Eberle-Nachfolge sorgt für Spannung

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Michaela Eberle gibt spätestens zum 31. Oktober den Posten als Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwürttemberg ab. Das Präsidium macht sich nun auf die Nachfolgersuche. Archiv-
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Die Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle verlässt die IHK Ostwürttemberg spätestens Ende Oktober. Die Diskussionen um ihre Nachfolge haben bereits begonnen.

Heidenheim

Spätestens zum 31. Oktober 2021 hört Michaela Eberle als Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwürttemberg auf. Die Betriebswirtin und frühere IHK-Mitarbeiterin hatte im November 2016 als 35-Jährige die Nachfolge des nach rund 18 Jahren ausscheidenden Klaus Moser angetreten. Während Eberle sich neuen Aufgaben zuwenden will, läuft die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger an: Die wegweisende Personalentscheidung für die Region sorgt bereits jetzt für Diskussionen. Um etwas die Luft aus der Debatte zu lassen, hat die IHK-Vollversammlung Ende November Thorsten Drescher zum stellvertretenden Hauptgeschäftsführer gewählt.

"Noch jung an Lebens- und Berufsjahren möchte ich mich thematisch und möglicherweise auch räumlich verändern", hatte Michaela Eberle ihr Ausscheiden im Oktober begründet. Der Assessor und Volljurist Thorsten Drescher, langjähriger Leiter Recht der IHK Ostwürttemberg, wird nun im Vertretungsfall als stellvertretender Hauptgeschäftsführer die Interessen wahrnehmen und die Geschäfte führen: Michaela Eberle könnte entsprechend auch schon vorzeitig ihr Amt verlassen, ohne dass ein Vakuum entstünde.

Nun geht es an die Nachfolgersuche: Mit der Sichtung und Vorauswahl sind laut IHK die sieben Mitglieder des ehrenamtlichen Präsidiums beauftragt. "Offen stehen für die Nachfolgesuche verschiedene Wege", heißt es von der Kammer in einer Mitteilung: "Neben den klassischen Ausschreibungen wird dabei das interne Netz der 79 inländischen und der über 100 im weltweiten Auslandsverbund agierenden Auslandshandelskammern eine wichtige Rolle einnehmen. Unbenommen hiervon sind natürlich auch Direktansprachen von oder durch Persönlichkeiten, die das Anforderungsprofil dieser hauptamtlichen Spitzenfunktion der IHK erfüllen. Ob eine Personalagentur eingeschaltet wird, ist derzeit noch offen." Gewählt wird die Führungskraft dann laut Gesetz von den 51 ehrenamtlichen Mitgliedern der IHK-Vollversammlung. Der Bewerberprozess und die Vorauswahl liegen dagegen in den Händen des Präsidiums.

Der zeitliche Ablauf werde sich vermutlich "über Monate erstrecken", so die IHK: "Wann letztendlich die Vollversammlung zur Wahl zusammentritt, ist augenblicklich noch nicht abzusehen."

Nicht absehbar ist, wie viele Kandidaten vom Präsidium zur Vorstellung und Wahl in der Vollversammlung ausgesucht werden.

IHK Ostwürttemberg

Kritiker Horlacher fordert mehr Transparenz

Nicht absehbar sei zudem, wie viele Kandidaten oder Kandidatinnen vom Präsidium zur Vorstellung und Wahl in der Vollversammlung ausgesucht werden, teilt die Kammer mit und geht damit indirekt auf die Einwürfe des Hüttlinger Unternehmers Rainer Horlacher ein. Horlacher, der nicht nur Mitglied der Vollversammlung ist, sondern in der Vergangenheit wiederholt als IHK-Kritiker in Erscheinung trat, hatte bereits 2016 die Wahl Eberles als "Farce" bezeichnet: Erst unmittelbar im Wahlraum hätte das Präsidium damals den Mitgliedern der Vollversammlung Eberle als einzige "abzunickende" Kandidatin präsentiert. Dabei seien zuvor 120 Bewerbungen eingegangen. Die IHK-Führung hatte diese Vorwürfe damals zurückgewiesen: Das Präsidium sei von Eberle als bester Kandidatin überzeugt gewesen – man hätte keinen reinen "Zählkandidaten" mit ihr ins Rennen schicken müssen.

In der jüngsten Sitzung der Vollversammlung hat Horlacher nun nach eigenen Angaben beantragt, die Vollversammlung über die Bewerber und deren Qualifikation vor der Wahl "ausführlich und wahrheitsgemäß zu informieren", damit sich diese ein eigenes Bild machen könnten. Die vorgeschlagenen Kandidaten, so wünschte er sich, sollten sich vor der Wahl persönlich vorstellen und den Vollversammlungs-Mitgliedern Rede und Antwort stehen.

Diese Anträge, so Horlacher, seien von der Vollversammlung zwar mehrheitlich abgelehnt worden. Aus Äußerungen des IHK-Präsidenten Markus Maier schöpfe er jedoch die Hoffnung, dass das Präsidium diesmal "nicht hinter verschlossenen Türen" vorgehe, sondern an einer Entscheidung arbeite, die "nach außen hin vertretbar" sei.

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