Gewalttaten in Baden-Württemberg?

Sexualisierte Gewalt beim Boxen in BaWü: Mehrere Trainer angezeigt

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In Baden-Württemberg wiegen Vorwürfe gegen drei Trainer im Boxen schwer. Sie sollen sexualisierte Gewalt ausgeübt haben. Die Ermittlungen laufen.

Update, 17. November: Im Verfahren um den Vorwurf der sexuellen Übergriffe durch Trainer des Boxsports in Baden-Württemberg haben Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Heidelberg die Ermittlungen übernommen. Zuvor waren mehrere Strafanzeigen von Boxerinnen im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaften Baden-Baden und Stuttgart eingegangen, nun wird das Verfahren einheitlich durch die Behörde in Heidelberg geführt.

Baden-Württemberg: Sexualisierte Gewalt im Boxsport - viele Atheltinnen betroffen?

Das Verfahren richte sich gegen bislang drei Beschuldigte, wie echo24.de* berichtet. Diesen werden „verschiedene Vorfälle, die zum Teil bis ins Jahr 2012 zurückreichen und durch die eine Vielzahl von Athletinnen betroffen worden sein sollen“ zur Last gelegt, teilten die Behörden mit. Die Vorfälle würden nun durch die Staatsanwaltschaft überprüft.

Ende Oktober hatte der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) erstmals mitgeteilt, dass ein Verdacht gegen einen Trainer und weitere Personen aus dem Leistungssport vorliege.

Boxen in Baden-Württemberg: Mehrere Trainer wegen sexualisierter Gewalt unter Verdacht

Die Beschuldigten wurden laut LSVBW mit Bekanntwerden der Vorwürfe vorläufig freigestellt. „Wir haben bereits früh alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Vorwürfe schnellstmöglich aufzuklären“, erklärte Elvira Menzer-Haasis, Präsidentin des LSVBW. Und weiter: „Mit der Übernahme der polizeilichen Ermittlungen und der Freistellung sind vorläufig alle notwendigen Maßnahmen erfolgt. Es bleibt bei unserer Zusicherung, dass Kindeswohlgefährdung, sexualisierte Gewalt und Missbrauch im Sport keinen Platz haben.“

Nähere Angaben wollte der LSVBW mit Hinweis auf den Schutz von Opfern und mutmaßlichen Tätern auch weiterhin nicht machen.

Baden-Württemberg: Boxverband verspricht lückenlose Aufklärung der Gewaltvorwürfe

Auch der Boxverband Baden-Württemberg (BVBW) hat sich zu den Vorwürfen gegenüber Trainern aus den eigenen Reihen geäußert und eine „gründliche Aufklärung“ versprochen.

Der geschäftsführende BVBW-Vorstand betont auf seiner Homepage, von solchen Vorfällen vorher nichts gewusst und sofort adäquat reagiert zu haben. „Wir haben die Vorwürfe von Anfang an ernst genommen. Entsprechend schnell haben wir auch gehandelt“, heißt es in der Mitteilung.

Sexualisierte Gewalt in Baden-Württemberg: Diese Sportart ist offenbar betroffen

Update, 12. November: Der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) prüft derzeit einen Horror-Verdacht gegen einen beim LSVBW angestellten Trainer und weitere Personen. Sie sollen sexualisierte Gewalt gegenüber Sportlerinnen ausgeübt haben. Nun ist klar: Der olympische Boxsport in Baden-Württemberg ist wohl betroffen.

Bei Bekanntwerden des Verdachts hatte der LSVBW zunächst keine betroffene Sportart genannt. Nach einem Bericht von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten bestätigte nun aber der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) die Verwicklung seiner Sportart in die mutmaßlichen Vorfälle.

„Wir befinden uns noch in einem ganz frühen Stadium und man muss sehr sorgsam mit dem Thema umgehen. Es gilt sowohl die Unschuldsvermutung als auch der Opferschutz“, sagte DBV-Generalsekretär Michael Müller der Deutschen Presse-Agentur. „Wir werden in unserem Rahmen die Dinge mit aller Konsequenz verfolgen.“

Baden-Württemberg: Horror-Verdacht gegen Trainer - Ermittlungen eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie ein Sprecher auf Nachfrage bestätigte. Zuvor waren bei verschiedenen Polizeidienststellen im Land Anzeigen eingegangen. „Wir sind dabei, die entsprechenden Unterlagen zu sammeln und zusammenzufügen“, sagte der Sprecher, der jedoch keine Sportart nennen wollte.

Landessportverband BaWü muss Horror-Verdacht prüfen: Sexualisierte Gewalt durch Trainer?

Erstmeldung 26. Oktober: Baden-Württemberg - Immer wieder berichten Medien über erschütternde Fälle von Gewalttaten im Land. Besonders abscheulich dabei: sexualisierte Gewalt. Betroffen sind vor allem Kinder und Frauen - und die Täterprofile sind von Fall zu Fall unterschiedlich. Dabei scheint vielen Tätern das Alter ihres Opfers egal zu sein. Wie echo24.de* berichtet, häufen sich die Fälle von sexueller Belästigung vor allem im ÖPNV*. Doch die Täter müssen nicht immer Fremde sein. In manchen Fällen sind sie aus dem Bekanntenkreis - und manchmal ist es ein Trainer eines Sportverbands.

Wie der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) auf seiner Homepage mitteilt, liegt ein Verdacht von sexualisierter Gewalt gegenüber Sportlerinnen vor. Verdächtigt werden ein beim LSVBW angestellten Trainer, sowie weitere Personen aus dem Leistungssport, die nicht beim LSVBW angestellt sind. Es wurden bereits pflichtgemäß die notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Vorfall umgehend aufzuklären, heißt es in der Mitteilung weiter.

Landessportverband Baden-Württemberg prüft Vorfall: Verdacht von sexualisierter Gewalt

Der LSVBW verurteilt jegliche Form von Gewalt aufs schärfste und ist um eine schnelle Aufklärung des Vorfalls bemüht. „Für uns ist klar, dass wir direkt reagieren müssen, wenn ein derartiger Vorwurf an uns herangetragen wird. Es ist jetzt wichtig, die Vorwürfe genau zu beleuchten, die rechtlichen Grundlagen zu klären und zu reagieren. Der organisierte Sport in Baden-Württemberg hat sich in seiner Erklärung zur Kindeswohlgefährdung, sexualisierten Gewalt und Missbrauch im Sport dazu verpflichtet Menschen einen sicheren und positiven Schutz-, Lern- und Förderraum zu bieten. Dieses Versprechen werden wir einhalten“, bekräftigt Elvira Menzer-Haasis, die Präsidentin des LSVBW. Zum Schutz der Betroffenen will der Verband derzeit keine weiteren Angaben zu dem Fall machen.

Sexuelle Belästigung finden nicht nur in Sportvereinen statt: Auch Nachtclubs sind betroffen

Plakate und Flyer vom Projekt „Luisa“.

Viele Frauen werden beim Feiern in Nachtclubs und Bars bedrängt und belästigt. Oft sind diese Frauen mit ihrem Problem alleine und wissen sich nicht zu helfen. Das Projekt „Ist Luisa hier?*“ soll Abhilfe schaffen. *echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Foto: PLEUSS

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