Krise trifft den Arbeitsmarkt nicht

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Agentur für Arbeit Aalen

Auch im November ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg gesunken. Geflüchtete sorgen in Bopfingen für Anstieg im Jahresvergleich.

Aalen

Energiekrise, Liefer- und Materialengpässe beeinträchtigen die Wirtschaft – aber nicht den Arbeitsmarkt. Zumindest in Ostwürttemberg hat er sich auch im November als stabil erwiesen, wie Claudia Prusik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, in ihrem Monatsbericht schreibt. Auch in den kommenden Monaten erwartet sie keinen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt: "Personal – vor allem qualifizierte Fachkräfte – wird nach wie vor händeringend gesucht", so Prusik.

Die Zahl der Arbeitslosen ist auch im November gesunken – um 155 auf nunmehr 8307 Personen insgesamt. Den stärksten Rückgang an Arbeitslosen verzeichnete die Gruppe der 15- bis 25-Jährigen mit 9,6 Prozent beziehungsweise 64 Personen. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent zurück. 2176 Personen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, das sind 299 mehr als im Vorjahr. Davon kamen 813 Personen direkt aus Beschäftigung. Gleichzeitig beendeten 2321 Personen ihre Arbeitslosigkeit – hiervon nahmen 615 Personen eine Beschäftigung auf.

"Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir zwar einen leichten Anstieg um absolut 74 Personen, jedoch ist dies auf die Fluchtmigration und die Tatsache, dass seit 1. Juni ukrainische Geflüchtete bei Hilfebedürftigkeit SGB II-Leistungen erhalten können, zurückzuführen", schreibt die Arbeitsagentur: „Mit 11 362 seit Jahresbeginn gemeldeten Stellen liegen wir um fast 30 Prozent höher als im Vorjahr, und die erforderlichen Arbeitskräfte sind an vielen Stellen nicht im notwendigen Umfang vorhanden. Darum ist es unter anderem ungemein wichtig, dass wir gemeinsam mit den Jobcentern konsequent auf zukunfts- und marktorientierte Qualifizierung unserer Kundinnen und Kunden setzen“, betont Prusik.

Die regional unterschiedliche Fluchtmigration beeinflusst die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellen. Dies ist wichtig bei der Betrachtung der Arbeitslosenzahlen nach Geschäftsstellen. So sank der Bestand an Arbeitslosen in Heidenheim gegenüber dem Vorjahresmonat insgesamt um 1,2 Prozent (absolut -34). Dem gegenüber steht die Entwicklung in Bopfingen mit einer Zunahme von 11,0 Prozent (absolut +51).

1052 neue Stellen wurden im November der Arbeitsagentur und den Jobcentern zur Besetzung gemeldet. Das sind 124 oder 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Somit standen den Vermittlungsfachkräften im Berichtsmonat insgesamt 5487 zu besetzende Stellen zur Verfügung. Die meisten Stellen kamen nach wie vor aus dem Bereich der Metallverarbeitung, dem Lagerbereich und dem Verkauf.

Im November ist die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit im Vergleich zum Vormonat etwas gestiegen. Insgesamt zeigten 23 Betriebe für 436 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Oktober 2022 waren es 22 Betriebe für 317 Beschäftigte. Nach wie vor sind die am stärksten betroffenen Bereiche das verarbeitende Gewerbe, vor allem in der Metall- und Elektroindustrie, und der Einzelhandel.

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