Arbeitsmarkt erholt sich

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Offene Stellenanzeigen gibt es derzeit im Lagerbereich.
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Zum ersten Mal seit fünf Jahren keine Sommerflaute. Materialkrise und Störung der Lieferketten könnten sich aber auswirken.

Aalen

Die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg ist auch im Juli weiter gesunken. Das ist außergewöhnlich, wie auch die Agentur für Arbeit Aalen feststellt: Normalerweise steigt die Arbeitslosigkeit im Juli, weil viele junge Menschen nach Schule oder Ausbildung nicht gleich einen Job finden. Die Arbeitslosenquote in Ostwürttemberg liegt nun bei 3,6 Prozent – vor genau einem Jahr lag sie noch bei 4,4 Prozent.

In Ostwürttemberg waren mit 9065 Arbeitslosen im Berichtsmonat Juli 16 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als noch im Vormonat. Die Zahl der Arbeitslosen lag im Juli des Vorjahres um 2056 Personen oder 18,5 Prozent deutlich höher.

Auf den Ostalbkreis gerechnet, liegt die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent. Nach Bezirken steht Ellwangen mit einer Quote von 2,1 Prozent am besten da, gefolgt von Aalen (3,1 Prozent), Bopfingen (3,4 Prozent), Schwäbisch Gmünd (3,9 Prozent) und Heidenheim (4,3 Prozent).

„Der regionale Arbeitsmarkt erholt sich weiter von der nach wie vor andauernden Pandemie“, sagt Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Aalen.

Insgesamt schauen wir mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft.“

Elmar Zillert, Agentur für Arbeit

Metallbranche, Lagerbereich und Handel suchen Fachkräfte

Der Arbeitsagentur und den Jobcentern wurden im Juli 1049 offene Stellen gemeldet. Das sind fast 50 Prozent mehr als noch im Juni und über 100 Prozent mehr als im Vorjahr. Somit standen den Vermittlungsfachkräften im Berichtsmonat insgesamt 3033 zu besetzende Stellen zur Verfügung. Davon sind über 80 Prozent Stellen für Fachkräfte. Die meisten Stellen kamen aus dem Bereich der Metallverarbeitung, dem Lagerbereich und dem Handel.

„Der Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg zeigt sich im Juli überraschend stabil“, zieht Zillert ein Fazit: „Seit fünf Jahren konnten wir in einem Juli keinen Rückgang an Arbeitslosen mehr verzeichnen. Auch in diesem Jahr meldeten sich zahlreiche Jugendliche nach dem Schulbesuch beziehungsweise nach der Ausbildung arbeitslos. Dieser Anstieg an Arbeitslosen konnte durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den anderen Personengruppen kompensiert werden. Insgesamt schauen wir mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft. Dieses setzt allerdings voraus, dass die derzeitige Knappheit bei den Materialien und die Störungen bei den Lieferketten eine Kehrtwende vollziehen“, sagt er.

Elmar Zillert selbst geht zum Ende des Monats in den Ruhestand. Auf ihn folgt Claudia Prusik als Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Aalen.

Kurzarbeit nimmt wieder zu

Während die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg weiter zurückgegangen ist, erhöhte sich gegenüber dem Vormonat die Zahl der Personen für die Kurzarbeit im Juli neu angezeigt wurde. Insgesamt gingen bei der Agentur Aalen 28 neue Anzeigen für 688 Personen ein. Zum Vergleich: Im Juli 2020 gingen 76 Kurzarbeitsanzeigen für insgesamt 5139 Personen bei der Agentur für Arbeit Aalen ein.

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