2G plus in der Gastromomie: "Es hagelt Stornierungen"

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Dagobert Hämmerer
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Dagobert Hämmerer: Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Ostalb, sieht neue Coronaverordnung des Landes als existenzbedrohend an.

Aalen. Ab Samstag gilt in Baden-Württembergs Gastronomie im Zuge der jüngsten Corona-Maßnahmen die 2G-plus-Regel. Auch, wer vollständig geimpft oder genesen ist, muss dann beim Gaststättenbesuch einen aktuellen Corona-Test vorlegen. Dagobert Hämmerer, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga auf der Ostalb, übt scharfe Kritik an der Verordnung.

"Das ist für uns ein Lockdown durch die Hintertür", kritisiert der Böbinger Hotelier und Gastronom. Spontanbesuche von Gaststätten oder Cafés gebe es künftig nicht mehr. Wer sich für den Restaurantbesuch testen lassen wolle, stehe auf der Ostalb gerade am Wochenende vielfach vor geschlossenen Testzentren. "Auch die Apotheken haben keine Tests mehr", so Hämmerer. Er wirft der Landesregierung vor, der Gastronomie mit der 2-G-Plus-Regel "einen billigen Lockdown" verpasst zu haben: Weil die Gaststätten nicht ganz geschlossen würden, könnten die Gastronomiebetriebe auch keine staatlichen Hilfen beantragen. Eine 2G-Regel, wie sie etwa im benachbarten Bayern gilt, wäre für Hämmerer auch hierzulande möglich gewesen.

"Planlos und respektlos" findet Hämmerer, dass Diskotheken und Clubs ganz schließen müssen und für Gaststätten die 2G-Plus-Regel verordnet wurde. "Wir sind in der Gastronomie keine Pandemietreiber, sondern haben von Anfang an Polizei gespielt", man habe die Besucher kontrolliert und immer getestet. "Nun hagelt es Stornierungen, gerade in der Vorweihnachtszeit, die für unsere Branche Erntezeit ist und in der ein Großteil der Jahresumsätze gemacht wird." Stattdessen heiße es für viele wieder Kurzarbeit: "Wir sind in Existenznot."

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