VfB Stuttgart

Das Problem im Mittelfeld: Wer ersetzt Endo und Karazor?

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Stuttgarts Wataru Endo in Aktion.

Endlich kann der VfB Stuttgart beim Spiel in Mainz wieder auf das Duo Kalajdzic und Sosa setzen. Doch nun tut sich beim abstiegsbedrohten Tabellen-15. ein Loch im defensiven Mittelfeld auf. Trainer Matarazzo will nicht hadern und setzt auf „Power und Intensität“ seiner Elf.

Stuttgart - Pellegrino Matarazzo hat sich vor dem Spiel beim heimstarken FSV Mainz 05 einmal mehr betont „zuversichtlich, optimistisch und fokussiert“ gegeben - und es mag gut sein, dass der Trainer des VfB Stuttgart sich tatsächlich so fühlt. Er ist grundsätzlich ein positiver Typ, auch wenn seine Mannschaft nach dem 0:2 gegen Borussia Dortmund als Tabellen-15. der Fußball-Bundesliga weiterhin stark abstiegsgefährdet ist.

Dennoch hätten es die meisten Fans und Beobachter wohl verstanden, wenn auch der 44-Jährige vor dem fünftletzen Saisonspiel am Samstag (15.30/Sky) mal kräftig gehadert hätte. Wochenlang war es ein großes Thema, ob das kongeniale Duo Borna Sosa und Sasa Kalajdzic zusammen auflaufen und die Gegner das Fürchten lehren könnte. Doch mal fehlte auf der linken Außenbahn der Flankenexperte Sosa, mal vorne der torgefährliche Mittelstürmer Kalajdzic. Gegen Mainz sind sie wieder vereint - doch da tut sich ein Loch im zentralen Mittelfeld auf.

Denn neben dem in dieser Saison stark verbesserten, aber nun gelbgesperrten Atakan Karazor fällt auch Kapitän Wataru Endo aus. Musste gegen Dortmund Kalajdzic wegen einer Corona-Infektion passen, so trifft es nun den japanischen Nationalspieler. Nach einem positiven Test gebe es „keine Chance“ auf einen Einsatz des 29-Jährigen, erklärte Matarazzo.

Doch der Trainer hadert nicht - sondern erklärt, was seine Mannschaft in Mainz zeigen muss, um endlich den zweiten Auswärtssieg in dieser Saison einzufahren und im Tabellenkeller die direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld und Hertha BSC auf Distanz zu halten. Sie haben mit bisher 26 Punkten nur einen Zähler weniger als der VfB.

Der Tabellenzehnte Mainz sei eine Mannschaft, die stets viel Einsatz und Intensität auf den Rasen bringe - und genau dagegen müsse sich seine Mannschaft wehren. Statistisch gesehen spricht auch nichts dagegen, denn unter dem Italo-Amerikaner hat der VfB bisher alle drei Bundesliga-Spiele gegen die Rheinhessen für sich entschieden - bei einem Torverhältnis von 8:2. Doch diese Zwischenbilanz wird nichts nützen, wenn Kalajdzic, Sosa und Co. nicht ebenfalls „Power und Intensität“ zeigten. Falls nichts, hätten sie „keine Chance“.

Wer Endo und Karazor im defensiven Mittelfeld ersetzen wird, ließ Matarazzo noch offen. Eine Möglichkeit sei, den Abwehrchef Waldemar Anton etwas nach vorne zu ziehen. Er hat diese Rolle auch schon bei seinem früheren Verein Hannover 96 gelegentlich ausgefüllt. Mit seiner Robustheit und Führungsqualität könne das gut passen.

Andererseits könnte auch Endos Landsmann Hiroko Ito - wie Anton eigentlich Verteidiger - die Aufgabe übernehmen, das Spiel der Mainzer vor der Abwehr zu bremsen. Oder auch Enzo Millot. Der 19-jährige Franzose kommt nach seinem Wechsel nach Stuttgart im vergangenen August aber erst auf drei Kurzeinsätze in der Bundesliga.

Wie auch immer: Ein Thema für den VfB wird auch das Mainzer Publikum sein. Schließlich dürfen die Rheinhessen erstmals wieder alle gut 33 000 Tickets für ihr Stadion verkaufen. Ob es das für seine Spieler schwieriger mache oder sie eher zusätzlich motiviere, wurde Matarazzo gefragt. Natürlich sei der Heimvorteil nach der zuschauerlosen Corona-Zeit wieder ein stärkerer Faktor, erklärte er. Aber „das ist auch schön, gegen diese Wucht zu arbeiten und ihr zu trotzen.“

Da ist es wieder: das positive Denken. In der Endphase der Saison, in der es acht Tage nach Mainz zur vielleicht vorentscheidenden Partie nach Berlin zu Hertha BSC geht, ist das nicht das Schlechteste. dpa

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