Amazon kommt in die Region

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Online-Handel In Schwäbisch Gmünd wird intensiv über eine Ansiedlung diskutiert, in Heidenheim ist der Online-Riese bereits weiter. 

Heidenheim/Schwäbisch Gmünd. Im vergangenen Jahr war die Ansiedlung von Amazon in Schwäbisch Gmünd noch gescheitert. Damals fand sich im Gemeinderat keine Mehrheit für das geplante Verteilzentrum. Im Süden der Region hatte der US-Konzern offenbar mehr Glück: Wie die Heidenheimer Zeitung am Samstag zuerst berichtete, will sich der Konzern offenbar mit einem Logistikzentrum in Heidenheim ansiedeln. 

Oberbürgermeister Bernhard Ilg bestätigte, dass ein Investor ein großes Grundstück im Gewerbegebiet Rinderberg gekauft hat. Dieser Investor habe für die Nutzung dieses Grundstücks wiederum einen Vertrag mit "einem großen Versandhandel". Und dabei handelt es sich um Amazon. Die Stadt hat ein 13,4 Hektar (genau 134 033 Quadratmeter) großes Grundstück verkauft. Darauf soll, bestätigt Ilg, ein Logistikzentrum entstehen, von dem der süddeutsche Raum und das angrenzende Ausland versorgt werden sollen. Mehrere hundert neue Arbeitsplätze sollen entstehen. 

OB Ilg ist laut einer Pressemitteilung der Stadt froh, nach über drei Jahrzehnten des Planens und Verhandelns den Abschluss erreicht zu haben. Ihm gehe es um Arbeitsplätze in Heidenheim und der Logistik als einem wichtigen Cluster der Wirtschaftsregion Raum zu geben. Natürlich gehe es auch um die Finanzen der Stadt in schwierigen Zeiten. Im Haushaltsplan des Jahres 2020 sind 11,5 Millionen Euro an Grundstückserlösen eingeplant. Nur so könnten die Aufgaben dieses Jahres finanziert werden, so Ilg weiter. Der Gemeinderat hat im Mai 2018 dem Grundstücksverkauf zugestimmt. Dieser bringt der Stadt rund acht Millionen Euro. Die Baugenehmigung für das Logistikzentrum ist bereits erteilt.

Der Investor möchte offenbar schon im August mit dem Bau der bisher größten Halle im Landkreis Heidenheim beginnen, mit einer lichten Höhe von zehn Metern, einer reinen Lagerfläche von 50 000 Quadratmetern und 110 Lkw-Laderampen. Insgesamt solle das Zentrum 300 Meter lang und 150 Meter breit werden. Damit würde zwischen Heidenheim und Nattheim die größte Halle des Landkreises Heidenheim entstehen.

Die neuen Pläne für Gmünd sehen wesentlich kleinere Dimensionen vor: Im Gespräch ist ein knapp 19 000 Quadratmeter großes Grundstück im Benzfeld, der Neubau dort solle 3550 Quadratmeter umfassen.

Amazon betreibt eigenen Angaben zufolge weltweit mehr als 175 Logistikzentren mit einer Fläche von mehr als 14 Millionen Quadratmetern. In Deutschland betreibt das Unternehmen aktuell 14 solcher Logistikzentren. Das neuste Projekt des Konzerns ist ein solcher Standort im sachsen-anhaltinischen Sülzetal, wo der Betrieb im dritten Quartal 2020 starten soll.  Rund 1000 Arbeitsplätze will Amazon hier schaffen, zu Beginn beschäftigt das Unternehmen rund 220 Menschen. 

Trotz der immer wieder aufkommenden Kritik seitens der Gewerkschaften an den Arbeitsbedingungen ist der Andrang der Bewerber groß. Wie Amazon mitteilt, habe man auf die 220 ausgeschriebenen Stellen mehr als 2400 Bewerbungen erhalten. "Das Interesse für unser Logistikzentrum ist in der Region sehr groß", sagt Ivan Saric, Leiter des Standorts in Sülzetal. Das Logistikzentrum in Sülzetal hat eine Größe von 13 Fußballfeldern oder 97.000 Quadratmeter. 

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