Bosch AS und Schaeffler gehen Entwicklungskooperation ein

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Dr. Keiwan Kashi (rechts) von Schaeffler und Bosch-AS-Produktbereich-Leiter Dr. Stefan Waschul.

Der Lenkungshersteller und der fränkische Konzern bauen ihr Engagement im Bereich der Hinterachslenkung aus – damit Autofahrer bald besser einparken können.

Schwäbisch Gmünd

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler baut sein Angebot im Bereich Hinterachslenkung aus und geht dazu mit der Bosch Automotive Steering eine Entwicklungskooperation ein. Das Ziel der Zusammenarbeit sei es, den Kunden ein Gesamtpaket für Hinterachs-Lenksysteme anzubieten und damit den Markt zu erschließen, so Schaeffler. Beide Firmen bringen ihr Know-how ein: Schaeffler liefert die mechatronische Hinterachslenkung. Von der Gmünder Bosch AS kommt die Software sowie die Elektronik in Form einer "Steering Control Unit", auf Deutsch: eine Einheit zur Lenkungssteuerung.

Matthias Zink, Vorstand Automotive OEM bei Schaeffler, erklärt: "Für Schaeffler ist die intelligente Hinterachslenkung ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, bevorzugter Technologiepartner im Bereich Fahrwerksysteme zu werden." Man verknüpfe die Stärken beider Unternehmen zu einem Gesamtsystem. "Bosch bringt seine umfangreiche Kompetenz aus den Bereichen mechatronischer Systeme und Softwarearchitekturen in die Kooperation", sagt Christian Sobottka, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch AS.

Seine Firma steuert dem System die "Steering Control Unit", die Steuergerät sowie Elektromotor und Software in einem Bauteil vereint. Diese sei eine wichtige Grundlage im neuen Hinterachs-Lenksystem von Schaeffler für zahlreiche Fahrerassistenzfunktionen, so Bosch. Der Einsatz der mechatronischen Steuerung habe sich im Bereich der Vorderachslenkung bewährt. Dank des Sicherheitskonzeptes ist auch vor Cyber-Angriffen geschützt.

Bosch bringt seine umfangreiche Kompetenz ein.

Christian Sobottka Bereichsvorstand Bosch

"Die dritte Generation der Steering Control Unit ist bereits seit 2019 erfolgreich für Vorderachslenkungen auf dem Markt", sagt Dr. Stefan Waschul, Leiter Produktbereich Pkw-Lenksysteme bei Bosch AS. "Diese Expertise bringen wir für die Hinterachslenkung in die Kooperation mit ein." Als Marktführer für Lenkungssysteme steuere AS zudem Erfahrung und Know-how in den Bereichen Software und E/E-Architektur bei.

Auf Basis des vom Drehmomentsensor erfassten Lenksignals errechnet das elektronische Steuergerät die optimale Lenkunterstützung und regelt mit dieser Information den Elektromotor, der die benötigte Kraft bereitstellt. In der Steuerungseinheit erfolgt die Berechnung der Servounterstützung nicht nur abhängig vom Lenkmoment am Lenkrad, sondern es werden auch viele zusätzliche Fahrzeugparameter berücksichtigt.

Bereits im Jahr 2015 hat der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler den mechatronischen Wankstabilisator auf den Markt gebracht. "Die Erfahrungen, die wir dabei gesammelt haben, sind direkt in die Entwicklung der mechatronischen Hinterachslenkung eingeflossen", sagt Dr. Keiwan Kashi, Leiter Geschäftsbereich Mechatronische Systeme bei Schaeffler. Die mechatronische Hinterachslenkung erhöhe Fahrkomfort sowie Sicherheit und könne insbesondere im Zuge der Urbanisierung ihre Vorteile ausspielen, so Schaeffler. So verringere das Lenken in die entgegengesetzte Richtung zur Frontlenkung den Wendekreis und erhöhe die Manövrierfähigkeit – was beispielsweise die Parkplatzsuche in der Stadt erheblich vereinfachen soll. Zudem könnten unterstützende Lenkbewegungen der Hinterachse das Handling während der Fahrt erleichtern, erhöhen die Fahrzeugstabilität sowie Fahrkomfort und verbessern die Fahrzeugsicherheit. Und das System ist ziemlich leicht: Es wiegt gerade einmal acht Kilogramm.

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