„Bildung ist wichtig für den Wohlstand“

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Staatssekretärin Sandra Boser und Markus Kilian, Geschäftsführer Südwestmetall Ostwürttemberg.

Staatssekretärin Sandra Boser war beim 12. Forum Bildungspartnerschaften in Aalen zu Gast.  

Aalen.

Bereits zum zwölften Mal wurde das Forum Bildungspartnerschaften von der IHK Ostwürttemberg, Südwestmetall, der Handwerkskammer Ulm und dem Schulamt Göppingen veranstaltet. Siebzig Besucher, darunter viele Lehrkräfte und Vertreter aus den Unternehmen, aus Politik, der Verwaltung, Kammern und Verbänden, nahmen an den Vorträgen und Workshops teil. Mit den Worten „Beim Forum findet ein Wissenstransfer zwischen Unternehmen und Schulen im Sinne der Schülerinnen und Schüler statt“, eröffnete Frank Neubert, stellvertretender Leiter des Bereichs Bildung bei der IHK, das Forum. Für Markus Kilian, Geschäftsführer von Südwestmetall in Aalen, sind Bildungspartnerschaften mit Blick auf den Fachkräftebedarf wichtiger denn je. Dem stimmte Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, zu: „Auch kleine Handwerksbetriebe würden von Kooperationen mit Schulen sehr profitieren.“ Die Anwesenden wurden von Seiten der Schule von Jörg Hofrichter als Leiter des Schulamts Göppingen und Renzo Costantino, Leiter des ZSL Schwäbisch Gmünd, begrüßt. Um die Berufsorientierung an Schulen zu stärken, ist beiden eine enge Zusammenarbeit der Schulen mit Unternehmen, aber auch mit den Eltern und Ehemaligen, sehr wichtig.

Einen Einblick in die Zielsetzung der Bildungspolitik des Kultusministeriums gab Sandra Boser, Staatssekretärin im Kultusministerium Baden-Württemberg. „Bildung ist wichtig für den Wohlstand, deshalb brauchen junge Menschen faire Chancen für eine erfolgreiche Bildungsbiographie“, so Boser. Der Ausbau der Digitalisierung dürfe auch nach der Öffnung der Schulen nicht enden. Ein Umgang mit digitalen Medien müsse für die Schülerinnen und Schüler selbstverständlich werden. Eine große Herausforderung bestünde in den steigenden Schülerzahlen. „Allein in den letzten Monaten kamen aufgrund des Ukraine-Krieges 20.000 neue Schüler und Schülerinnen dazu. Gleichzeitig konnten 500 offene Lehrerstellen auch nach Schuljahrbeginn nicht besetzt werden“, berichtete die Staatssekretärin. Zum Themenbereich der Berufsorientierung hat Boser eine klare Meinung: „Schulen und Unternehmen müssen den sehr guten Weg der Bildungspartnerschaften gemeinsam gehen. Junge Menschen sollten erste Berufserfahrung in den Betrieben sammeln und Auszubildende als Botschafter an die Schulen kommen.“

Nachdem die soziale Kompetenz der Schüler in Zeiten der Pandemie gelitten hat, wurden beim Forum Beispiele vorgestellt, wie die soziale Kompetenz in der Schule und im Betrieb gefördert werden kann. Thomas Eich konnte als Schulleiter des Parler Gymnasiums über viele Maßnahmen und Projekte an seiner Schule berichten, die Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein stärken. Dazu gehören Mentorenprogramme, Patensysteme, Streitschlichter und ein Sozialpraktikum. Auch bei Kessler + Co. werden für die Auszubildenden verschiedene Programme zur Persönlichkeitsentwicklung angeboten. Fabian Sekler, Personalreferent bei Kessler, verwies dabei auf Aktionstage mit der Polizei, ein Bergwochenende mit einer Seilschaft über einen Gletscher, Kennenlerntage und viele weitere Gruppenaktivitäten. In dem anschließenden Workshop wurde das Thema „Soziale Kompetenz“ vertieft. Ein Austausch fand im Rahmen von Workshops auch zu „Bildungspartnerschaft Vision 2025“ und zur „Förderung der Attraktivität der dualen Ausbildung“ statt. Die Begegnungen und Gespräche beim Forum wurden von den Teilnehmern sehr geschätzt und als gewinnbringend erachtet. Ein 13. Forum im Jahr 2023 sei deshalb in Planung, so Markus Kilian.

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