Unwetter führt zu überfüllten Gewässern

Nach Unwetter in BaWü: Sinken die Wasserstände endlich? Behörde äußert sich

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Die Unwetter in Baden-Württemberg haben einige Regionen schwer getroffen. Doch ganz langsam bessert sich die Lage. Die Wasserstände sind aber teils noch zu hoch.

Update, 20. Juli: Kleine Entwarnung für die hochwassergefährdeten Gebiete in Baden-Württemberg: In den kleinen Gewässern ist das Hochwasser der vergangenen Tage nun endlich abgeklungen. Außerdem sieht die Wetter-Prognose für den Südwesten in den nächsten Tagen* gut aus - nur wenig Regen ist angesagt. Doch einige Gewässer haben immer noch erhöhte Pegelstände.

Hochwasser Baden-Württemberg: Wasserstände teils immer noch zu hoch

An Hoch- und Oberrhein beispielsweise sind die Wasserstände derzeit noch erhöht, konkret sind die Hochwassermeldewerte an den Messstellen Hauenstein, Kehl-Kronenhof und Maxau immer noch überschritten. Der Scheitelwert am Pegel Maxau war am frühen Samstag-Abend mit 8,65 Metern erreicht worden. Das entspricht etwa einem 10-jährlichen Ereignis. Momentan liegt der Wasserstand bereits wieder unter der Schwelle eines 5-jährlichen Ereignisses.

Auch am Bodensee steht das Wasser aktuell noch zu hoch. Die Wasserstände stagnieren hier. Am Pegel Konstanz ist der Hochwasser-Meldewert von 4,8 aktuell geringfügig überschritten. Das berichtet die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Dennoch erklärt die Behörde: Die Wasserstände sind tendenziell fallend.

Hochwasser Baden-Württemberg: Lange entspannt sich - aber weiterhin ist Vorsicht geboten

Update, 18. Juli: Obwohl sich die Wetterlage am Sonntag landesweit etwas entspannt, ist in einigen Regionen weiterhin erhöhte Vorsicht geboten. Die Wasserstände am Hoch- und Oberrhein und am Bodensee sind zwar weiterhin sehr hoch, klingen aber langsam ab. Die starken Regenfälle der letzten Tage ließen den Rheinpegel extrem steigen. Gemessen wurde am Pegel Maxau bei Karlsruhe ein Stand von 8,65 Meter - laut Statistiken kommt das etwa alle 10 Jahre vor.

In Kehl/Straßburg und Polder Altenheim (Ortenaukreis) wurden, wegen des steigenden Wasserpegels im Rhein, die Rückhalteräume geflutet. Es wurden Warnschilder mit dem Hinweis „Lebensgefahr“ aufgestellt. Das Hochwasser am Oberrhein erreichte gegen Samstagmittag die Kriterien für die Hochwasserschutzanlagen im Raum Kehl. Mit der Flutung der Polder wird der Hochwasserscheitel angesenkt und entlang der Schutzdämme der freien Rheinstrecke nördlich der letzten Staustufe bei Iffezheim entlastet. Zuletzt wurden die Polder 2013 geflutet.

Hochwasser Baden-Württemberg: Schifffahrt noch immer eingeschränkt?

Auch in Mannheim soll der sogenannte Kipppunkt bald erreicht sein. Am Sonntagmittag lag der Pegel bei 7,44 Meter. Die kritische Marke von 7,60 Metern wird wahrscheinlich nicht oder nur für kurze Zeit erreicht. Schon jetzt müssen Binnenschiffer die Fahrgeschwindigkeit, wegen dem Sog- und Wellenschlag auf dem Wasser, verringern.

Auch in der Region Bodensee-Oberschwaben sinken die Wasserstände von Bächen, Flüssen und Seen. Nur der Pegelstand am Bodensee bleibt weiterhin hoch mit 4,80, was dem Hochwassermeldewert entspricht, berichtet swr.de. Erwartet wird, dass das Wasser in den nächsten Tagen wieder zurückgeht.

