Impfstart in den Hausarztpraxen nach Ostern

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Symbolfoto: opo

Aufgrund der limitierten Anzahl der Impfdosen werden Praxen auf die Patienten für Terminvereinbarungen zugehen. Impffortschritt bei über 80-Jährigen.

Stuttgart. Nach Ostern werden die Hausarztpraxen in Baden-Württemberg flächendeckend in die Impfkampagne einsteigen. Das teilt das Sozialministerium am Freitag mit. In einem gemeinsamen Pilotprojekt des Ministeriums für Soziales und Integration, der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBW) und der Kommunalen Landesverbände impfen demnach niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg bereits seit dem 8. März Menschen gegen das Corona-Virus. In nahezu allen Stadt- und Landkreisen gibt es Pilotpraxen, die ihre Patientinnen und Patienten im Alter von über 80 Jahren aus der ersten Priorisierungsstufe – und wo diese bereits geimpft sind, auch Personen über 70 Jahren - impfen. Seit wenigen Tagen finden in den Praxen bereits die Zweitimpfungen statt. 

"Nach Ostern werden die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte regulär in die Corona-Impfungen einbezogen. Nach den erfolgreichen Erstimpfungen ist deutlich geworden: die Hausarztpraxen in Baden-Württemberg sind engagiert und motiviert, sie wollen ihren Beitrag zur Impfkampagne leisten und sie sind gut vorbereitet. Nun werden die Impfzentren des Landes und die Hausärztinnen und Hausärzte gemeinsam die Impfkampagne weiter vo-rantreiben", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha. Wegen des Impfstoffmangels erhalten die Hausarztpraxen zunächst nur eine limitierte Anzahl an Dosen pro Woche. "Wir schaffen damit gemeinsam eine gute Grundlage, dass auch die für den Verlauf des zwei-ten Quartals in Aussicht gestellten wachsenden Impfstoffmengen schnell und effizient verimpft werden können", so Lucha weiter.

Praxen gehen auf impfberechtigte Patienten zu

Mit Blick auf den regulären Start der Impfungen in den Hausarztpraxen bittet die Kassenärztliche Vereinigung angesichts der anfangs limitierten Impfstoffmengen die Patientinnen und Patienten um Geduld. "Zu Beginn sind die Arztpraxen aufgefordert, schwerpunktmäßig immobile Patientinnen und Patienten in der eige-nen Häuslichkeit sowie Personen mit Vorerkrankungen zu impfen", sagte KVBW-Vorstand Dr. Johannes Fechner. Vor diesem Hintergrund werden die teilnehmenden Praxen direkt auf impfberechtigte Patientinnen und Patienten zugehen, um Impftermine zu vereinbaren. Eine Kontaktaufnahme seitens der Patienten sei daher nicht notwendig.

Die Erfahrungen der Praxen aus dem Pilotprojekt solle genutzt werden, die übrigen Hausarztpraxen beim Beginn der Corona-Impfungen zu unterstützen. Die besten Erfahrungen machten die Praxen etwa mit ei-gens eingerichteten Impfsprechstunden, in denen die Impfungen konzentriert und damit vergleichbar wie in den Impfzentren durchgeführt wurden. Die Corona-Impfstoffe sind in der Handhabung anspruchsvoller als andere in den Praxen regulär verimpfte Impfstoffe, wie etwa Grippeimpfstoffe. Insofern ist eine Bündelung der Impfungen auf bestimmte Wochentage sinnvoll.

Impfstofflieferungen ab der zweiten Aprilwoche 

Von der zweiten Aprilwoche an erhalten die Bundesländer für ihre Impfzentren eine festgelegte Menge an Impfstoff. Darüber hinaus gehender Impfstoff ist für die Impfungen in den Arztpraxen vorgesehen, den diese über den pharmazeutischen Großhandel und die Apotheken beziehen. Die Hausärzte bestellen ihren Bedarf selbst über das System der Regelversorgung. Ob eine Hausarztpraxis Corona-Impfstoff bestellt, bleibt jeweils der Praxis selbst überlassen. Nach den Erfahrungen im Pilotprojekt und den Rückmeldungen aus anderen niedergelas-senen Praxen ist davon auszugehen, dass die Bereitschaft der niedergelasse-nen Praxen sehr hoch ist, sich an den Corona-Impfungen zu beteiligen.

Nach einem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz werden den Arztpraxen aufgrund der noch sehr geringen Liefermengen pro Woche etwa 20 Impfdosen pro Praxis zur Verfügung stehen. Eine Million Impfdosen müssen auf rund 50.000 Hausarztpraxen in Deutschland verteilt werden. In den ersten beiden Aprilwochen werden die Hausarztpraxen Impfstoff von Biontech erhalten. Ab Mitte April wird der Impfstoff von AstraZeneca an die niedergelassenen Praxen geliefert, die Impfzentren werden dann nur noch die Dosen erhalten, die für die Zweitimpfungen notwendig sind.

Über-80-Jährige zeigen hohe Impfbereitschaft

Gesundheitsminister Manne Lucha erwartet für Mitte April, dass der größte Teil der Impfwilligen in dieser Altersgruppe geimpft ist. "Wir können erreichen, dass sich mehr als 80 Prozent in dieser Altersgruppe impfen lassen. Unser Einsatz für diese besonders gefährdete Gruppe geht wei-ter. Aktuell vermitteln allein unsere Call-Center 500 bis 1.000 Menschen dieser Altersgruppe täglich ein Impfangebot", sagte Lucha. 

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden in Baden-Württemberg bereits mehr als 460.000 Über-80-Jährige mindestens einmal geimpft, davon genießen 340.000 Menschen bereits den vollen Schutz durch die Zweitimpfung. 

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