Carbonauten starten mit Produktion

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Dem Granulat werden Biokohlenstoffe beigesetzt.

In Eberswalde sollen ab Sommer jährlich 4000 Tonnen CO2-senkende Granulate hergestellt werden.

Giengen. Die Finanzierung ist gesichert – das Start-up Carbonauten kann nun starten. Insgesamt sollen rund zwei Millionen Euro in den Pilotstandort in Eberswalde fließen. Dort will das Unternehmen Kunststoffgranulate mit bis zu 70 Prozent Biokohlenstoffanteil produzieren. Pro Jahr sollen rund 4000 Tonnen des Werkstoffs entstehen, dem Biokohlenstoff beigemischt wird. Der wiederum wird in Eberswalde durch ein spezielles Karbonisierungsverfahren gewonnen. Diese Biokohlenstoffe ersetzen erdölbasierte Kunststoffe und speichern entstandenes CO2.

Wie die Carbonauten mitteilen, übersteige die Nachfrage bereits die Kapazitäten, man plane deshalb dutzende weiterer Anlagen auf der ganzen Welt. Jede Tonne des Biokohlenstoffs speichere dauerhaft bis zu 3,3 Tonnen CO2, was diesen nicht nur klimaneutral, sondern CO2-negativ mache, so die Argumentation der Carbonauten. Der Stoff kann nicht nur als Ersatz für Kunststoffe, sondern auch als Düngemittel oder in der Baubranche oder gar der Autoindustrie eingesetzt werden.

„Neben den geringeren Kosten gegenüber Verbundstoffen auf fossiler Basis spielen da natürlich auch die vorteilhaften Materialeigenschaften eine Rolle“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Torsten Becker. Auch die Automobilbranche profitiere beispielsweise von der Robustheit der Verbundstoffe mit Biokohlenstoffanteil bei gleichzeitig geringem Gewicht. „Und Mulchfolien für die Landwirtschaft auf dieser Basis muss man nicht verbrennen oder entsorgen, sondern kann die nach Gebrauch als Dünger in die Erde geben – das spart wieder Kosten, verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und ersetzt Kunstdünger und Agrarchemie.“

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