Arbeitsmarkt auf der Ostalb zeigt sich robust

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Die Arbeitslosenquote in Ostwürttemberg in den vergangenen zwei Jahren.

Das Vor-Corona-Niveau ist fast wieder erreicht. Die Arbeitsagentur Aalen sieht aber weiter mögliche Risiken durch eine mögliche Verschärfung der Pandemie.

Aalen

Die Agentur für Arbeit verzeichnet 8238 Personen, die im Dezember in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet waren. Das sind fünf Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt damit wie im November bei 3,3 Prozent und ist damit nahezu auf Vor-Corona-Niveau.

„Viele Betriebe verlagern ihre geplanten Einstellungen, bedingt durch die Feiertage und den damit häufig verbundenen Urlaub, auf den Januar“, sagt Claudia Prusik, die die Agentur für Arbeit Aalen leitet, und fügt hinzu: „Auch laufen im Dezember traditionell viele befristete Arbeitsverträge aus, weshalb es im Dezember häufiger zu steigenden Zahlen in der Arbeitslosigkeit kommt. Ein Anstieg an Arbeitslosen in einem Dezember ist also grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Alles in allem haben wir also eine solide und stabile Arbeitsmarktlage am Ende eines zweiten turbulenten Pandemiejahres“, so Prusik weiter.

„Spannend“ werde, wie sich das Jahr 2022 entwickelt. „Noch vor ,Omikron' hätte ich prognostiziert, dass das Thema Pandemie durch unsere anderen großen Themen wie Digitalisierung, demografischer Wandel, Dekarbonisierung und Lieferkettenengpässe zunehmend in den Hintergrund rückt. Zwischenzeitlich ist es nicht unrealistisch, dass Corona uns weiterhin so präsent begleiten wird und wieder mehr Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt spürbar sein werden“, resümiert Prusik: „Erfreulich ist, dass wir hierfür eine gute Ausgangsposition haben. Wir liegen mit einem Plus von 248 Arbeitslosen nur knapp über dem Niveau vor der Pandemie, also im Vergleich zum Dezember 2019.“

In der Agentur für Arbeit Aalen werden 4254 Personen betreut. 3984 Personen werden vom Jobcenter Heidenheim und dem Jobcenter im Ostalbkreis betreut.

Mehr Arbeitslose über 50

Bezogen auf den Ostalbkreis wurden 5398 Arbeitslose im Dezember gezählt. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent und damit dem gleichen Niveau wie im November. Im Raum Ellwangen liegt die Quote bei 1,9 Prozent, im Raum Aalen bei 2,7 Prozent, im Raum Bopfingen bei 3,2 Prozent, im Raum Schwäbisch Gmünd bei 3,6 Prozent und im Kreis Heidenheim bei 3,8 Prozent.

Mit einem leichten Zuwachs von 1,4 Prozent oder 50 Personen verzeichnete die Gruppe der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre den stärksten Anstieg unter den Arbeitslosen. Mit einer Gesamtzahl von 3586 Personen bilden sie die größte Gruppe unter allen Arbeaitslosen. Insgesamt sind 42,9 Prozent aller Arbeitslosen 50 Jahre und älter. Im Dezember meldeten die Betriebe in Ostwürttemberg 912 neue Arbeitsstellen. Damit standen der Agentur und den Jobcenter im insgesamt 3549 Arbeitsstellen zur Besetzung zur Verfügung. „Das sind erfreuliche 62,7 Prozent mehr Stellen als noch im Vorjahr“, betont Prusik. Den größten Bedarf nach Branchen meldeten: Zeitarbeit (310), Verarbeitendes Gewerbe (114), Handel (114), Gesundheits- und Sozialwesen (94) und die öffentliche Verwaltung (61)“, so Claudia Prusik.

  • Im Dezember ist die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Insgesamt zeigten 128 Betriebe für 1302 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im November 2021 waren es 18 Betriebe für 398 Beschäftigte. Die am stärksten betroffenen Bereiche sind nach wie vor das verarbeitende Gewerbe, vor allem in der Metall- und Elektroindustrie, der Einzelhandel und die Gastronomie. „Aufgrund der aktuellen Situation müssen wir womöglich mit einem weiteren Anstieg bei den Anzeigen zur Kurzarbeit rechnen“, so Prusik.

„Wir müssen womöglich mit einem weiteren Anstieg bei den Anzeigen zur Kurzarbeit rechnen.“

Claudia Prusik, Agentur für Arbeit Aalen

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