Besonders der Kreis Lörrach in Baden-Württemberg war in den vergangenen Tagen stark von den Folgen des Unwetters betroffen. Die Feuerwehr befand sich im Dauereinsatz wegen vollgelaufener Keller und überschwemmter Straßen. Ab Sonntag, soll sich die Wetterlage laut Experten beruhigen*.

Hochwasser Baden-Württemberg: DWD mit Wetter-Prognose für Sonntag

Update, 17. Juli: Am Freitagabend zogen erneut heftige Gewitter über die Region Lörrach im Südwesten von Baden-Württemberg. Berichten von echo24.de* zufolge registrierte die Leitstelle mehr als 100 Notrufe. In erster Linie musste die Feuerwehr vollgelaufene Keller auspumpen. Aber auch ein Bio-Markt in Lörrach sei am Freitag überschwemmt worden, heiß es in einer Mitteilung. Nun sind neue Details zur Unwetter-Katastrophe in Baden-Württemberg bekannt, die nicht nur die Region Lörrach betreffen.

Der Grund: Die teils heftigen Regenfälle in Baden-Württemberg lassen den Rhein weiter anschwellen. Der Wasserstand am Pegel Maxau bei Karlsruhe stieg am Samstagmorgen auf 8,62 Meter. Nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) wird der Scheitel voraussichtlich in der Nacht zum Sonntag erreicht. Der Schiffsverkehr auf dem Rhein ist eingestellt. Die Deutsche-Presse-Agentur (DPA) berichtet, dass eine Freigabe wohl erst in den kommenden Wochen erfolgen kann.

Hochwasser Baden-Württemberg: DWD mit Gewitter-Prognose für Samstag

Die Gefahr vor Hochwasser in Baden-Württemberg ist also noch nicht gebannt. Im Gegenteil, Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet auch im Laufe des Samstags mit Gewittern. Ab der Mittagszeit sei das insbesondere im Osten von Baden-Württemberg möglich, teilen die Wetter-Experten mit. Und: In einigen Landesteilen können vereinzelt bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter und kleinkörniger Hagel fallen. Es gibt aber auch eine positive Nachricht.

Die Wetter-Experten vom DWD gehen davon aus, dass in der Nacht zum Sonntag das Gewitterrisiko in Baden-Württemberg abnehmen wird, was sich wiederum auch positiv auf die Pegelstände auswirken könnte. Das Licht am Ende des Tunnels – es kommt immer weiter in Sicht. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter in Baden-Württemberg* nicht noch einmal umschwenkt.

Hochwasser Baden-Württemberg: Lage entspannt sich – Region hart getroffen

Update, 16. Juli: Erneut haben heftige Gewitter am Freitagabend den Kreis Lörrach erwischt. Starkregen prasselte auf die Region herab. Insgesamt gab es laut einer Mitteilung über 100 Notrufe. Das berichtet echo24.de*.

In den meisten Fällen mussten die Einsatzkräfte vollgelaufene Keller auspumpen - doch auch in einem Biomarkt gab es eine Überschwemmung. Schon in der Nacht zum Freitag hatte heftiger Regen Chaos in der Region angerichtet, im Stadtgebiet Lörrach wurde laut Feuerwehr öffentlicher Notstand ausgerufen.

Hochwasser Baden-Württemberg: Regen richtete in Lörrach Verwüstung an

Im Stadtteil Brombach entwickelten sich Bachläufe zu einem reißenden Fluss, der nicht nur Keller volllaufen ließ, sondern auch den Ortskern überflutete. Doch eine gute Nachricht kann vermeldet werden: Nach ersten Erkenntnissen hat es wohl keine Verletzten gegeben - außerdem besteht laut Feuerwehr seit dem Morgen keine akute Gefahr mehr.

Allerdings gab es schon brenzlige Situationen - in Inzlingen wurde ein 17-Jähriger von den Wassermassen in einen offenen Gully gesogen. Doch er konnte glücklicherweise noch aus der lebensbedrohlichen Situation gerettet werden - sein Vater und ein benachbarter Feuerwehrmann konnten den jungen Mann noch rechtzeitig festhalten. Das berichtet der SWR. Außer einem Schock trug der 17-Jährige demnach keine Verletzungen davon.

