Aufs Wesentliche konzentriert

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Ungewohnt, aber gewohnt informativ: Der Kommunikationskongress fand online statt.

Zum Aufakt zur Webinar-Reihe erklärt Michael Vaas, wie Menschen in Zeiten der Kommunikationsflut den Überblick behalten können.

Aalen

Eine Premiere der besonderen Art feierte in diesem Jahr der Kommunikationskongress von Marketing-Club Ostwürttemberg, Hochschule Aalen und SDZ Events. Zum ersten Mal fand das Forum online als Webinar-Reihe statt. "Das Programm in diesem Jahr war einfach zu schön, um den Kongress einfach ausfallen zu lassen", erklärt Wolfgang Grandjean von SDZ Events. Und so richteten sich die Blicke der mehr als 50 Teilnehmer nicht auf eine Bühne, sondern auf die Bildschirme.

Den Auftakt bildete der Vortrag von Unternehmensberater Michael Vaas, der erläuterte, wie man in der Kommunikationsflut dieser Tage den Überblick behält und sich aufs Wesentliche konzentriert. "Die Kommunikation vollzieht sich heutzutage auf unglaublich vielen Kanälen. Das ist für uns alle eine riesige Herausforderung", so Vaas. Die Gesellschaft erlebe aktuell angesichts der Megatrends Globalisierung, Digitalisierung und des demographischen Wandel einen Paradigmenwechsel – hinzu kommen die immer zahlreicheren technischen Geräte und Plattformen, auf denen kommuniziert wird. "Die Innovationszyklen haben sich rasant verkürzt, von 20 bis 25 Jahren auf 3 bis 4", so Vaas. Daraus resultieren eine theoretische Erreichbarkeit rund um die Uhr, viele Einflüsse und die Ablenkung des Einzelnen. "Viele drehen sich im Kreis", so Vaas. "Die Herausforderung ist groß, dabei den Fokus und die Zielklarheit zu bewahren."

Wichtig sei es für den Einzelnen deshalb, auch mal "Stop!" zu sagen, nichts zu tun und die Zeit der Muße zu nutzen, um nach- und vor allem vorauszudenken, erklärt der ehemalige Vertriebsleiter einer Bank. Hier könne man auf eine Mentaltechnik zurückgreifen, um sich selbst bewusst zu werden, wo man aktuell stehe. "Wichtige Fragen sind: Was will ich erreichen? Worauf konzentriere ich mich? Was sind meine Ziele?", so Vaas.

Erreiche man die Metaebene – und verlasse sozusagen das tägliche, operative Hamsterrad – könne man sich auf das Wesentliche konzentrieren, analysieren, was gut und was nicht gut laufe und überdies neue Ziele ableiten. "Die Energie folgt immer der Aufmerksamkeit", erklärt Vaas.

Wer nachts E-Mails liest, ist selbst schuld.

Michael Vaas Unternehmensberater

Wichtig sei zudem, sich der eigenen Perspektive bewusst zu werden. "Was wir beeinflussen können, ist die persönliche Einstellung und den persönlichen Zustand", sagt Vaas. Neben dem eigenen Fokus, der Sprache und der Physis (etwa die Körperhaltung) könne man auch die eigenen Ziele verändern. "Das Wesentliche ist das, was der Menschen fürs Leben als wesentlich erachtet."

Darauf aufbauend sei es dann möglich, eine persönliche Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Die beinhaltet zum Beispiel eine Planung von Kommunikationszeiten. "Ich entscheide selbst, wann ich in welcher Form erreichbar bin", so Vaas, der überspitzt formuliert: "Wer nachts E-Mail liest, ist selbst schuld." Wichtig seien Rituale und die Kunst, zu wissen, was wichtig ist und was nicht. "Das ist das, was wir selbst in der Hand haben."

Vaas empfiehlt zudem, Dinge, die sofort erledigt werden können, eben auch sofort zu erledigen, Zeitdiebe und Energieräuber zu meiden und – wichtig in diesen Tagen– Fake-News als solche zu erkennen und nicht weiter zu beachten. rs

Michael Vaas, Unternehmensberater.

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