Nachholbedarf beim Bau

Heftige Wohnungsnot in Stuttgart? So viel Platz haben Stuttgarter zum Wohnen

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Wohnungsnot in Stuttgart: Die Innenstadt ist dicht bebaut, trotzdem fehlt es an Fläche für Bewohner.
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Wohnen in Stuttgart ist teuer und die Fläche dafür begrenzt. In der Landeshauptstadt werden zu wenige Wohnungen gebaut, gleichzeitig ist der Raum schlecht verteilt.

Stuttgart - Bewohner der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg* brauchen starke Nerven. Denn trotz sparsamer Bürger ist das Leben in der Schwabenmetropole nicht gerade billig, im Gegenteil: Mieten und Wohnen in Stuttgart* belasten den Geldbeutel schwer.

Das zeigt sich in der Landeshauptstadt auch beim Vergleich verschiedener Branchen. Je nach Berufsgruppe schluckt das Gehalt mehr oder weniger Miete in Stuttgart (BW24* berichtete). Wie absurd die Lage bei den Preisen am Wohnungsmarkt inzwischen ist, zeigen auch die Preise für Wohngemeinschaften. Studenten müssen für WG-Zimmer in Stuttgart viel Geld bezahlen*.

Dabei sind die Preise lange nicht das einzige Problem. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, gibt es durchaus Interessenten, die sich auch höhere Mieten leisten könnten. Nur: Es gibt in der Landeshauptstadt gar nicht ausreichend Wohnraum.

Wohnungsnot in Stuttgart: Viele wollen mehr Fläche - die aber nicht vorhanden ist

Das hat die aktuelle Wohnraumstudie des größten privaten Baufinanzierers Interhyp AG ergeben. Deutschlandweit hätten Menschen nämlich gerne 140 Quadratmeter Wohnfläche. Speziell Miethaushalten stehen aber nur 80 Quadratmeter zur Verfügung. In Stuttgart* sind es sogar nur 40 Quadratmeter.

In den vergangenen Jahren ist die Wohnfläche in Stuttgart weniger stark gewachsen als die Einwohnerzahl. Der Stadt ist das Problem bekannt, doch passiert ist noch nicht viel. Zuletzt kündigte Stuttgart an, mit massiver Nachverdichtung 18.000 neue Wohnungen schaffen* zu wollen. Das fordert der Deutsche Mieterbund Baden-Württemberg auch für das Bundesland insgesamt. Der Mieterbund-Vorsitzende Rolf Gaßmann hält 6.000 neue Wohnungen im Land für nötig.

2013 hatte der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) 1.800 neue Wohnungen versprochen, 2020 waren es nur 1.034. Nachfolger Frank Nopper (CDU) will jetzt sogar 2.000 Wohnungen jährlich schaffen.

Wohnen in Stuttgart: Mangel ist auch Ergebnis schlechter Verteilung

Bei der Wohnungsnot in Stuttgart spielt allerdings nicht nur die grundsätzlich geringe Verfügbarkeit eine Rolle. Ein weiteres Problem ist die schlechte Verteilung der Fläche. Junge Ein- und Zweipersonenhaushalte bis 29 Jahre haben durchschnittlich 36 Quadratmeter, größere Haushalte bis 44 Jahre 25 Quadratmeter.

Den meisten Platz haben allerdings Ältere ab 65 mit 52 Quadratmetern. Das Problem: Sie würden zwar weniger Fläche zum Leben und Wohnen in Stuttgart benötigen, eine kleinere Wohnung wäre aber in der Regel teurer als die seit Jahren bewohnte.

Wenig überraschend leben sowohl deutschlandweit als auch speziell in Stuttgart Eigentümer am komfortabelsten. In Stuttgart haben sie eine Pro-Kopf-Wohnfläche von 48,5 Quadratmetern. Allerdings liegt die Eigentumsquote im Zentrum unter 15 Prozent. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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