Bierschneider übernimmt Wagenblast

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Auto Wagenblast – hier in Aalen – heißt ab dem 15. Juli Auto Bierschneider.
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Autohaus-Gruppe aus dem Bayerischen steigt beim insolventen Volkswagen- und Audi-Händler und beschäftigt an den vier Standorten 211 von 225 Mitarbeitern weiter. 

Schwäbisch Gmünd. Die Bierschneider-Gruppe übernimmt die insolvente Auto-Wagenblast-Gruppe mit allen vier Standorten in Schwäbisch Gmünd, Aalen und Heidenheim. Das teilt der Insolvenzverwalter Prof. Dr. Martin Hörmann mit. Von 225 Wagenblast-Mitarbeitern werden 211 übernommen.

Die Bierschneider-Gruppe hat ihren Stammsitz im bayerischen Mühlhausen (Oberpfalz) und betreibt mehrere Autohäuser in Bayern – unter anderem in Schopfloch bei Dinkelsbühl. Vergangenes Jahr hatte Bierschneider bereits das Autocenter Hüttlingen (Seat) von Wolfgang Gückelhorn übernommen. Die Auto-Wagenblast-Gruppe,Vertragshändler und Servicepartner für die Marken Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge und Audi, mit Standorten in Aalen, Heidenheim, Schwäbisch-Gmünd und Bettringen hatte Mitte April Insolvenz angemeldet. Im vorläufigen Insolvenzverfahren war der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang und ohne Einschränkungen für die Kunden weitergelaufen.

"Ich bin froh, dass wir mit der Bierschneider-Gruppe in Rekordzeit einen starken Übernehmer gefunden haben. Damit haben die Kunden von Auto Wagenblast sowie die Autohersteller auch in der Zukunft einen erstklassigen und verlässlichen Partner", sagt Insolvenzverwalter Hörmann.

Ich blicke optimistisch und mit voller Hoffnung in die Zukunft.

Marcus Nadolski Vorsitzender Gesamtbetriebsrat

Fortführung als Auto Bierschneider Aalen GmbH

Die Bierschneider-Gruppe hatte Ende Juni ein bindendes Angebot zum Erwerb wesentlicher Vermögenswerte abgegeben. Der Insolvenzverwalter hat dieses Angebot kurz nach Eröffnung des ordentlichen Insolvenzverfahrens zum 1. Juli angenommen. Das Konzept sieht die Fortführung der Standorte Aalen, Heidenheim, Schwäbisch Gmünd und Gmünd-Bettringen vor. Mit Ausnahme von 14 Arbeitnehmern würden nahezu alle am 1. Juli 2020 beschäftigen circa 225 Arbeitnehmer übernommen, heißt es vom Insolvenzverwalter.

Die Auto Bierschneider Aalen GmbH wird ab 15. Juli den Geschäftsbetrieb an allen Standorten der früheren Auto Wagenblast + Co. KG wieder aufnehmen. Die Autohaus-Gruppe Bierschneider betreibt damit in Baden-Württemberg und Bayern künftig 23 Autohäuser der Marken VW, VW Nutzfahrzeuge, Audi, Seat, Skoda, Jaguar und Landrover.

Zusammen mit den neu hinzugekommenen Betrieben beschäftige die mittelständische familiengeführte Firmengruppe nunmehr circa 1100 Mitarbeiter. "Es freut uns, eine so renommierte Autohausgruppe mit seinen erfahrenen Fachkräften übernehmen zu können", sagt Michael Fleischmann, Geschäftsführer der Auto Bierschneider Aalen GmbH, und fügt hinzu: "Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit." "Nach drei Monaten mit viel auf und ab, freue ich mich für meine Kollegen und Kolleginnen, dass wir in dieser schweren Zeit eine Perspektive für den Großteil der Mitarbeiter durch den Verkauf schaffen konnten", so Marcus Nadolski, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Auto Wagenblast-Gruppe.

"Ich blicke optimistisch und mit voller Hoffnung in die Zukunft. Für jeden Mitarbeiter, der unser Unternehmen verlassen musste, tut es mir persönlich sehr leid und wünsche ihnen alles erdenklich Gute für die Zukunft."

Tobias Bucher, IG Metall Heidenheim, sagt: "Ich persönlich freue mich darüber, dass alle Standorte erhalten werden. Für die derzeitige wirtschaftlich extrem schwierige Situation und die Tatsache, dass der Betrieb aus der Insolvenz übernommen wird, bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Für die meisten Beschäftigten, die aufgrund des Erwerberkonzepts der Firma Bierschneider nicht übernommen werden, konnten wir eine Transfergesellschaft mit einer Laufzeit von acht Monaten vereinbaren. Dies ist eine gute Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren und ein Puffer zur direkten Arbeitslosigkeit."

Cynthia Schneider, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd., erklärt: "Trotz einer extrem schwierigen Ausgangslage im Kfz-Handwerk konnte ein Erfolg generiert werden. Ein so geringer Personalabbau ist der Beleg dafür, dass in einer solch schwierigen wirtschaftlichen Zeit ein Investor gefunden werden konnte, der alle verbliebenen Standorte und fast jeden Beschäftigten eine weitere Chance bietet. Gemeinsam mit der IG Metall und den Betriebsräten steuert das Traditionsunternehmen eine neue Zukunft an."

Die Firma Wagenblast war 1922 in Schwäbisch Gmünd von Josef Wagenblast gegründet worden und war zuletzt der größte Volkswagen- und Audi-Händler der Ostalb.

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