Corona: AOK-Bezirksrat mahnt weiter zur Vorsicht

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Als Neumitglied auf der Arbeitgeberseite im Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg wurde Hans Krauss von Mapal(2. v. r.), seitens der Vorsitzenden Karl Groß und Roland Hamm (l.) sowie von Hans-Joachim Seuferlein (r.) , Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, begrüßt.

Die Versicherten- und Arbeitgebervertreter plädieren weiterhin für AHA-Regeln in geschlossenen Räumen.

Schwäbisch Gmünd

Der Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg hat sich bei seiner Sitzung in Schwäbisch Gmünd laut einer Pressemitteilung „irritiert“ gezeigt, dass die Landesregierung aufgrund rechtlicher Bedenken alle Maßnahmen zum Schutz gegen eine Corona-Infektion auslaufen ließ. „Dies ist das falsche Signal“, wird Karl Groß zitiert: „Vor allem die kranken und gebrechlichen Menschen müssen weiterhin geschützt werden. Es kann nicht sein, dass etwa das Einkaufen im Discounter für solche gefährdeten Menschen eine unnötige Ansteckungsgefahr beinhaltet, weil das Maskentragen nun eine freiwillige Angelegenheit ist.“

„Da eine allgemeine Impfpflicht keine Mehrheit im Bundestag gefunden hat, wären Schutzmaßnahmen in geschlossenen Räumen weiterhin wichtig“, ergänzte Roland Hamm, alternierender Vorsitzender des Bezirksrats der AOK Ostwürttemberg: „Wir appellieren an die Unternehmen und auch an die Bürger, eine Maskenpflicht in Räumen festzulegen beziehungsweise eine Maske zu tragen, wo ein Kontakt mit vulnerablen Menschen besteht oder wo es dazu kommen kann. Das wäre etwa in Supermärkten der Fall.“

Ein weiterer Punkt war das fehlende Konzept für die nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen. Hans-Joachim Seuferlein, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, informierte die Bezirksräte, dass 2023 eine bundesweite Finanzierungslücke von 17 Milliarden Euro drohe. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach habe in Interviews mitgeteilt, dass steigende Beiträge unausweichlich sein werden. „Erst im Oktober soll über die Höhe des Bundeszuschusses aus Steuermitteln entschieden werden“, sagt Seuferlein. „So ist eine nachhaltige Finanzplanung für die AOK nicht möglich.“ Dazu Karl Groß: „Es ist ersichtlich, dass weitere Strukturreformen zur Erschließung von Effizienzpotenzialen dringend nötig sind.“ Roland Hamm von der Versichertenseite möchte keine Verringerung des Leistungsangebotes der gesetzlichen Krankenkassen.

Zwei neue Bezirksratsmitglieder auf der Arbeitgeberseite wurden begrüßt. Hans Krauss, Vice President Human Resources bei Mapal in Aalen, und Norman Willich, CEO der Voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd, gehören nun dem Gremium an.

Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg

Das paritätisch aus jeweils 13 Arbeitgeber- und Versichertenvertretern zusammengesetzte Organ der Selbstverwaltung unterstützt die Geschäftsführung der AOK Ostwürttemberg in gesundheitspolitischen Fragen. Die ehrenamtlichen Vorsitzenden des AOK-Bezirksrates sind im jährlichen Wechsel Roland Hamm, ehemaliger Erster Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd (Versichertenvertreter), sowie Karl Groß, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der VR Bank Ellwangen (Arbeitgebervertreter).

Vor allem die kranken und gebrechlichen Menschen müssen weiterhin geschützt werden.

Bezirksratsvorsitzender

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