Die Wirtschaft in der Region macht sich auf den Weg

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Diskutierten die Zukunft nach Corona: Roderich Kiesewetter, Thilo Rentschler, Kurt Abele, Dr. Joachim Bläse und Markus Kilian (von links). Das Gespräch wurde per Stream übertragen. Screenshot: rs
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Was bringt die Zukunft? Der Neujahrsempfang der VR-Bank Ostalb befasst sich nicht nur mit der Pandemie, sondern auch mit der Zeit danach.

Aalen

Eine Absage kam nicht in Frage. "Wir wollten lieber etwas Neues probieren", sagt Kurt Abele, Vorstandschef der VR-Bank Ostalb. Und so lud die Bank statt in die Aula der Hochschule Aalen heuer zum virtuellen Neujahrsempfang: MdB Roderich Kiesewetter, Aalens OB Thilo Rentschler, Ostalb-Landrat Dr. Joachim Bläse und Markus Kilian, Geschäftsführer von Südwestmetall Ostwürttemberg diskutierten über die Zukunft in der Zeit nach der Pandemie – und die aktuelle Lage in Wirtschaft und Gesellschaft.

Für die VR-Bank selbst bilanziert Abele ein "recht ordentliches Jahr 2020". Doch, so der Vorstandschef, werde die Krise an der Bilanz der Genossen nicht spurlos vorbeigehen. "Wir fühlen uns aber gut gerüstet, in der Zeit nach Corona gemeinsam mit den Menschen und Firmen unseren Beitrag zu leisten."

Aktuell stecken Land, Region und Kreis allerdings tief im Lockdown. Landrat Bläse warb angesichts der stockenden Impf-Kampagne um Zusammenhalt. "Wir brauchen jetzt Solidarität und Nachbarschaftshilfe." Die Infektionslage im Kreis habe sich zuletzt stabilisiert, das Impfzentrum sei im Einsatz, jetzt brauche es Geduld, die kommende Durststrecke durchzustehen.

Die Corona-Krise sorgt ebenfalls für einen massiven Anstieg der Staatsverschuldung. Die Corona-Hilfen lassen die Haushaltsausgaben explodieren. Kiesewetter verteidigte diese Politik. "Wir haben in den vergangenen Jahren durch unsere Haushaltspolitik die Voraussetzungen geschaffen, um jetzt investieren zu können." In Deutschland müsse weiter in Wirtschaft und Bildung investiert werden.

Wir sind ein digitales Entwicklungsland.

Roderich Kiesewetter Mitglied des Bundestages

Aalens OB Rentschler teilt diese Ansicht. Er will trotz drohender finanzieller Engpässe an den großen Investitionen der Stadt – etwa ins Kombibad oder in die Rathaussanierung – festhalten. "Wir müssen als kommunale Familie vorangehen", so Rentschler. "Wir dürfen uns nicht kaputtsparen." Die Investitionen seien gleichbedeutend mit Aufträgen für regionale Firmen, Dienstleister wie Handwerker.

Arbeitgebervertreter Markus Kilian betonte, dass die Krise der Metall- und Elektroindustrie bereits im Jahr 2019 eingesetzt habe, im dritten Quartal 2020 hätten die Geschäfte aber wieder angezogen. Einen größeren Arbeitsplatzabbau habe es in der Region nicht gegeben, weil die Firmen um den Wert ihrer Mitarbeiter wüssten. "Die Firmen brauchen qualifizierte Fachkräfte, um die Transformation zu bewältigen." Er mahnte, die Firmen weiter zu entlasten, und wünscht sich weitere Investitionen in die Infrastruktur. Gerade hier liegt noch immer einiges im Argen, so ein Fazit der Runde.

"Deutschland hat eine Schwachstelle", so Kiesewetter. "Wir sind ein digitales Entwicklungsland." Vieles sei im Kupfer-Zeitalter stehen geblieben. Für Landrat Bläse ist der für die Digitalisierung so wichtige Breitbandausbau ein "Riesen-Kraftakt", den aber Städte, Kommunen und der Kreis offensiv angehen. "Derzeit liegen Förderzusagen von Land und Bund in Höhe von 140 Millionen Euro vor." Zusammen mit den Investitionen des Kreises in die Backbone-Trasse erzeuge das eine "Aufbruchsstimmung". Zusammen mit den Investitionen der Firmen sei das ein klares Signal für die Zukunft nach Corona: "Die Wirtschaft in der Region macht sich auf den Weg", sagt Bläse.

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