Deutliches Umsatzplus bei Zeiss Meditec

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Bei Zeiss Meditec arbeiten rund 3400 Menschen.
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Der Medizintechniker ist zurück auf Wachstumskurs. Die Pandemie sorgt über Umwege sogar für einen höheren Gewinn bei der Firma.

Jena/Oberkochen.

Nachdem die Corona-Pandemie auch bei Carl Zeiss Meditec teils deutliche Spuren hinterlassen hatte, ist das Unternehmen nun wieder deutlich auf Wachstumskurs. Wie die börsennotierte Firma mitteilt, sind die Umsätze in den ersten drei Quartalen deutlich um 23,8 Prozent auf nun 1,2 Milliarden Euro gewachsen.

"Das Vorjahr war ein Krisenjahr. Jetzt behandeln die Klinken weltweit wieder mehr Patienten mit Augenerkrankungen", erklärt Vorstandschef Ludwin Monz das starke Geschäft. Das Unternehmen mit Sitz in Jena entwickelt Ausrüstungen zur Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen sowie OP-Mikroskope. „Unser Geschäft erholt sich immer deutlicher von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Neben dem erneut starken Wachstum der wiederkehrenden Umsätze konnten wir auch im Gerätegeschäft weitere Fortschritte erzielen“, erläutert Monz weiter.

Der Gewinn explodiert förmlich von 111,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 282,8 Millionen Euro. Die sogenannte Ebit-Marge, also das Verhältnis von operativem Gewinn zu den Erlösen liegt bei 23,6 Prozent. Je Euro Umsatz verdient das Unternehmen also fast 24 Cent. Im Vorjahr lag dieser Wert um diese Zeit noch bei knapp 12. Das liegt unter anderem an den Auswirkungen der Covid-Pandemie.

Die positive Seite der Pandemie. Denn Meditec bilanziert heuer niedrigere Vertriebs- und Marketingkosten als noch vor Corona. Messen und Dienstreisen, die angesichts der weltweiten Märkte, in denen sich die Firma tummelt, durchaus kostenintensiv ausfallen dürften, finden derzeit nicht statt. Für das gesamte Geschäftsjahr, das am 30. September endet, prognostiziert Meditec, dass die Firma bei der besagten Ebit-Marge „das bisherige Ziel von ungefähr 20 Prozent deutlich überschreiten“ werde.

Internationales Wachstum. Vor allem in Asien laufen die Geschäfte des Unternehmens glänzend. In der Region Asien und Pazifik erwirtschaftet Meditec inzwischen fast die Hälfte der Erlöse, in den ersten Monaten des Geschäftsjahres beträgt das Plus rund 35 Prozent, der Umsatz rund 575 Millionen Euro. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnen China und Südkorea. In Europa und dem Mittleren Osten legt Zeiss Meditec um 18 Prozent auf 268,8 Millionen Euro zu. Vor allem die Märkte in Deutschland, Frankreich und Südeuropa sowie Großbritannien hätten sich laut Meditec erneut positiv entwickelt. In der Region Amerika resultierte aus der guten Entwicklung in den USA ein Wachstum von 12,3 Prozent auf 305,9 Millionen Euro. Den Großteil des Umsatzes, nämlich rund drei Viertel, erzielt die Firma mit Systemen für die Augenheilkunde.

Ausblick und Aktie. Für das Geschäftsjahr geht Vorstandschef Monz von einem Umsatz von mehr als 1,6 Milliarden Euro aus. An der Börse sorgte die Bekanntgabe der Zahlen zunächst für einen kurzen Rücksetzer. Allerdings nimmt das Papier nun wieder stramm Kurs auf den bisherigen Rekordwert von 200 Euro. Zum Vergleich: Kurz nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie war der Wert der Aktie auf knapp unter 70 Euro eingebrochen. Zuvor lag das historische Hoch bei knapp 120 Euro Anfang 2020, aktuell notiert sie bei rund 190 Euro.

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