Bühler: „Einige Impulse sind in der Pipeline“

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Dr. Gunter Bühler
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Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler über den Standort.

Dr. Gunter Bühler ist seit 2006 Bürgermeister der Stadt Bopfingen. Im November wurde das Stadtoberhaupt für eine weitere, achtjährige Amtszeit gewählt, die im Februar dieses Jahres begonnen hat. Im Interview mit der Wirtschaft Regional spricht er über aktuelle Projekte, die Situation der Wirtschaft und die besondere Anziehungskraft der Stadt unter dem Ipf.

Wie sind Bopfinger Unternehmen durch die Corona-Krise gekommen?


Ich denke bisher insgesamt ganz gut. Zumindest die gewerblichen Unternehmen und die Industrie haben sich trotz Corona durchaus passabel entwickelt. Beim Handel und in der Gastronomie gibt es natürlich auch einige Kratzer. 

Inwiefern hat das auch die Stadt zu spüren bekommen – etwa bei Gewerbesteuereinnahmen?

Gott sei Dank haben wir wegen Corona bisher keine Unternehmen verloren! Einige Branchen haben von konjunkturellen Effekten sogar profitiert. Etwaige negative Corona-Effekte konnten so teilweise kompensiert werden. Insofern können wir sogar erfreulicherweise ein spürbares Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen verzeichnen. 


Welche Investitionen, Neuansiedlungen, Erweiterungen und Bauvorhaben gibt es vom Standort Bopfingen zu vermelden?


Die Stadt ist gegenwärtig dabei, die Baulandumlegung im Industriegebiet Flochberg abzuschließen und damit auch die Verfügbarkeit von Flächen abzusichern. Noch in diesem Jahr könnte dort die Erschließung beginnen. Konkret ist die Erweiterungsabsicht der Firma Ladenburger in Kerkingen. Darüber hinaus sind einige neue Impulse und betriebliche Investitionen in der Pipeline, über die ich aber gegenwärtig noch nicht sprechen kann. Hoffen wir, dass es etwas wird! 

Welche Flächen stehen für Ansiedlung und Erweiterung der Firmen zur Verfügung? Was ist bei den Industriegebieten geplant?


Konkret werden nach Abschluss der Baulandumlegung im Industriegebiet Flochberg 11 Hektar Fläche zur Verfügung stehen. Die müssen erst einmal gefüllt sein. Darüber hinaus haben wir in Kerkingen unsere planerische Reserve von 40 bis 60 Hektar, die aber bisher nur im Status der Flächennutzungsplanung ist. 

Mit Magna schließt Ende des Jahres ein wichtiger Bopfinger Arbeitgeber sein Werk. Wie sind hier die Perspektiven?


Zunächst wird Magna den Standort Ende 2022 wohl planmäßig schließen. Damit verliert Bopfingen vom Höhepunkt der dortigen Beschäftigung aus betrachtet insgesamt 450 Arbeitsplätze. Aktuell sind wir bemüht, eine Nachnutzung zu finden. 

Was sind die Vorzüge des Wirtschaftsstandorts Bopfingen?


Ich denke, zunächst die Verfügbarkeit von Fläche. Das ist aktuell überall ein Engpass und wird es auch in Zukunft bleiben. Außerdem haben wir eine sehr gute Verkehrsanbindung und ein hohes Facharbeiterpotenzial. Nicht zuletzt ist auch die enge Verzahnung der wirtschaftlichen Entwicklung mit der Stadt ein großes Pfund. 


Welche städtebaulichen Projekte sind geplant oder in der Umsetzung?


Aktuell läuft ja die Umsiedlung der Samariterstiftung auf das sogenannte Sperberareal, um Platz für die Entwicklung der VAF zu schaffen. Dort wird es sicher in der Folge größere Veränderungen geben. Auch wollen wir nach der Einigung mit dem Land Baden-Württemberg das Areal der ehemaligen Lederfabrik erwerben und entwickeln. Hinzu kommen natürlich auch einige Baugebiete, die das Gesicht der Stadt ebenfalls verändern werden. 

Vom lange geplanten Ausbau der Bundesstraße 29 ist nicht mehr viel zu hören. Wie ist hier der Stand der Dinge?


Aktuell läuft das Linienfindungsverfahren. Bisher wurden der Stadt gegenüber keinerlei Ergebnisse kommuniziert, was ich sehr bedauere und was auch ungewöhnlich ist. Aber in Kürze gibt es einen Informationstermin, dann sehen wir weiter. 

Wie sind Handel und Gastronomie in der Innenstadt aufgestellt?


Wenn man unsere Größe als Maßstab nimmt, dann ist Bopfingen im Vergleich ein Top-Standort was Handel und Gastronomie anbelangt. Das haben mehrere Gutachten immer wieder gezeigt. Bei der Grundversorgung haben wir mit unserem neuen Ipftreff und dem Zugpferd REWE sogar Premiumqualität. Und auch bei den Fachgeschäften hat Bopfingen durchaus einige Hidden Champions, die weit über Bopfingen hinaus bekannt sind. Ein Magnet ist natürlich unser XXXL Lutz-Möbelhaus. Schön ist auch, dass wir gerade in der Innenstadt gleich mehrere tolle Gastronomen haben, die viel zur Lebensqualität in Bopfingen beitragen. 


Wie ist die Infrastruktur für Bildung und Sport aufgestellt und welche Projekte laufen hier?


Bopfingen hat drei Grundschulen und ist mit Werkrealschule, Realschule und Gymnasium Standort aller weiterführenden Schulen. Hier kann man wirklich jeden Abschluss machen. Unser Bildungszentrum ist durchsaniert und auf dem neuesten Stand. Im Bereich der Digitalisierung sind unsere Schulen hervorragend ausgestattet und aufgestellt. Da spielen wir ganz vorne mit. Nicht zu vergessen unser modernes Betreuungsangebot in den Kitas. Beim Sport fehlt uns nach wie vor die große Mehrfachhalle, die wir aber mittelfristig auf dem Lederfabrikgelände angehen wollen. Außerdem müssen wir in absehbarer Zeit die Sportanlagen im Jahnstadion sanieren. Hinzu kommen zwei tolle Tennisanlagen und unsere Natur, die unsere schönste Infrastruktur für den Sport bietet. 

Bopfingen hat sich vor der Coronakrise als Ort hochkarätiger Veranstaltungen etabliert. Wird dies fortgesetzt und wenn ja, wie?


Nicht nur vor der Coronakrise. Wir haben auch während der Corona-Zeit Kultur satt geboten. Bopfingen hat immer das Credo vertreten, zu machen, was machbar ist. So haben wir trotz Virus zwei super Eventsommer in unserem Stadtgarten erlebt. Natürlich wollen wir den erfolgreichen Weg bei Kultur und Veranstaltungen insgesamt fortsetzen. Auch in diesem Jahr haben wir hervorragende Künstler und Veranstaltungen gebucht. Nico Santos, SWR Pop und Poesie, die Bigband der Bundeswehr und vieles mehr – wer hat das schon zu bieten? Kultur ist für uns nicht nur Lebensqualität, sondern auch ein absoluter Image- und Standortfaktor. 

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