Hochwasser Baden-Württemberg: Prognose - wann entspannt sich die Lage?

Auch rund um Heilbronn musste die Feuerwehr nach Starkregen immer wieder ausrücken* - besonders in Heilbronn selbst und in Flein waren Schwerpunkte. Unter anderem wurde ein Autohaus in Heilbronn überflutet, Bäume wurden entwurzelt, Äste fielen auf Autos und Keller liefen voll Wasser.

Doch die Prognose der Hochwasservorhersagezentrale sieht Licht am Ende des Tunnels: Die Pegelstände am Rhein sollten sich nun endlich stabilisiert haben und am Samstag dann ihren endgültigen Scheitelpunkt erreichen - danach sollte sich die Situation beruhigen, genauso wie am Neckar und kleineren Nebenflüssen wie der Elsenz bei Heilbronn. Außerdem soll es dann vorerst nicht mehr regnen.

Hochwasser Baden-Württemberg: Pegel steigen weiter - ist das Land auf mögliche Notlagen vorbereitet?

Update, 15. Juli: Nach katastrophalen Unwettern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit über 40 Toten sind auch in Baden-Württemberg wieder Starkregen und Gewitter auf dem Vormarsch. Auch in einigen Gebieten im Südwesten könnte die Situation noch einmal schwierig werden. So warnt die Vorhersagezentrale für Hochwasser auch hier vor steigenden Wasserständen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab heute (Donnerstag, 15. Juli) außerdem eine Warnung vor starken Gewittern in den Regierungsbezirken Tübingen und Freiburg heraus. Der Rhein-Pegel stieg am Morgen auf 8,4 Meter, noch immer ist die Schifffahrt großteils eingeschränkt. Denn auch wenn der Wasserstand heute etwas fallen soll, prognostiziert der DWD für den Freitag wieder steigende Pegel.

Auch der Bodensee soll demnach in den kommenden Tagen nochmals zulegen und dann den Stand von 4,8 Metern übersteigen. Bis Samstag rechnen die DWD-Wetterexperten für Baden-Württemberg mit weiter teils kräftigem Dauerregen. Doch bisher sieht Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) das Land mit Blick auf weitere Unwetter und mögliche Notlagen gut gerüstet.

Hochwasser: Pegelstände steigen weiter - Solidarität mit NRW und Rheinland-Pfalz

Bereits seit dem Morgen sind außerdem Einsatzkräfte aus Baden-Württemberg in den aktuellen Krisengebieten in NRW und Rheinland-Pfalz im Einsatz. Ein Hubschrauber ist in den besonders betroffenen Kreis Ahrweiler entsandt worden - außerdem Feuerwehrleute des Stuttgarter Höhenrettungsdienstes.

Diese Einsatzkräfte hätten bereits mehrere Menschen vor den Fluten gerettet, erklärt Kretschmann laut Deutscher Presse-Agentur dpa: „Die Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erschüttern und besorgen uns sehr. In dieser ernsten, schwierigen Situation ist es selbstverständlich, dass wir länderübergreifend Solidarität zeigen“.

Für eine mögliche Notlage in Baden-Württemberg stehen laut Innenministerium etwa 112.000 Feuerwehrleute bereit, außerdem sind Kräfte des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes an Planungen für mögliche Noteinsätze beteiligt. Innenminister Thomas Strobl (CDU) meint deshalb: „Baden-Württemberg hat sich auf extreme Unwetterereignisse gut vorbereitet.“

Hochwasser in Baden-Württemberg: Gartenschau-Gelände Eppingen überflutet

Erstmeldung, 13. Juli: Starkregen, Hagel, Gewitter – der Südwesten ist nun schon seit Wochen von Unwettern geplagt. Immer wieder wechseln sich warme Tage mit heftigen Regenstürmen ab. Auch heute (Dienstag, 13. Juli) kämpfen viele Regionen in Baden-Württemberg mit den Folgen des andauernden Niederschlags. Das berichtet echo24.de*.

