1400 Tonnen Bohrgerät im Tunnel auf Luftkissen gewendet

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Ungewöhnliches Manöver beim Stuttgart21 Projekt

Stuttgart. Im Fildertunnel ist der erste Teil der Tunnelvortriebsmaschine (TVM) "SUSE" erfolgreich unter Tage gewendet worden. Der Fildertunnel wird im Zuge von Stuttgart 21 seit 2014 in vier Abschnitten weitgehend maschinell gebohrt.

Eine Tunnelvortriebsmaschine tief im Berg zu wenden, ist ein spektakulärer und auch für erfahrene Mineure außergewöhnlicher Vorgang. Die DB Stuttgart–Ulm GmbH praktiziert dieses seltene Manöver derzeit im rund 9, 5 Kilometer langen Fildertunnel. Nach dem Ende ihrer dritten Schildfahrt wird TVM "SUSE" derzeit unter Tage in sieben Teile zerlegt und in einer eigens dafür gebauten Kaverne um 180 Grad gedreht.

Wendemanöver auf Luftkissen

Der erste und wichtigste Teil von "SUSE", der Schild mit Schneidrad, war Ende voriger Woche sprichwörtlich rum ums Eck. Auf mit Stickstoff gefüllten Luftkissen war der 1400 Tonnen schwere Schild an zwei Tagen während mehrerer Stunden durch die kathedralenartige, etwa zwölf Meter breite und dreizehn Meter hohe Wendekaverne geglitten. In den nächsten Wochen werden dort auch die Nachläufer der 120 Meter langen TVM gedreht.

Nach der nun erfolgten Fertigstellung des maschinellen Vortriebs in der Weströhre des Fildertunnels werden nun noch rund 3 400 Meter der Oströhre des Tunnels in einer vierten Schildfahrt vom Talkessel aus aufgefahren. Rund sechs Kilometer der Oströhre des Fildertunnels wurden bereits von den Fildern aus vorgetrieben. Die beiden Röhren des Tunnels verbinden künftig den umgebauten Stuttgarter Hauptbahnhof mit dem Flughafen Stuttgart und der Hochgeschwindigkeitstrasse auf den Fildern. Mit einer Länge von 9.468 m ist der Fildertunnel der längste Tunnel des Stuttgart 21 Projekts. Er wird nach der Fertigstellung der längste Doppelröhren-Eisenbahntunnel sowie der drittlängste Tunnel Deutschlands sein.

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