Caravaning-Boom hält an

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Das Team von SCA um den Bereichsleiter Frank Rixen (Mitte, sitzend).
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Die Wohnmobil-Branche floriert, auch die Königsbronner SCA profitiert mit ihren Dächern für Vans und Transportern. Dabei war das Jahr 2020 nicht gerade einfach.

Königsbronn

Während viele Reiseunternehmen und -büros ums Überleben kämpfen, sind Wohnmobile und Co. beliebt wie nie. 2020 wurden in Deutschland erstmals über 100 000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Die deutsche Caravaningbranche setzte im vergangenen Jahr 12,5 Milliarden Euro um. Der Umsatz stieg um mehr als sechs Prozent auf einen neuen Rekord. 2020 ist bereits das siebte Jahr in Folge, das die Branche mit einem neuen Bestwert abschloss. Und für 2021 sind die Aussichten ebenfalls gut. Das wirkt sich auch auf die Nischenbranchen aus: Die Königsbronner SCA, die zur C.F.-Maier-Gruppe aus Königsbronn gehört, stellt Hoch- und Schlafdächer für Vans her, auch hier steigt die Nachfrage seit Jahren konstant.

"Das vergangene Geschäftsjahr war an sich eigentlich eine schiere Katastrophe", erklärt Geschäftsbereichsleiter Frank Rixen. Damit meint er jedoch nicht die wirtschaftliche Entwicklung, eher ein paar unerwartete Hindernisse: "Wir haben den Umsatz signifikant gesteigert. Es war ein gutes Jahr." Jedoch hätten ein Brand in einem der Werke, der steigende Bedarf an Produkten von SCA und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Fertigung und den Markt das Unternehmen 2020 sehr gefordert. In Königsbronn stellte das Unternehmen nun eine Reihe von neuen Produktlinien vor. So hat das Unternehmen etwa die Polsterung der Schlafdächer und die Isolierung der Hochdächer verbessert, die Anbauten können nun um ein Solarmodul erweitert werden, das bis zu 120 Watt Leistung erzeugt.

Wegen der steigenden Nachfrage nach den SCA-Dächern erweitert die C.-F.-Maier-Gruppe zudem die Kapazitäten der Tochterfirma. "Der Bedarf wächst, deshalb bauen wir den Produktionsverbund weiter aus", erklärt Rixen. Künftig soll auch das Werk in der Türkei für die Herstellung der Dächer "qualifiziert" werden, wie Rixen erklärt. Parallel will SCA das Service-Netz ausbauen. "Wir haben unser Werkstattnetz ausgeweitet", erläutert er. Dabei handelt es sich um unabhängige Werkstätten, die von SCA als Servicepartner nominiert werden.

Wir haben den Umsatz signifikant gesteigert.

Frank Rixen Geschäftsbereichsleiter SCA

Ebenfalls verbessern wollen die Königsbronner die Ersatzteilversorgung. Bislang übernahm die jenes Werk, in dem das Dach auch produziert wurde. Das führte mitunter zu Wartezeiten. "Derzeit befindet sich in Königsbronn ein zentrales Ersatzteillager im Aufbau", sagt Rixen. Bereits im März soll es den Betrieb aufnehmen.

Neu ist die im Oktober gegründete SCA Service GmbH & Co. KG. Um der steigenden Nachfrage Herr zu werden, können SCA-Kunden Dächer inklusive Aufbau und TÜV-Abnahme, Reparaturen, Ersatzteile und Zubehör direkt vom Hersteller beziehen. "Mit SCA Service wenden wir uns an Kunden, die auf ihrem eigenen Fahrzeug ein Schlafdach aufgebaut haben wollen, beispielsweise auf einem Gebrauchtwagen", hatte Maximilian Maier, zusammen mit Gerhard Lettl Geschäftsführer der neuen Firma, im Oktober bei der Bekanntgabe der Gründung erklärt. "Parallel dazu bieten unsere Ausbauer weiterhin ihre eigenen Konzepte." Man entlaste sie so von Anfragen nach einem reinen Dachaufbau, den viele der Ausbauer nur ungern oder gar nicht anböten. Händler und Ausbauer seien zuletzt an ihre Grenzen gekommen und leiten die Kunden weiter. "Auf diese Anfragen wollen wir optimal vorbereitet sein und haben uns deshalb zur Gründung der Firma entschlossen", so Maier. "Die Marke SCA als Anbieter für Hoch- und Schlafdächer wird damit maßgeblich gestärkt."

Die Muttergesellschaft C. F. Maier produziert Komponenten und Systeme aus Kunststoff und Leichtmetall, etwa Elemente für Nutz- und Sonderfahrzeuge, Komponenten und Baugruppen für Omnibusse, Wohnmobil-Außenhautteile, Gehäuse für Chemie- und Medizintechnik, Komponenten für den Gerätebau, Abdecksysteme, Recyclingbehälter oder eben unter dem Markennamen SCA Dächer für Reisemobile. Schlechter als bei der boomenden SCA ist aktuell die Lage bei der Guss-Sparte. Die musste sich vor einigen Wochen in ein Schutzschirmverfahren begeben und will sich dort sanieren. Auch der Standort Königsbronn ist davon betroffen.

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