Arbeitslosigkeit geht zurück

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Die Arbeitslosenquoten im Überblick.

Die jährliche Oktober-Belebung wirkt sich auch in Ostwürttemberg aus – im Vergleich zum Vorjahr sind aber fast ein Drittel mehr Personen arbeitslos.

Aalen

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober in Ostwürttemberg spürbar zurückgegangen. Sie liegt aber immer noch weit über dem Niveau der vergangenen Jahre. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 4,1 Prozent gegenüber 4,5 Prozent im September. Betrachtet man den Ostalbkreis alleine, so sank die Quote von 4,1 auf 3,8 Prozent. In Ostwürttemberg sind nunmehr 10 478 Menschen arbeitslos, im Ostalbkreis 6756 Personen.

Einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober verzeichnet die Arbeitsagentur allerdings in jedem Jahr. In diesem Jahr ist er schwächer ausgefallen als in den Vorjahren. So wurden im Oktober 2020 2517 Arbeitslose mehr gezählt als im Oktober 2019 – ein Anstieg von 31,6 Prozent.

Im Bereich Ellwangen liegt die Arbeitslosigkeit bei 1,9 Prozent, in Bopfingen bei 3,4 Prozent, in Aalen bei 3,7 Prozent, in Schwäbisch Gmünd bei 4,5 Prozent und im Kreis Heidenheim bei 5,0 Prozent.

Von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt im Oktober konnten in Ostwürttemberg bis auf die Langzeitarbeitslosen alle Personengruppen profitieren. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Berichtsmonat um weitere 40 Personen auf nun 2755 Arbeitslose angestiegen. Damit sind 26,3 Prozent der Arbeitslosen in Ostwürttemberg bereits über ein Jahr arbeitslos. Im Durchschnitt des Landes Baden-Württemberg liegt der Anteil bei 25,3 Prozent.

Vermehrt in Arbeit geschafft haben es Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren: Weitere Jugendliche haben im Oktober eine Ausbildung begonnen.

Wir müssen in den kommenden Monaten wieder mit steigenden Arbeitslosenzahlen rechnen.

Elmar Zillert Agentur für Arbeit

Die Arbeitsagentur legte auch Zahlen zur Kurzarbeit vor: Seit Ausbruch der Pandemie waren in Ostwürttemberg 78 310 Beschäftigte und 4635 Betriebe von Kurzarbeit betroffen. Davon 58 039 Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter im Ostalbkreis, verteilt auf 3383 Betriebe. Im Landkreis Heidenheim waren es im gleichen Zeitraum 1252 Unternehmen mit 20 271 Kurzarbeitenden.

Die Zahl der im Berichtsmonat der Agentur für Arbeit und der Jobcenter in Ostwürttemberg gemeldeten Arbeitsstellen ist im Berichtsmonat geringfügig um 8 auf 623 angestiegen. Damit standen der Agentur und den Jobcenter im Oktober insgesamt 2214 Arbeitsstellen zur Besetzung zur Verfügung. Vergleicht man die Zahl mit dem Vorjahr, zeigt sich die nach wie vor eingeschränkte Aufnahmebereitschaft des Marktes. So meldeten im Oktober 2019 die Arbeitgeber der Region mit 4457 über doppelt so viele Arbeitsstellen zur Besetzung.

"Der erfreuliche Rückgang der Arbeitslosen im Oktober darf nicht darüber hinweg täuschen, dass wir die Krise bestehend aus corona-induzierten Einflüssen, sowie strukturell bedingten Veränderungen noch lange nicht durchschritten haben und wir in den kommenden Monaten wieder mit steigenden Arbeitslosenzahlen rechnen müssen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Struktur- und Nachfragekrise insbesondere in den Bereichen der Automobilindustrie, deren Zulieferer, und des Maschinen- und Werkzeugbaus schon vor Covid-19 bestanden hat", erklärt Elmar Zillert, Chef der Arbeitsagentur Aalen.

Er appelliert nochmals eindringlich an alle kurzarbeitenden Beschäftigten diese Zeit jetzt zu nutzen, um ihre Kenntnisse und Fertigkeiten an die Anforderungen des künftigen Arbeitsmarktes anzupassen. Wer diese Zeit jetzt nicht für die notwendigen Qualifizierungen nutzt läuft Gefahr, zukünftig beruflich abgehängt zu werden.

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