Arbeitsmarkt: Zeichen auf Erholung

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Die Arbeit geht nicht aus: Im Februar 2022 waren in Ostwürttemberg so viele Menschen beschäftigt wie schon lange nicht mehr.

Die Arbeitslosenzahl in Ostwürttemberg lag im Februar unter dem Wert vom Februar 2020 – dem Monat unmittelbar vor Beginn der Pandemie.

Aalen

"Der Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg hat uns im Februar nicht enttäuscht“, sagt Claudia Prusik, Chefin der Aalener Arbeitsagentur. Die Zahl der Arbeitslosen nahm gegenüber Januar um 258 auf 8391 Personen ab. Mit dieser Entwicklung sei man weiter auf Erholungskurs und habe sogar das Vorkrisenniveau unterschritten. Unmittelbar vor Beginn der Pandemie, also im Februar 2020, waren in der Region noch 8738 Arbeitslose gemeldet.

Alleine im Ostalbkreis wurden 5540 Arbeitslose gezählt, davon 2457 Frauen und 3083 Männer: 144 Personen oder 2,5 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag im Ostalbkreis im Februar bei 3,1 Prozent (-0,1 Prozent).

Gute Ausgangslage für Herausforderungen

Auch für ganz Ostwürttemberg ging die Arbeitslosenquote zurück. Mit aktuell 3,3 Prozent liegt sie 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonat und 0,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. „Doch ich möchte keinesfalls in vorschnelle Euphorie verfallen“, so Prusik: „Grundsätzlich stehen die Zeichen auf wirtschaftlicher Erholung, jedoch wissen wir nicht, wie sich das weltpolitische Geschehen auf den regionalen Arbeitsmarkt auswirken wird. Wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass wir gute und verlässliche arbeitsmarktpolitische Instrumente zur Verfügung haben, die uns dabei unterstützen, den Arbeitsmarkt stabil zu halten – aus meiner Sicht eine gute Ausgangslage für die regionalen Herausforderungen.“

Sie weist auf die bundesweite Aktionswoche der Ausbildung vom 14. bis 18. März hin. Der befürchtete Corona-Jahrgang, der 2021 keine Ausbildung oder kein Studium fand, sei zwar ausgeblieben, gleichzeitig wachse jedoch die Zahl der jungen Menschen, die ihre Ausbildung verschieben und stattdessen weiter die Schule besuchen, ein Studium aufnehmen oder jobben. „Vor dem Hintergrund des hohen Fachkräftebedarfs kann ich alle Jugendlichen nur dazu ermuntern, die Themen Berufsorientierung und Berufswahl nicht auf die lange Bank zu schieben und alle Unternehmen, ihre Ausbildungsbereitschaft beizubehalten. Die Agentur für Arbeit Aalen steht sowohl den Jugendlichen und deren Eltern, als auch den Unternehmen der Region mit einem großen Portfolio an Dienstleistungen zur Verfügung. Dies reicht von Online-Angeboten über Fördermöglichkeiten bis hin zur persönlichen Beratung durch die Berufsberatung und den Arbeitgeber-Service“, so Claudia Prusik. 

Aufgrund des Ausbildungsendes im Februar ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen saisonalbedingt geringfügig angestiegen und zwar mit einem Anstieg von absolut 23 Personen auf ins-gesamt 614 Arbeitslose. Auch bei den Langzeitarbeitslosen verzeichnet die Agentur einen leichten Anstieg um absolut 18 Personen. „Insbesondere bei den Langzeitarbeitslosen beobachten wir seit längerem – trotz aller Bemühungen – eine weitere Verfestigung der Arbeitslosigkeit. Das heißt, ihr Anteil an allen Arbeitslosen hat im Laufe der letzten zwei Jahre kontinuierlich zugenommen. Hier gilt es, gemeinsam mit den Jobcentern und den Partnern am Arbeitsmarkt, entgegenzuwirken“, sagt Prusik.

Offene Stellen in Produktion, Fertigung und Logistik

1155 zu besetzende Arbeitsstellen meldeten die Betriebe Ostwürttembergs den Vermittlungsfachkräften der Arbeitsagentur und der Jobcenter. Damit standen insgesamt 4325 Arbeitsstellen zur Besetzung zur Verfügung.

„Die Zahl der neu angemeldeten Arbeitsstellen verdeutlicht die hohe Aufnahmebereitschaft von qualifizierten Arbeitskräften der in der Region ansässigen Betriebe und ist ein Beweis für einen stabilen Ostwürttemberger Arbeitsmarkt“, so Claudia Prusik. Spitzenreiter bei den gemeldeten Arbeitsstellen war mit insgesamt 1.590 Angeboten und damit 36,8 Prozent aller bei der Agentur für Arbeit Aalen gemeldeten Stellen, der Bereich Produktion/Fertigung. Auf dem zweiten Platz rangierte der Bereich Verkehr/Logistik/Schutz und Sicherheit mit 777 Stellen, gefolgt von Handel/kaufmännischen Dienstleistungen und Vertrieb mit 576.

Die Krise nach Corona - Kommentar von Bernhard Hampp

Kurzarbeit ist weiter rückläufig

  • Im Februar ist die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit im Vergleich zum Vormonat weiter gesunken. Insgesamt zeigten 44 Betriebe für 395 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Januar 2022 waren es 85 Betriebe für 977 Beschäftigte. Nach wie vor sind die am stärksten betroffenen Bereiche das verarbeitende Gewerbe, vor allem in der Metall- und Elektroindustrie, der Einzelhandel und die Gastronomie.

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