BBK-Einschätzung macht Hoffnung

Bei einem Blackout: Das passiert im Notfall mit Mobilfunk und Festnetz

  • schließen

Wenn es zu einem Blackout kommt, wird auch die Kommunikation leiden, denn für Telefonie und Internet ist wohl nur unzureichend vorgesorgt.

Ein Blackout in Deutschland wäre ein Horror-Szenario, da sind sich alle einig. Blackout, das bedeutet schlimmstenfalls tagelang flächendeckend kein Strom. Und damit keine medizinische Notversorgung, keine Kassensysteme, keine PCs, keine Küchengeräte und keine funktionierende Toilette... Die Liste lässt sich weiter führen, denn es würde alle Lebensbereiche hart treffen – auch die Kommunikation! Handy, Telefon und dementsprechend auch Notrufe wären ebenfalls betroffen.

Anders als beim Kochen, was auch im Blackout möglich ist, ist die Kommunikation stark betroffen. Denn das Vergleichsportal Verivox hat für Bild nun eine Analyse angefertigt, die auf Anfragen bei Bundesbehörden, Rechenzentren und Netzbetreibern beruht. Das Ergebnis: Der Notstrom für Festnetz und Mobilfunk ist unzureichend!

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann
Bevölkerung11,07 Mio.

Blackout-Gefahr: Mobilfunknetz nur „kurzzeitig und lückenhaft“ stabil

Wenn der Strom ausfällt, man kennt es von kurzen Stromausfällen, sind das Internet und das Telefon direkt weg. Smartphones, die normal laufen, bis der Akku leer ist, haben ein anderes Problem: das Mobilfunknetz! Auch das würde bei einem Blackout nicht mehr funktionieren – oder zumindest nur „kurzzeitig und lückenhaft“, wie die Bild schreibt.

So heißt es von Netzbetreiber-Seite wohl, dass Mobilfunkstandorte noch einige Stunden aushalten würden. Ein schwacher Trost für den Fall eines Blackouts, denn der bedeutet keinen stundenlangen, sondern einen tagelangen Stromausfall. Über das Internet braucht man kaum noch diskutieren, da die benötigten Router meist strombetrieben sind.

Blackout in Baden-Württemberg: Sind Notrufe während der Katastrophe möglich?

Eine Frage stellt sich noch: Sind Notrufe im Blackout möglich? Solange die Notstromaggregate halten wohl schon. Da in einem solchen Katastrophenfall die Telefonnetze vermutlich überlastet sein werden, hilft es nur bedingt, dass Notrufen eine höhere Priorität im Netz zugeteilt wird.

Hinzu kommt, dass Anbieter nicht verpflichtet sind, ihr Netz per Notstrom aufrechtzuerhalten. Immerhin soll zumindest diese Hürde nun aus dem Weg geräumt werden. So wurde im August von der Bundesnetzagentur vorgeschlagen, eine „bundesweit einheitliche Regelung zur Notstromversorgung der Telekommunikationsnetze“ einzuführen.

Um sich zumindest über die aktuelle Lage zu informieren, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), sich ein batteriebetriebenes Radio zuzulegen. Generell gibt es eine ganze Notfallliste an Gegenständen und Lebensmitteln, die jeder für den Fall eines Blackouts zu Hause haben sollte.

Im Fall eines Blackouts fällt der Strom tagelang aus.

Blackout in Baden-Württemberg: Die Folgen für den Alltag

Welche Folgen ein Blackout für den Alltag und das Leben hat, hat echo24.de bereits zu einem früheren Zeitpunkt beschrieben. Das Szenario gehört derzeit zu einem der größten Risiken in Deutschland, warnten Experten im Spätsommer. Neben der Kommunikation wäre auch die Infrastruktur lahmgelegt. Keine Bahn, kein Flugzeug und auch Autofahren wird mit der Zeit schwierig.

Das Gesundheitssystem kann kollabieren. Der Müll auf den Straßen wird sich mit der Zeit stapeln, was wiederum Ratten und anderes Ungeziefer anlocken würde. Es verwundert kaum, dass der Gesamtverband der Versicherer im September schon erklärte: „Ein lang anhaltender, flächendeckender Stromausfall gilt unter Experten als das schlimmste Katastrophenszenario. Zerstörerischer als alle Naturgefahren, verheerender als eine Pandemie.“ Immerhin schätzt das BBK einen Blackout in diesem Winter als „sehr unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen“ ein. Das Blackout-Risiko soll ab Januar jedoch steigen, wie Experten einschätzen. Deutschland ist darauf schlecht vorbereitet.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa

Zurück zur Übersicht: Baden-Württemberg

Mehr zum Thema

Kommentare