Ein Plan für die digitale Zukunft

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Der Stammsitz von PlanB. in Hüttlingen wird aktuell erweitert.
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PlanB. wächst seit Jahren, der Stammsitz in Hüttlingen wird derzeit ausgebaut. Wie das Unternehmen Mittelständlern bei den Megatrends, etwa der Digitalisierung, helfen will.

Hüttlingen

Das regionale Verbundprojekt "Mobiler KI-Prototyp für die industrielle In-Line-Qualitätskontrolle" wird mit bis zu 300 000 Euro vom Wirtschaftsministerium gefördert. Projektpartner sind neben der Hochschule Aalen, der Christian Maier GmbH & Co. KG aus Heidenheim sowie hema electronic und aku.automation aus Aalen auch PlanB. aus Hüttlingen. Das Unternehmen hat sich als Digitalisierungsexperte in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt – aus vielen Gründen.

Viele Branchen befinden sich mitten in einem der größten Transformationsprozesse der Wirtschaftsgeschichte, die Pandemie hat die Geschwindigkeit dieser Umwandlung sowie der Digitalisierung nochmals verschärft. Die Hüttlinger PlanB. will Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Künstliche Intelligenz, nicht nur für Großunternehmen, sondern branchenunabhängig auch für kleinere und mittlere Firmen ermöglichen. "Bei PlanB. verbindet uns die Leidenschaft für digitale Produkte. Wir verstehen uns als Kooperationspartner für die Digitalisierung und verbundene digitale Transformation auf Basis von Cloud-Technologien", so Geschäftsführer und Mitgründer Tobias Schmailzl.

Der Erfolg der vergangenen Jahre gibt PlanB. Recht: Inzwischen beschäftigt das Unternehmen mehr als 100 Mitarbeiter am Hauptsitz in Hüttlingen, sowie an Standorten in Frankfurt, Köln und Sofia. "Wir profitieren von diesem multikulturellen Austausch, setzen aber weiterhin auf unseren Stammsitz in Hüttlingen", so Schmailzl. In Hüttlingen werden derzeit die Bürokapazitäten vergrößert, die Bauarbeiten gehen voran. Das Wachstum beruht auf einer grundlegenden Entscheidung des Unternehmens vor einigen Jahren.

Schon früh setzen die Hüttlinger auf die "Datenwolke", auf Cloud-Technologien also, mit denen Geschäftsprozesse und Produkte nicht nur digitalisiert, sondern komplett neu gedacht werden können. Ein Beispiel ist die Kooperation mit dem Autozulieferer WITTE. Gemeinsam haben die Partner in kürzester Zeit ein universelles Schließsystem entwickelt, mit dem sich Autos und Lieferwagen per App öffnen und verriegeln lassen. Zum Einsatz kommt das System vor allem bei Autovermietern, Car-Sharing-Anbietern oder im dezentralen Fuhrparkmanagement großer Unternehmen.

"Dies ist ein Beispiel der klassischen Digitalisierung von Automotive-Lösungen", erklärt Schmailzl. WITTE verfüge als Weltmarktführer bereits über Know-how, das nun digital ergänzt werde. "Das neue System lässt sich ohne Umbauten in einem Fahrzeug installieren und ist rückwärtskompatibel", so der Geschäftsführer.

Wir verstehen uns als Kooperationspartner für die Digitalisierung.

Tobias Schmailzl Mitgründer von PlanB.

Die Zielgruppe der PlanB. konzentriert sich jedoch nicht auf bestimmte Branchen oder Firmengrößen. "Aktuell arbeiten wir mit einem mittelständischen Handwerksbetrieb aus der Region an einem Forschungsprojekt, um einen wichtigen Teil der Dienstleistung zu automatisieren", so Schmailzl. Kleine und mittelständische Unternehmen stünden angesichts der Megatrends Digitalisierung, Klimaschutz und demographische Entwicklung unter erhöhtem Anpassungsdruck. "Gerade für den Mittelstand sind wir ein wichtiger Partner für Innovationen, die diese Unternehmen allein oft nicht stemmen könnten."

Eine wichtige Rolle nimmt bei diesen Partnerschaften und Kooperationen die "Digital Product Factory" (DPF) in Hüttlingen ein. "Hier entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden in Co-Innovationsszenarien digitale Lösungen in den Bereichen Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz und Neue Arbeitsmethoden", erklärt Christoph Bolsinger, Leiter der DPF. Unter Co-Innovationsszenarien verstehen Schmailzl und Bolsinger eine neue Form der gemeinsamen Entwicklung von Neuheiten mit den Firmen. Für die Kunden von PlanB. biete dies zum einen Investitionssicherheit – "zum anderen die Möglichkeit zur langfristigen Zusammenarbeit mit einem strategisch orientierten und handelnden Innovationspartner", fügt Schmailzl an.

Die Hüttlinger arbeiten ihrerseits mit Firmen zusammen, die zu den globalen Technologieführern gehören. So ist PlanB. seit kurzem Teil des Nvidia Inception Programms, das Unternehmen bei Entwicklungen und Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz unterstützt. "Der frühzeitige Zugang zu modernster Nvidia-Technologie unterstützt uns in den Phasen der Produktentwicklung, des Prototypings und der Produktbereitstellung", so Bolsinger. Die enge Zusammenarbeit mit Nvidia werde die Entwicklungsrate in Bezug auf Zeit und Qualität weiter erhöhen.

Im Jahr 2006 hatten Schmailzl und Ralph Sturm das Unternehmen als Spin-off eines bekannten IT-Unternehmens gegründet, 2007 ist man operativ gestartet. Seit der Gründung ist PlanB. in Hüttlingen zu Hause – und hochzufrieden mit dem Standort. "Wir sind verwurzelt in der Region", sagt Schmailzl. Mit der Hochschule Aalen und dem regionalen Digitalisierungszentrum arbeitet PlanB. seit vielen Jahren zusammen, Schmailzl ist zudem Mitglied im Digitalisierungsausschuss der IHK.

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