Klinikum am Weissenhof

Weinsberg: Erneute Flucht aus Psychiatrie – Lucha verteidigt Vorgehen

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Ein Gebäude der Klinik am Weissenhof in Weinsberg (Archivbild).
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Weinsberg - Erneut ist ein Patient aus dem Klinikum am Weissenhof (KAW) geflüchtet. Während die Polizei nach dem Mann fahndet, diskutiert die Politik über die Sicherheit der Anstalt.

Update vom 11. Oktober: Nach dem erneuten Ausbruch aus der Klinik am Weissenhof, gehen die Diskussionen über die Sicherheit der Anstalt erst richtig los. So sagt Sozialminister Manne Lucha (Grüne) nun, dass es keineswegs um einen Ausbruch aus dem Sicherheitsbereich ginge, sondern um eine „Entweichung“. Demnach sei der Patient nach Lockerungsmaßnahmen nicht in die Klinik zurückgekehrt.

NameKlinikum am Weissenhof (KAW)
StandortWeinsberg
Eröffnung1903

„Diese Lockerungen sind mit den Gerichten fest vereinbarte Stufen im Rahmen des therapeutischen Konzeptes mit dem Ziel der Wiedereingliederung in die Gesellschaft", so Lucha weiter. Bedenken am Sicherheitskonzept kommen vor allem aus der Opposition, aber auch von Strafvollzugsexperte Jonas Weber, der sagte, dass der erneute Vorfall nicht zum Sicherheitsgefühl der Menschen beitrage.

Wie das Ministerium erklärte, gab es in Weinsberg seit 2005 keinen Ausbruch mehr, bis vor wenigen Wochen vier Männer geflohen sind. Aber: Landesweit flüchten immer wieder Patienten aus Psychiatrien. So gab es im vergangenen Jahr 47 Fälle bei insgesamt 1252 Patienten in Baden-Württemberg. Das PZN Wiesloch hat daher die Kritik der SPD gekontert.

Weinsberg: Erneuter Ausbruch aus Psychiatrie – Keine Anhalter mitnehmen!

Erstmeldung vom 10. Oktober: Bereits am Samstagabend (9. Oktober) ist ein Mann aus der offenen Station des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg geflüchtet. Laut Polizeibeschreibung ist der 40-Jährige circa 1,66 Meter groß, ungefähr 76 Kilogramm schwer und hat schwarze, nach hinten gegelte Haare. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet darum, keine Personen als Anhalter mitzunehmen. Bei der Fahndung am Samstagabend kam unter anderem ein Polizeihubschrauber zum Einsatz.

Nach bisherigen Erkenntnissen besteht bei dem aktuellen Vorfall kein Zusammenhang mit der am 23. September erfolgten Flucht der vier Männer aus dem geschlossenen Vollzug des Klinikums*.

Zeugen, die Hinweise auf den beschriebenen Mann oder seinen Aufenthaltsort geben können, werden gebeten, sich über den Notruf 110 bei der Polizei zu melden. (esk/pol) *HEIDELBERG24, Merkur.de und echo24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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