Die Raumdeuter

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Die Gründer von SmartUP: Dominik Machau (links) und Frank Papendorf.
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Den Gründerpreis der Sparkassen haben sie schon, jetzt will smartUP weiter expandieren. Die Suche nach Standorten für die innovative Idee der beiden Gründer läuft.

Schwäbisch Gmünd

Besser könnten sich zwei Gründer wohl nicht ergänzen: Dominik Machau hat jahrelang als Banker gearbeitet, betreute Firmenkunden und war kaufmännischer Leiter in einem Betrieb. Sein Pendant und Co-Unternehmer Frank Papendorf hat als Handwerker begonnen, machte später Karriere bei diversen Konzernen, in denen es ihm irgendwann zu eng wurde. „Ich mag Schubladendenken nicht, bin lieber innovativ? und kreativ“, sagt er. Der Kaufmann und der Kreative Mensch vom Bau – beste Voraussetzungen für das Start-up smartUP. „Wir ergänzen uns wirklich gut“, meint Machau.

Das junge Unternehmen plant, baut und vermarktet Gewerbe- und Lagereinheiten. Das mag auf den ersten Blick wenig innovativ und kreativ wirken, doch smartUP setzt zum einen auf verschiedene Zielgruppen. In den Parks können Menschen nicht nur ihre Camper abstellen, sondern auch Handwerker ihre Werkstätten betreiben, Start-ups einen ersten Standort finden oder Firmen zusätzliche Lagerflächen. Die Gmünder bieten eben nicht den klassischen Garagenpark, ihr Konzept besticht mit einer simplen wie ausgefuchsten Idee: Wer Platz braucht, findet ihn bei smartUP.

Möglich macht das eine sogenannte flexible stützenlose Konstruktion der Gebäude, die auf Papendorfs Idee beruht. Die Hallen benötigen im Innenraum keine tragenden Wände, können also flexibel zugeschnitten werden. „Die Einheiten können von 18 bis zu 1000 Quadratmeter groß sein“, erklärt Machau. Vom kleinen Abstellraum als Ersatz für den Hinterhof bis zur Lagerhalle für einen Betrieb ist alles möglich.

Nicht nur durch diese Idee unterscheidet sich smartUP von den Mitbewerbern. Zudem setzen die beiden auf Qualität und Nachhaltigkeit: Jeder Mieter hat seinen eigenen Stromzähler, das Gelände ist umzäunt und wird rund um die Uhr per Video überwacht. Selbst eine Toilettenanlage für Mieter und Besucher gibt es auf dem Gelände. Die Hallen werden unter anderem mit Holz erstellt, auf den Dächern arbeiten Photovoltaikanlagen. Das Regenwasser versickert und wird wieder dem Grundwasser eingeleitet. Zur Aufnahme von Hebebühnen für die Gewerbetreibenden sorgt eine Betonbodenplatte.

Das erste Projekt hat das Gmünder Unternehmen im bayrischen Bürgstadt realisiert. Ein ungewöhnlicher Standort – auf den die Gründer per Zufall bei einer Motorradtour gestoßen sind. Die spätere Entscheidung überlassen sie indes nicht der glücklichen Fügung. „Wir haben den Standort eingehend analysiert“, erklärt Machau. Mit dem eigenen Ersparten und Unterstützung der Kreissparkasse Ostalb, seinem früheren Arbeitgeber, baut smartUP den ersten Standort, der bereits nach wenigen Monaten ausgebucht ist. Den zweiten Park planen sie in der Nähe von Düsseldorf, hier arbeiten sie mit einem Investor zusammen. Auch für weitere Standorte zeigen sich beide Gründer offen, was die Beteiligung von Geldgebern angeht.

Auf der Suche nach Standorten

Langfristig will smartUP vor allem in Baden-Württemberg wachsen – auch wenn die Flächen hier knapper und teurer sind. Papendorf und Machau sind optimistisch, sie haben kleine und mittlere Städte im Blick. „Unser Konzept verbraucht eben nicht nur Fläche, sondern bietet Privatpersonen Platz sowie Handwerkern und Firmen Raum für die weitere Entwicklung“, erläutert Papendorf. Kommunen könnten deshalb an einer Ansiedlung interessiert sein. Das Start-up selbst ist ebenfalls auf der Suche nach einem Stammsitz. Derzeit arbeitet smartUP von gemieteten Flächen in Straßdorf und Besigheim aus. Wenn es nach Machau und Papendorf geht, soll es bald was Eigenes werden, idealerweise im Großraum Stuttgart.

Derzeit beschäftigen die beiden Unternehmer fünf Mitarbeiter, weitere sollen folgen. Denn parallel zur Expansion will smartUP auch die organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen schaffen. „Bislang lag der Fokus auf dem ersten Park, nun geht es für uns darum, die nächste Phase einzuläuten“, sagt Machau. Helfen dürfte dabei auch der prominente, mit 10 000 Euro dotierte Gründerpreis der baden-württembergischen Sparkassen, den sie vor kurzem gewonnen. „Das war natürlich eine geile Nummer“, sagt Papendorf.

Das war natürliche eine geile Nummer“

Frank Papendorf, über den Gründerpreis
Der Standort von SmartUP in Burgstadt von oben.

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