DM: Weniger Einkäufe, mehr Umsatz

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Die Kunden von DM benötigten im zurückliegenden Jahr größere Taschen für ihre Einkäufe: Sie besuchten seltener Filialen, kauften aber dafür mehr ein.
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Die Drogeriekette bleibt in der Region auf Wachstumskurs: Der Umsatz steigt, doch die Zahl der Kundenkontakte sinkt - vor allem in den Filialen in den Städten.

Aalen

Die Drogeriekette DM hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2020/21 ihren Umsatz erneut gesteigert. Wie das Unternehmen jüngst in Karlsruhe mitteilte, sei der Erlös in Europa um 6,5 Prozent auf rund 12,3 Milliarden Euro gewachsen. In der Region Ostwürttemberg ist DM sogar noch besser durchs Jahr gekommen: Wie der Gebietsverantwortliche Hauke Flöter berichtet, haben die zwölf Filialen im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 44 Millionen Euro erwirtschaftet – ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Umso bemerkenswerter ist das vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Kundenkontakte und damit der Einkäufe spürbar gesunken sind. Ging deren Anzahl im vorvergangenen Geschäftsjahr – vor allem wegen der Pandemie – noch um rund 0,2 Prozent zurück, liegt sie nun nochmals um 6 Prozent niedriger. „Den Trend zum One-Stop-Shopping bemerken auch wir“, sagt Flöter. Übersetzt heißt das nichts anderes: Die Kunden gehen seltener zu DM, geben für ihren Einkauf aber deutlich mehr Geld aus.

Zu spüren bekommen das vor allem die Filialen in den Innenstadtlagen, so Flöter. „Die Filialen in den Fachmarktlagen, wie etwa in der Lorcher Straße in Gmünd, Mutlangen oder der Aalener Gartenstraße erfahren mehr Zulauf als jene in den Städten.“ Dort nehme die Frequenz ab. Das sei weder wünschenswert für DM noch gut für die Städte, meint Flöter. Er setzt dabei auch auf die eigenen Mitarbeiter. „Sie haben so viele gute Ideen, daher bin ich sicher, dass es uns gelingen, uns für die Kunden attraktiv aufzustellen.“

Die Zahl der Mitarbeitenden in der Region ist geringfügig um 1 auf 169 gestiegen, zusätzlich beschäftigt DM derzeit 20 Auszubildende (bei DM Lernlinge genannt). „Unser Ziel ist, es in jeder der zwölf Filialen einen Lernling zu beschäftigen. Sie sind die wichtigste Zukunftsinvestition für uns.“ Bereits jetzt beginne die Bewerbungsphase für das Jahr 2022. Nachwuchs zu finden bereitet dem Unternehmen derzeit keine Probleme, doch den Fachkräftemangel spürt DM ebenfalls. „Wir stehen inzwischen in ganz Baden-Württemberg in Mitbewerberschaft zu Industriebetrieben. Es ist deshalb wichtig, den jungen Menschen und auch ihren Eltern klare Perspektiven aufzuzeigen.“

In der Region betreibt DM derzeit zwölf Filialen: 3 in Aalen, 2 in Schwäbisch Gmünd und jeweils eine Westhausen, Bopfingen, Heidenheim, Giengen, Königsbronn, Mutlangen und Lorch. Neueröffnungen sind derzeit keine geplant. „Wir sind in der Region Ostwürttemberg hervorragend aufgestellt und mit unserer Filialstruktur sehr zufrieden“, betont Flöter. Investiert werde dennoch, etwa in die Modernisierung der Filialen.

Im kommenden Jahr wird zunächst in die Filiale in Mutlangen investiert. Auch eine Modernisierung der Niederlassung im Aalener Westside-Center stehe an, mit den Planungen will man aber erst beginnen, wenn die Auswirkungen der neu gebauten B29 absehbar sind.

Wir sind in der Region Ostwürttemberg hervorragend aufgestellt.“

Hauke Flöter, Gebietsverantwortlicher DM
  • Schnelltestzentren von DM gut ausgelastet
  • An diversen Standorten in der Region hat DM im Frühjahr und Sommer Schnelltestzentren aufgebaut, in denen sich Menschen kostenlos auf eine Corona-Infektion testen lassen konnten. „Sie wurden von den Kunden sehr gut angenommen und genutzt“, erklärt Hauke Flöter. Für drei dieser Zentren liegen Zahlen vor.
  • In Mutlangen ließen sich von April bis Juli 4500 Menschen testen, in der Gmünder Filiale in der Lorcher Straße waren es 4800 und in der Aalener Gartenstraße wurden sogar 5000 Schnelltests vereinbart. Geld verdient habe DM damit aber nicht, sagt Flöter. „Schnelltestzentren sind kein für uns Geschäftsmodell. Wir haben lediglich unseren Beitrag für eine gewisse Normalität geleistet.“ In der Region sei man finanziell „auf plus, minus null“ gekommen. „Der Aufbau und der Betrieb war für unsere Mitarbeiter ein enormer Kraftakt“, so Flöter. „Uns hat es daher gefreut, dass die Zentren so gut genutzt wurden.“

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