Bundesliga

Mainz und VfB hinterlassen schalen Beigeschmack beim 0:0

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Der Mainzer Moussa Niakhate (r) spielt gegen Stuttgarts Orel Mangala.

Für den VfB Stuttgart wird es vier Spieltage vor Schluss immer brenzliger in der Bundesliga: In Mainz konnte das Materazzo-Team nur wenig Selbstvertrauen tanken für ein nun ganz wichtiges Siel.

Mainz - Null Reaktion auf eine Nullnummer - nach dem Bundesliga-Spiel zwischen dem FSV Mainz 05 und dem VfB Stuttgart war es erstmal ganz still unter den 30 128 Zuschauern in der Mewa Arena. Kein Jubel, keine Pfiffe, kaum Emotionen. Auch unter den Trainern hinterließ das - unisono bezeichnete - „gerechte Unentschieden“ einen schalen Beigeschmack. Vor allem bei den Schwaben: Sie rutschten nach dem 0:0 am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga wieder auf den Relegationsplatz 16. ab.

Abgesehen von zwei nicht gewonnenen Punkten verschlechterte auch der Sieg des nächsten Gegners und ebenfalls gefährdete Konkurrenten Hertha BSC in Augsburg die Laune der VfB-Verantwortlichen und -Profis. „Wir haben weiterhin alles in der Hand. Wir wissen, wie wichtig das Spiel sein wird“, sagte Materazzo mit Blick auf enorme Herausforderung am kommenden Sonntag in Berlin.

Die Gastgeber konnten derweil nicht wie erhofft den Klassenverbleib auch rechnerisch klarmachen und enttäuschten vor allem in der ersten Halbzeit vor toller Kulisse. „Wir sind drei Jahre lang gewohnt gewesen, Dauerdruck zu haben“, sagte Routinier Stefan Bell kurz vor dem Ende einer dieses Mal ungewohnt sorglosen Saison der Rheinhessen. „Jetzt haben wir die Luxussituation, dass wir vier Spieltage vor Schluss schon durch sind.“

Chefcoach Bo Svenson bezeichnete die Reaktion seiner Mannschaft als „menschlich“, meinte aber auch: „Wir sollten nicht nur immer aus der Tabelle die nötige Motivation finden, um ein Bundesliga-Spiel zu bestreiten.“ Zumal sein Team zuvor aus drei Auswärtspartien nur einen Punkt holte. Der VfB verpasste indes seinen zweiten Saisonsieg im fremden Stadion.

Hoch und weit hieß es auf beiden Seiten oft, wenn es nach vorne gehen sollte. Die Stuttgarter suchten wie so oft Sasa Kalajdzic, der nach überstandener Corona-Infektion wieder als Sturmspitze spielte. Auf der einen Seite der Gastgeber, der sich in der Tabelle in sicheren Gefilden bewegt, auf der anderen Seite ein Abstiegskandidat mit mäßigem Selbstvertrauen: So plätscherte das Spiel lange dahin.

Die mehr als 3000 Fans im VfB-Block hielten kurz den Atem an, als Orel Mangala eine Lücke in der gegnerischen Abwehr fand und aus 14 Metern abzog. Robin Zentner wehrte den Ball aber ab. Der FSV-Keeper kann auf nur acht Gegentore in 15 Heimspielen dieser Runde verweisen.

Trotz aller Beteuerungen von Svensson, „nichts abschenken“ zu wollen, fehlte seiner Mannschaft die letzte Entschlossenheit. Der Däne selbst, der in dieser Saison schon eine Gelb-Sperre absitzen musste, hingegen übertrieb es etwas: Nach einer Einwurf-Entscheidung protestierte er wild und wurde von Schiedsrichter Florian Badstübner kurz vor der Pause verwarnt.

Nach Wiederanpfiff hatte Tiago Tomás die Führung für Stuttgart auf dem Fuß - der souveräne Zentner verkürzte aber den Winkel und wehrte ab. Auf der Gegenseite erlebte der Ex-Mainzer Florian Müller im Tor des VfB eine Schrecksekunde: Nach einer Ecke von Nationalspieler Anton Stach köpfte Dominik Kohr an den linken Pfosten (55.). dpa

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