Adrian Kensch: Der Fahrrad-Fitmacher

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Am 1. April startet Adrian Kensch mit seiner Bikestation in Unterrombach.
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Der Zweirad-Mechatroniker repariert und wartet in seiner Bikestation in Unterrombach E-Bikes und klassische Räder.

Aalen

Fahrrad kaputt? Da kann Adrian Kensch helfen. Am Freitag, 1. April, öffnet der Zweirad-Mechatroniker in seinem Heimatort Aalen-Unterrombach die „Bikestation“. Sein Geschäftsmodell: Vom älteren Rennrad bis zum hochmodernen E-Bike alles reparieren und warten, auf den Verkauf neuer Fahrräder wenn möglich verzichten.

Der Laden in der Neßlauer Straße, der einst ein Bäcker- und ein Metzgergeschäft beherbergte, füllt sich gerade mit Teilewänden, Reifenregalen und einem Ersatzteillager. In Zeiten des allgemeinen Nachschubmangels ist ein ordentlich gefülltes Lager wichtig. Um ein gefülltes Auftragsbuch muss sich der 26-Jährige, der sein Handwerk bei „Rad und Tat Aalen“ erlernt hat, keine Sorgen machen: Die erste Woche ist schon fast ausgebucht. Kunden rät er deshalb, telefonisch oder per Mail einen Termin zu vereinbaren.

Adrian Kensch kennt das Geschäft gut: Bei „Rundum“ in Wasseralfingen leitete er einige Jahre die Werkstatt, bei „E-Motion“ in Westhausen war er am Aufbau der Werkstatt beteiligt. Mit seiner eigenen Gründung möchte er aber andere Wege gehen: „Mir geht es nicht um Verkauf, sondern um Service“, sagt er. Er kümmert sich um Federgabel- und Dämpfer-Service, erledigt auf Wunsch auf Grundlage eines Rahmens einen kompletten Neurad-Aufbau oder macht die Updates bei E-Bikes. Wartezeiten von sechs bis sieben Wochen auf einen Termin soll es bei ihm nicht geben. „Ich versuche, mich innerhalb einer Woche zu kümmern“, sagt er. Wenn sich die Aufträge dann doch zu sehr häufen, erledige er erst das Notwendige – das Rad verkehrssicher machen – die Schönheitsreparaturen müssen dann eben etwas warten.

Geht das Geschäftsmodell mit Service und Teileverkauf auf, dann kann sich Adrian Kensch durchaus vorstellen, seine Servicestation im Herzen von Unterrombach auszubauen und Mitarbeiter einzustellen. Seit September 2021 macht er seinen Meister. Im Januar 2023 möchte er den Meisterbrief in der Tasche haben. Für die Eröffnung der Werkstatt hat ihm die Handwerkskammer einstweilen eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Sein Hobby? Leicht zu erraten! Adrian Kensch hat die neue Mountainbike-Abteilung der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach mitgegründet und leitet sie. Und sein Enduro-Bike ist sein ganzer Stolz: „Andere haben ihr Hobby zum Beruf gemacht, bei mir wurde der Beruf zum Hobby.“

In keinem Handwerk wird aktuell so viel gegründet wie im Zweiradbereich. Die Handwerkskammer Ulm verzeichnete hier 2021 einen Zuwachs der Betriebe um zwölf Prozent. „Dieses Gewerk profitiert seit Beginn der Corona-Krise von der gestiegenen Nachfrage nach Fahrrädern und E-Bikes“, so die Kammer.

„Es spielt keine Rolle, wo das Fahrrad gekauft wurde.“

Adrian Kensch, Gründer

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