Die Wirtschaftsregion brummt

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Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Ostwürttemberg hat ihre Büros in der Alten Post am Bahnhofsplatz in Schwäbisch Gmünd.WiRO Schwäbisch Gmünd.
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Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiRO verzeichnet auch in der Pandemie immer mehr Anfragen nach Firmenansiedlungen. Umfangreiches Programm – auch digital.

Aalen/Schwäbisch Gmünd

Der Standort Ostwürttemberg ist bei Unternehmen sehr gefragt – auch in der Corona-Pandemie. „Die Ansiedlungsanfragen haben eher zugenommen als abgenommen“, sagte WiRO-Geschäftsführerin Nadine Kaiser, die im Kreistag einen Tätigkeitsbericht der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Ostwürttemberg präsentierte.

Zwar, so Kaiser, habe die Coronakrise einige Unternehmen der Region stark getroffen. Aber Themen wie Strukturwandel und Transformation hätten die regionale Wirtschaft bereits vorher beschäftigt. „Auch der Fachkräftemangel wird nicht abbrechen, sondern sich verstärken“, sagte Kaiser.

Die Wirtschaftsregion sei gut aufgestellt: Im aktuellen Innovationsindex liegt Ostwürttemberg unter Baden-Württembergs Regionen im oberen Drittel – mit einem ermittelten Wert von 34,4. Ganz oben rangiert hier die Region Stuttgart mit 48,3. Laut einer Prognos-Studie werde Ostwürttemberg 2021 und 2022 auf einen soliden Wachstumskurs zurückkehren. Die Region verfüge über einen starken industriellen Kern, zeige sich „demografisch vergleichsweise robust“, weise eine hohe Konzentration innovationsstarker Branchen wie Photonik oder Batterietechnologie und ein breites Branchenspektrum auf. Kaiser verwies auf die tragende Rolle von Industrie, unternehmens- und wissensorientierten Dienstleistungen, konsumnahen Services sowie die Dynamik aus jungen Start-up-Unternehmen. „Zukunft gelingt, wenn Gründungen und Start-ups weiterhin exzellent gefördert werden können“, benannte Nadine Kaiser als einen der wichtigen Punkte.

Die WiRO bietet Dienstleistungen für die Wirtschaft, kümmert sich um Standortmarketing und tritt als Kontaktlotse auf – mit Projekten, Veranstaltungen und Beratung sowie Netzwerkaktivitäten. Diese hätten in der Coronakrise noch zugenommen, berichtete Kaiser – auch wenn eine Vielzahl davon nun online stattfinde.

So wurde die Veranstaltungsreihe Unternehmertreff Corona-bedingt im Juli 2020 zu einem digitalen Angebot: An 26 Veranstaltungen haben seither mehr als 950 Personen teilgenommen. „Wir können uns vorstellen, dieses Format über Corona hinaus anzubieten“, so die WiRO-Geschäftsführerin. Auch das Kreativforum Ostwürttemberg wird vorübergehend als digitale Veranstaltungsreihe angeboten. Das Welcome Center Ostwürttemberg, das internationale Fachkräfte und ihre potenziellen Arbeitgeber unterstützt, ist bereits seit September 2021 tätig. Offiziell eröffnet wurde es mit einer Auftaktveranstaltung Ende Mai 2021.

Kaiser zählte zudem das Fachkräfteportal im Internet, die Fachkräfteallianz Weiterbildungsoffensive Ostwürttemberg und die Beteiligung an Fachkräftemessen wie der AIM in Aalen in ihrem Tätigkeitsbericht auf. Die neue Job-Zentrale Ostwürttemberg bündelt online verfügbare Stellenangebote, Lehrstellen und Praktikumsplätze. Hier sind derzeit rund 10 000 Stellenangebote zu finden.

Zukunftsinitiative wird fortgeschrieben

Die WiRO, der seit Oktober 2020 Landrat Dr. Joachim Bläse als neuer Aufsichtsratsvorsitzender vorsteht, leitet gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer den Prozess „Zukunft Ostwürttemberg“. Hier soll, mitinitiiert vom Ostalbkreis und dem Kreis Heidenheim sowie den Großen Kreisstädten, die Zukunftsinitiative Ostwürttemberg fortgeschrieben und um Themen wie Nachhaltigkeit und Transformation erweitert werden. Während der Innovationspreis in diesem Jahr in einer digital übertragenen Veranstaltung verliehen wurde, sollen der Zukunftstag Ostwürttemberg und der Auftritt auf der Immobilienmesse Expo Real möglichst in Präsenz stattfinden, kündigte Kaiser an.

Der Fachkräftemangel wird sich verstärken.“

Nadine Kaiser, WiRO

Gewerbeflächen sind begehrt

Frederick Brütting (SPD), Bürgermeister von Heubach und künftiger Aalener Oberbürgermeister, merkte kritisch an, dass Wirtschaftsförderung oft flächenbezogen stattfinde: „Wir werden aber mit den Flächen sparsamer umgehen müssen“, so Kreisrat Brütting, der anregte, Gewerbeflächen eher für Unternehmen zur Verfügung zu stellen, die Arbeitsplätze schaffen. Gmünds OB Richard Arnold (CDU) merkte an: „Unternehmen mit neuen Technologien werden nur kommen, wenn sie auch Fläche angeboten bekommen.“ Hier gelte es, interkommunal zusammenzuarbeiten und nicht mehr genutzte Flächen Unternehmen mit neuen Technologien anzubieten.

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