Die IHK senkt den Beitrag

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Von links: IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler mit dem Präsidium der IHK: Dr. Christian Müller, Dr. Jörg S. Rieger, Gabriele Seitz, IHK-Präsident Markus Maier, Britta Fünfstück, Ulrich Betzold und Bernd Richter.

Die Vollversammlung beschließt, den Umlagehebesatz zu reduzieren. Zudem gibt es bei dem Gremium personelle Veränderungen.

Aalen.

Anlässlich der Einweihung des IHK-Bildungszentrums vor fünf Jahren tagte die Vollversammlung der IHK Ostwürttemberg zu diesem kleinen Jubiläum in Aalen. Dort wurden der Wirtschaftsplan und die Wirtschaftssatzung für 2023 beschlossen. Erfreulich für die Mitgliedsunternehmen: Der Umlagehebesatz wird für die Beiträge auf 0,24 Prozent gesenkt. Zudem gibt es personelle Veränderungen.

So wurde Dr. Christian Müller, Mitglied des Konzernvorstands der Carl Zeiss AG, in die Vollversammlung zugewählt und als Mitglied des Präsidiums gewählt. Er ersetzt seinen ehemaligen Zeiss-Vorstandskollegen Dr. Matthias Metz, der die Region verlassen hat und neuer Vorstandschef des Hausgerätekonzerns BSH in München ist. Axel Lang, Geschäftsführer der WKS GmbH in Aalen, rückt als Mitglied in die Vollversammlung nach.

Neben den personellen Veränderungen im Präsidium und der Vollversammlung beschäftigte das Gremium die aktuelle konjunkturelle Lage sowie die veränderten Bedingungen der Energieversorgung seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Dr. Sebastian Bolay, DIHK-Bereichsleiter Energie, Umwelt und Industrie, erläuterte den Mitgliedern der Vollversammlung die aktuelle Situation bei der Energiesicherheit. Er gab Einblicke in die Arbeit und Ergebnisse der Gaspreiskommission, in die der DIHK umfassend eingebunden war. „Sie als Region tun gut daran, dass Sie schon alles dafür tun, um ans Wasserstoffnetz angeschlossen werden.“, so Dr. Bolay.

IHK-Präsident Markus Maier blickte in die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. Die Aussichten der regionalen Unternehmen haben sich demnach deutlich eingetrübt. Sowohl die wirtschaftliche Lage wie die Geschäftserwartungen haben sich seit Mitte des Jahres 2022 merklich verschlechtert. „Vor allem der Handel schlägt Alarm: Über 70 Prozent der Handelsbetriebe gehen von einer Verschlechterung der Lage aus“, sagte Präsident Maier. Hohe Energie- und Rohstoffpreise, der Fachkräftemangel sowie eine sinkende Inlandsnachfrage stellen die größten wirtschaftlichen Risiken für die Unternehmen dar. Ein Lichtblick für Maier: „Lediglich fünf Prozent der Unternehmen haben bislang mit einer Reduzierung der Produktion reagiert."

IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler berichtete zum Fachkräfteaktionsplan, der innerhalb der neubelebten Fachkräfteallianz im November 2022 von den regionalen Akteuren beschlossen worden war. „Das Thema Fachkräftesicherung wird uns unabhängig von den aktuellen Krisen als strukturelles Problem in Zukunft noch weit stärker beschäftigen. Dabei müssen viele Register gezogen und das Problem breitgefächert angegangen werden“, sagte er. Zudem informierte Rentschler das Gremium über die Ergebnisse des Wasserstoff-Gipfels: Möglichst rasch sollen die Bedarfe der Industrieunternehmen ermittelt werden, um die Anbindung der Region an die bereits planfestgestellte Wasserstoffpipeline voranzutreiben. „Ziel ist, die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger gerade für die energieintensiven Unternehmen der Region zu ermöglichen.“ Er rief das Gremium auf auch auf politischer Ebene mitzuhelfen, um die Zukunftsinitiative Ostwürttemberg weiter voranzubringen.

Nach dem Bericht der ehrenamtlichen Rechnungsprüferin Charlotte Helzle, Geschäftsführerin hema GmbH, Aalen entlastete das Gremium Präsidium und Hauptgeschäftsführung für die Wirtschaftsführung 2021. Das aktuelle Wirtschaftsjahr 2022 werde sich voraussichtlich besser als erwartet entwickeln.

Zur Planung des Wirtschaftsjahres 2023 informierte Präsident Markus Maier, das trotz der aktuellen Situation, insbesondere an den Energiemärkten, eine Senkung des Beitrags möglich sei. Eine Senkung des Umlagehebesatzes auf 0,24 Prozentpunkte wurde nach Erläuterung der konkreten Planungen durch den Hauptgeschäftsführer von der Vollversammlung beschlossen.

Die IHK-Vollversammlung hat zudem ihre verkehrspolitischen Positionen aktualisiert. Diese bilden die Grundlage für die politische Arbeit, insbesondere auf Landesebene. Neben den allgemeinen Zielen, die Verkehrsinfrastruktur zu erhalten, auszubauen, zu optimieren und effizient zu nutzen sind auch konkrete Ziele benannt: Der mehrgleisige Ausbau der Schienenstrecke Aalen – Heidenheim und der Ausbau der Bundesstraßen 19 und 29 sowie der Bundesautobahn A7.

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