in den Pazifik durch James Cook). Die Portugiesen und Spanier hatten doch einen Teufel getan ihr Wissen zu dieser Zeit und später den seefahrenden Ländern kundzutun. Sicherlich hatte auch der zwischen Portugal/Spanien mit dem Papst Alexander VI. ausgehandelte Vertrag von Tordesillas (1493) zu tun, der den Atlantik in Interessenbereiche aufteilte. Dabei fiel sein Ostteil, Afrika , NO-Brasilien an die Portugiesen und der Westteil an die Spanier, denn der Heilige Stuhl wollte ja am Gold- und Silberraub der Konquistadoren partizipieren und nicht die Schätze durch Streitigkeiten auf den Meeresboden versenkt wissen. Sicherlich lässt dieser Vertrag Interpretationen zu, warum Kolumbus heute noch als „ Entdecker“ Amerikas gilt was er nie war, denn nach der ersten Reise wo er zufällig auf der Bahamainsel Guanahani landete, glaubte er noch in Asien angekommen zu sein. Zu einigen Beweisen was die Entdeckung der Welt durch Chinesen betrifft. Der chinesische Flottenbestand war in der betrachteten Zeit anderen asiatischer Staaten, den Arabern und Europäern sowohl in der Größe vom Bau her als auch in der Anzahl weit überlagen. Die europäischen Entdecker fanden in vielen Regionen der Welt was Aussehen. Hautfarbe und Kleidung Chinesen und Asiaten vor, die sich in Minikolonien zusammengeschlossen und eingerichtet hatten. Viele Pflanzen und Tiere , die ursprünglich in einem Kontinent heimisch waren wurden in andere Regionen der Welt transportiert und ausgesetzt (Mais aus Mexiko nach China, Reis aus China zum amerikanischen Kontinent). Entlang der Routen der Entdeckerflotten wurden später in Küstennähe infolge des Auflaufens auf Riffe Wracks von den großen Schiffen vorgefunden , die nach zeichnerischer Rekonstruktion aus China stammen mussten. Besonders bemerkenswert sind die im Raum Rhode Island vorgefundenen Stelen mit Inschriften im mittelalterlichen Chinesisch und der runde Turm von Newport der als Beobachtungsplattform und Leuchtturm dienen sollte. Sprachforschungsergebnisse, DNA-Analysen sowie Spiele und Gebräuche der Chinesen in entfernten Gebieten runden die Beweiskette weitestgehend ab. Aufgrund des Einflusses und der Aktivitäten des portugiesischen Prinzen „Heinrich des Seefahrers“ und durch den Besitz von Karten chinesischen Ursprung konnte ihren Karavellen die später bezeichneten Karibikinseln Puerto Rico und Guadeloupe 1431 und 1447 anlaufen und für ihr Land entdecken. Den Ausführungen in den Vorträgen schloss sich eine angeregte Diskussion an. M.B.

© Marinekameradschaft Aalen u.U. 26.03.2015 15:39
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