Binnen kurzer Zeit gingen hier enorme Regenmassen nieder – der Pegel der Elsenz im Kreis Heilbronn stieg in der Nacht auf bis zu 2,30 Meter an und trat über die Ufer. Dadurch wurde auch das Gelände der Gartenschau in Eppingen überflutet. Die Feuerwehr war mit mehreren Pumpen und Wasserwerfern stundenlang im Einsatz. Das berichtet EinsatzReport24.

Hochwasser in Baden-Württemberg: Elektrizitätswerk drohte überflutet zu werden

Besonders heikel: Anwohner hatten in den frühen Morgenstunden den Notruf gewählt, weil sich auch an einer Böschung vor dem angrenzenden Elektrizitätswerk Wasser sammelte. Das Werk drohte von den Wassermassen überflutet zu werden.

Dennoch melden Polizei und Feuerwehr bisher in Baden-Württemberg nur geringe Unwetterschäden. In Freiburg beispielsweise mussten Radfahrer wegen des Hochwassers Umwege machen – der Uferradweg an der Dreisam wurde gesperrt. Doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Meteorologen sagen auch weiterhin Regen voraus*. Mindestens bis in den Dienstagabend hinein wird langanhaltender Starkregen erwartet und auch die kommenden Tage sehen laut Prognose nicht viel besser aus.

Hochwasser in Baden-Württemberg: Pegelstände von Rhein und Neckar steigen

Die Lage ist angespannt und noch nicht am Höhepunkt angelangt. Der Deutsche Wetter-Dienst (DWD) warnt weiterhin vor tagelangen Regenfällen. Auch die Pegelstände von Neckar und Rhein steigen vermutlich mindestens bis zum Dienstagabend weiter, beim Rhein könnte der erhöhte Wasserstand dann sogar noch ein paar Tage anhalten.

Teilweise ist deswegen auch schon die Schifffahrt auf dem Rhein eingeschränkt. Bei Karlsruhe fehlen nur noch 30 Zentimeter bis zu einem Pegel von 7,50 Meter. Das ist die Marke, bei der die Schifffahrt eingestellt werden muss. Dieser Wert könnte laut Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in der kommenden Nacht erreicht werden. Die Rheinfähren in der Region haben ihren Betrieb bereits eingestellt. Sowohl bei Karlsruhe als auch bei Mannheim steigt der Rhein-Pegel vermutlich noch mindestens bis Donnerstag weiter.

Hochwasser in Baden-Württemberg: Wird das Wetter in den nächsten Tagen besser?

Wie der Deutsche Wetter-Dienst berichtet, soll das Gewitterrisiko zwar in der Nacht zum Mittwoch zunächst etwas abflauen, doch schon am Mittwochnachmittag erwartet der DWD wieder dauerhaften Starkregen*. Laut wetter.com könnten die Pegelstände vor allem im Süden Baden-Württembergs schnell und heftig steigen. Das kann dann weiter zu Problemen mit Hochwasser und Überschwemmungen in Baden-Württemberg führen.

Viele Wetter-Experten sehen die extremen Sommer-Unwetter der vergangenen Wochen als Folge des Klimawandels*. Der Juni war 3,7 Grad zu warm – auch wenn man wegen der dadurch entstandenen Hitzegewitter nicht den Eindruck eines besonders warmen Sommerstarts hatte. Die Unwetterlagen könnten sich außerdem in Zukunft weiter häufen. Deshalb investiert auch das Land Baden-Württemberg allein im Jahr 2021 83,5 Millionen Euro in Hochwasserschutz.

Doch was für uns Menschen ein großer Grund zur Sorge ist, lässt die Natur endlich wieder aufatmen. Denn der Grundwasserpegel steigt nach drei extrem trockenen Jahren endlich wieder an. Gegenüber dem SWR erklärte Jerg Hilt, der baden-württembergische Forstkammer-Chef: „Der Wald kann im Moment jeden Tropfen Regenwasser gebrauchen. Wir sind froh, dass wir nicht das vierte Trockenjahr in Folge haben.“ *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kristoff Meller/dpa

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