182 neue Betriebe trotz Corona

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Trotz Corona-Pandemie sind in den ersten sechs Monaten des Jahres 182 Handwerkerinnen und Handwerker mit innovativen und frischen Ideen in die Selbstständigkeit gestartet.

Im ersten Halbjahr gab es im Bezirk der Handwerkskammer Ulm mehr als 180 Gründungen - trotz Pandemie.

Ulm. Die Auftragslage im regionalen Handwerk ist trotz der Auswirkungen der Pandemie weiter gut. Und auch für Nachwuchs ist offenbar gesorgt: Wie die Handwerkskammer Ulm nun mitteilt, haben sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 182 Handwerkerinnen und Handwerker selbstständig gemacht. Rund 100 von ihnen haben auch die Beratung des sogenannten Starter-Centers der Kammer im ersten Halbjahr 2021 genutzt, um in Gesprächen ihre Geschäftsidee vorzustellen und Antworten auf finanzielle Fragen zu bekommen.

„Handwerkerinnen und Handwerker, die gründen – das klingt erst einmal traditionell. Ihre Handwerksbetriebe sind aber wichtige Start-ups, die unsere tägliche Versorgung sicherstellen“, erklärt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. Innovationen würden nicht nur im Labor oder am Computer ausgetüftelt, im Handwerk fänden sie ganz nah am Kunden statt.

Laut der Konjunktur-Umfrage der Kammer unter den Handwerksbetrieben, ist die Stimmung im zweiten Quartal weiterhin optimistisch. Fast zwei Drittel der befragten Betriebe beschreiben ihre Geschäftslage als gut, knapp die Hälfte hat volle Auftragsbücher. Handwerkerinnen und Handwerker die leistungsbereit, innovativ und mit frischen Ideen an den Markt gehen, so Mehlich, sind nachgefragt. Sie seien das Rückgrat der regionalen Wirtschaft. "Mit ihren Handwerksleistungen ermöglichen sie die Versorgung von Bürgerinnen und Bürger und schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort."

Rund jeder dritte Meisterabsolvent entscheidet sich laut einer Studie innerhalb von fünf Jahren für die Selbstständigkeit. Im ersten Halbjahr 2021 haben bei den zulassungspflichtigen Gewerken von der Ostalb bis zum Bodensee vor allem Elektrotechniker (+32), Friseure (+24) und Fleischer (+9) den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Bei den zulassungsfreien Gewerken haben 59 Gebäudereiniger einen Handwerksbetrieb gegründet oder übernommen sowie 30 Fotografen. Bei den handwerksähnlichen Berufen haben sich 42 Handwerker selbstständig gemacht, die sich mit dem Einbau genormter Baufertigteilen beschäftigen sowie 29 Bodenleger. Um Meisterinnen und Meistern den Schritt in die Selbständigkeit zu erleichtern, erhalten sie in Baden-Württemberg seit dem 1. Dezember 2020 finanzielle Unterstützung vom Land. Diese kann nicht nur bei der Neugründung eines Handwerksbetriebs, sondern auch bei der Unternehmensnachfolge oder der Beteiligung beantragt werden.

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