Arbeitsmarkt: Firmen auf der Ostalb halten ihr Personal

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Im Einzelhandel und anderen Branchen werden in Ostwürttemberg Fachkräfte gesucht - gleichzeitig finden immer weniger Arbeitslose einen Job, der zu ihren Qualifizierungen passt.

Im Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg saisonal leicht gestiegen.Arbeitslosenquote weiter bei 3,3 Prozent

Aalen

Insgesamt 8331 Personen waren im Dezember in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet. Der leichte Zuwachs von 24 Personen mehr als im Vormonat schlägt sich jedoch nicht in der Arbeitslosenquote nieder. Ostwürttemberg verzeichnet weiterhin eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent.

Im Raum Ellwangen liegt die Quote bei 2,0 Prozent, im Raum Aalen bei 2,8 Prozent, in und um Bopfingen bei 3,6 Prozent, im Raum Schwäbisch Gmünd bei 3,7 Prozent und im Kreis Heidenheim bei 3,8 Prozent.

„Bedingt durch die Feiertage und den damit häufig verbundenen Urlaub, verlagern viele Betriebe ihre Personalentscheidungen auf den Januar", sagt Claudia Prusik von der Agentur für Arbeit Aalen und fügt an: "Auch laufen im Dezember traditionell viele befristete Arbeitsverträge aus, weshalb es im Dezember häufiger zu steigenden Zahlen in der Arbeitslosigkeit kommt. Insgesamt blicken wir zum Jahresende auf einen Arbeitsmarkt, der sich nicht nur während einer lang andauernden Pandemie, sondern auch trotz zahlreicher weltpolitischer und wirtschaftlicher Einflüsse durchgehend als stabil erwiesen hat. Dies sichert uns weiterhin eine gute Basis für die Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung, demografischen Wandel und Dekarbonisierung, aber auch andere Themen und Aufgaben, die uns in den kommenden Jahren begleiten werden.“

Insgesamt meldeten sich 786 Personen aus Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das sind 3,3 Prozent weniger als im November, fast 5 Prozent weniger als im Dezember 2021 und sogar 17 Prozent weniger als vor der Pandemie im Dezember 2019. Für die Arbeitsagentur ein deutliches Zeichen, dass die Unternehmen zunehmend ihr Personal halten.

Allerdings müsse man auch feststellen, dass es weit weniger Arbeitslosen gelungen ist, eine Arbeit aufzunehmen. Den Schritt in eine neue Erwerbstätigkeit schafften 478 Arbeitslose, was 137 Personen weniger als im Vormonat und 133 weniger als im Dezember 2021 ausmacht. Zwischen den Anforderungen der uns gemeldeten Stellenangebote und den vorhandenen Qualifikationen vieler arbeitsloser Personen gebe es eine Kluft.

Viel mehr freie Stellen als vor der Pandemie

Sichtbar werde dies auch in der Anzahl der Stellenangebote. Unmittelbar vor der Pandemie im Dezember 2019 waren der Agentur für Arbeit Aalen 3311 Stellen gemeldet. Aktuell sind es 5143. Der Bedarf an Fachkräften sei also hoch, könne aber qualitativ oft nicht gedeckt werden.

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