Neue Regelung

Zivilpolizisten mit Waffe in Bus und Bahn: Bürger fühlen sich laut Umfrage sicherer

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Nur wenn Zivilpolizisten das K-Etui, ihre Dienstwaffe, Dienstausweis und Handschellen führen, dürfen sie kostenlos den ÖPNV nutzen.
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Seit kurzem dürfen Zivilpolizisten in Baden-Württemberg kostenlos den ÖPNV nutzen - aber nur, wenn sie ihre Waffe tragen. BW24 hat sich in Stuttgart umgehört, wie die Bürger über die Regelung denken.

Stuttgart - Dass die Polizei in Baden-Württemberg im öffentlichen Nahverkehr präsent ist, ist nichts Ungewöhnliches. Die Beamten in Uniform dürfen immerhin Bus und Bahn kostenlos nutzen. Wie die Reviere im Südwesten kürzlich auf Facebook bekannt gaben, dürfen auch Zivilpolizisten seit dem 1. Juli umsonst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Dabei müssen sie jedoch gewisse Bedingungen erfüllen, die den ein oder anderen Bürger stutzig machen.

In dem Facebookbeitrag, der von allen Polizeistellen der Landkreise in Baden-Württemberg ausgespielt wurde, heißt es: Neben dem sogenannten K-Etui, das Ledermäppchen mit silber-/goldfarbenem Polizeistern, müssen die Polizisten auch ihre Waffe sowie Dienstausweis und Handschellen führen. Irreführend bei der Thematik: Zivilpolizisten sind in Alltagskleidung unterwegs und sollen nicht gleich als Beamte zu erkennen sein. Könnte es nicht Panik unter den Fahrgästen auslösen, wenn man plötzlich eine Waffe sieht?

Zivilpolizisten mit Waffe im Nahverkehr: Bürger fühlen sich laut Umfrage sicherer

BW24 hat sich bei den Passanten in der Innenstadt von Stuttgart umgehört: Welchen Eindruck löst es aus, wenn eine Person mit Waffe in Bus und Bahn entdeckt wird? Nur wenige Befragte gaben an, dass sie ein mulmiges Gefühl hätten. „Ich würde es schon komisch finden. Ich weiß ja in dem Moment nicht, dass es sich um einen Polizisten handelt“, beschreibt ein Stuttgarter. „Ich wäre schon unsicher, wenn ich das sehen würde“, sagt eine andere Passantin.

Die Rückmeldung der meisten Bürger ist jedoch positiv. „Als Frau würde ich mich dann schon sicherer fühlen. Es schreckt vielleicht ab“, gibt eine Befragte an. „Finde es völlig in Ordnung und gut zu wissen“, sagt ein anderer. Die Passanten in Stuttgart finden die Maßnahme gut und sinnvoll. Zweifel würden eher weniger aufkommen. „Ich würde einfach denken, dass die Person dazu berechtigt ist, eine Waffe zu tragen“, äußert eine Frau. Auch in den sozialen Medien begrüßt man die Entscheidung.

Um Unsicherheit zu vermeiden: Zivilpolizisten dürfen Waffen nur versteckt tragen

Anders, als man zunächst möglicherweise denkt, werden die Zivilpolizisten ihre Dienstwaffe allerdings nicht offen tragen - dies sei gar nicht erlaubt. Die Beamten müssen ihre Pistole unter ihrer Kleidung verstecken, wie Polizeisprecher Thomas Ulmer gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ) erklärt. Der Polizei in Stuttgart und im Rest von Baden-Württemberg sei bewusst, dass es die Bürger verunsichern könnte.

Beruhigen lassen sich auch die Kritiker, die befürchten, die Waffe könnte leicht entrissen werden. Die Pistolen sind in den Holstern immer gesichert, heißt es. Ein Druckknopf am Lederriemen oder zur Entriegelung einer Sperre beim sogenannten „Blackhawk“, ein Kunststoffholster, muss erst gelöst werden, bevor die Waffe gezogen werden kann.

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