Ein Zeichen des Kulturwandels

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Für den Wirtschaftsstandort Gmünd ist es ein Projekt der Superlative: Rund 50 Millionen Euro investiert Robert Bosch Automotive Steering im Schießtal. Herzstück ist ein moderner Bürokomplex. Am Donnerstag war Richtfest für "das Bekenntnis zum Standort", wie Geschäftsführer Christian Sobottka erklärt.

Die Sonne scheint prall auf die Baustelle im Schießtal. Eine Schlange aus mehreren hundert Mitarbeitern führt in das Gebäude, das größtenteils noch aus nacktem Beton und Stahl besteht. Viele wollen dabei sein beim Richtfest des neuen Herzstücks von "Werk 2": Rund 50 Millionen Euro investiert der Bosch-Konzern in ein neues Parkdeck, einen Bürokomplex samt Empfangsgebäude und neue Außenanlagen. "Wer was Neues schaffen will, muss manchmal auch Altes hinter sich lassen", erklärt Geschäftsführer Dr. Hanns Bernd Ketteler und spielt damit nicht nur auf die baulichen Vorhaben an, sondern auf den Kulturwandel, der seit der kompletten Übernahme der ehemaligen ZFLS durch Bosch im vergangenen Jahr im ganzen Werk zu spüren ist. Noch vor zwei Jahren war die Multi-Millionen-Euro-Investition noch als neue ZFLS-Zentrale gedacht. Diese Idee ist nach der Übernahme passé, das neue Gebäude soll vor allem ein Aushängeschild des noch jungen Bosch-Standorts werden. Allerdings gilt weiter das Bekenntnis zur Stadt, wie Ketteler und auch Christian Sobottka, Vorsitzender der Geschäftsführung, betonten. "Dieses Gebäude und diese Investition sind ein wichtiger Meilenstein, ein in Stein gegossenes Bekenntnis und ein starkes Zeichen für den Standort Gmünd", erklärt Sobottka. Ein Zeichen, für das rund 2200 Tonnen Stahl sowie 12 000 Kubikmeter Beton verbaut werden. Ab Herbst 2017, wenn der Bau fertiggestellt sein dürfte, werden rund 750 Mitarbeiter hier ihren Arbeitsplatz haben. Wobei schon der Begriff "Platz" der Sache nicht gerecht wird. In den unteren beiden Stockwerken gibt es keine Einzelbüros, stattdessen Flächen, auf denen Projektteams aus verschiedenen Abteilungen an neuen Ideen und Innovationen feilen sollen. Sobottka und Ketteler meinen es ernst, wenn sie sagen, der Neubau sei auch "Zeichen des Kulturwandels" am Standort. Dieser spiegelt sich auch in der Architektur und Konzeption des Gebäudes wider. Noch ist davon recht wenig zu sehen, wie auch Architekt Alexander Vohl, geschäftsführender Gesellschafter der Wulf Architekten aus Stuttgart, erklärt. "Wir sind noch lange nicht fertig." Dennoch ist das Ziel klar: "Es wird keine klassischen Büros geben, sondern Arbeitswelten, in denen die Zukunft gestaltet werden soll." Besondere Höhepunkte werden neben den neu gestalteten Außenanlagen samt renaturiertem Bachlauf, ein Bistro, ein sogenanntes Kaminzimmer, in dem sich die Belegschaft zum Austausch treffen soll, sowie ein Freiluft-Besprechungszimmer auf dem Dach des Gebäudes sein, wie Willi Neufeld, Bauleiter von Robert Bosch Automotive Steering beim Rundgang erklärt.

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