Arbeitslosigkeit bleibt hoch

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Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Region Ostwürttemberg in den vergangenen zwei Jahren.

"Auswirkungen der Pandemie sind deutlich sichtbar". Noch mehr Kurzarbeit.

Aalen

Die Arbeitslosenzahl in Ostwürttemberg ist im Februar leicht um 156 Personen gesunken – nach einem starken Anstieg im Januar. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 4,2 Prozent, im Vergleich zu 4,3 Prozent im Januar. Ob es indes eine echte Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt gibt, wird sich wie in den vergangenen Jahren erst Ende März zeigen.

Dennoch: "Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar ist überwiegend saisonbedingt. Die Auswirkungen der anhaltenden Pandemie sind nach wie vor auf dem Arbeitsmarkt deutlich sichtbar", sagt Elmar Zillert von der Arbeitsagentur Aalen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt in Ostwürttemberg mit 22,0 Prozent und einem Plus von 1.924 Arbeitslosen immer noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres.  

Nur auf den Ostalbkreis gerechnet, reduzierte sich die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf nun 3,8 Prozent. Aktuell sind im Ostalbkreis 6848 Personen arbeitslos gemeldet. Dies sind 1,6 Prozent oder 112 Arbeitslose weniger als im Januar.

Im Bereich Ellwangen liegt die Arbeitslosenquote nun bei 2,3 Prozent, im Bereich Aalen bei 3,7 Prozent, in und um Bopfingen bei 3,8 Prozent, im Raum Schwäbisch Gmünd bei 4,4 Prozent und im Kreis Heidenheim bei 5,1 Prozent.

"Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg recht unterschiedlich", teilt die Arbeitsagentur mit: "Während wir gegenüber dem Vormonat bei den Jugendlichen 15 bis unter 25 Jahre sowie bei den Älteren über 55 Jahre einen Anstieg in der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben, reduzierte sich die Arbeitslosigkeit im Februar bei den übrigen Personengruppen. Erfreulich ist, dass der seit 12 Monaten anhaltende Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt werden konnte. Im Februar ging die Zahl um 1,0 Prozent auf nun 3042 Langzeitarbeitslose zurück."

Neben den konjunkturellen Problemen finden wir uns aber auch inmitten eines enormen Strukturwandels.

Agentur für Arbeit Aalen

Hoffnungszeichen gibt es vom Stellenmarkt: "Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in Ostwürttemberg ist im Februar gegenüber dem Vormonat gestiegen und zwar stärker als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die regionalen Betriebe erteilten dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Aalen im Februar 806 neue Vermittlungsaufträge. Die meisten Stellen kamen aus dem Fertigungsbereich, gefolgt vom Bereich Verkehr & Logistik und dem Gesundheitsbereich. Den Vermittlerinnen und Vermittlern des AGS standen damit im Februar 2323 Arbeitsangebote zur Besetzung zur Verfügung. Dieses sind 23,9 Prozent weniger als noch vor einem Jahr", so die Agentur für Arbeit Aalen.

Mehr Kurzarbeit

Nach Verlängerung des Lockdowns ist im Februar die Situation die Kurzarbeit weiter gestiegen. Mit dem "Lockdown light" Anfang November haben die Anzeigen an Kurzarbeit wieder zugenommen, nachdem über die Sommermonate ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Ostwürttemberg für 88.202 Beschäftigte in 5960 Betrieben Kurzarbeit beantragt. 65 282 Betroffene mit 4311 Anzeigen entfielen davon auf den Ostalbkreis.

Die Agentur für Arbeit nutze weiterhin intensiv die ihr zur Verfügung stehenden arbeitsmarktpolitischen Instrumente, um Beschäftigungsverhältnisse zu sichern, heißt es in der Mitteilung. Dazu gehöre insbesondere das Kurzarbeitergeld, das eingesetzt wird, um betroffenen Firmen und deren Beschäftigten zeitlich begrenzt einen Arbeitsausfall finanziell abzufedern und somit Kündigungen abzuwenden. Der Ausblick ist pessimistisch: "Neben den konjunkturellen Problemen finden wir uns aber auch inmitten eines enormen Strukturwandels, den es zu bewältigen gilt und der nicht dazu führen wird, dass wir zum Ende der Pandemie eine schnelle Erholung des Arbeitsmarktes zu erwarten haben."

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