EnBW ODR: in drei Jahren CO2-neutral

  • Weitere
    schließen
+
Die Zentrale der EnBW ODR in Ellwangen. Archiv-

Ellwanger Energieversorger setzt auf erneuerbare Energien und betreibt in seinem Versorgungsgebiet mittlerweile 111 Ladestationen für Elektroautos.

Ellwangen

Die EnBW ODR will in drei Jahren als Unternehmen rechnerisch CO2-neutral sein. Dieses Ziel präsentierte Vorstand Sebastian Maier bei der virtuellen Hauptversammlung der ODR. Begrüßt wurden die online zuge schalteten Aktionäre vom Aufsichtsratsvorsitzenden Steffen Ringwald. Vorstand Maier ging auf den Umgang der ODR mit der Corona-Pandemie ein. Die Bau- und Betriebsarbeiten wurden fast komplett aufrechterhalten und befinden sich wieder – mit Sicherheitsmaßnahmen – im Normalbetrieb. Rund 60 Prozent der Belegschaft arbeitet im Homeoffice.

2019 habe die ODR den Ausbau des Breitbandnetzes in der Region mit vier Millionen Euro unterstützt, sagte Maier. Ein ebenfalls großes Wachstumsfeld sei die Elektromobilität. Die Energiewende wird, so Maier, mit der Mobilitätswende deutlich mehr in Fahrt kommen. Inzwischen betreibt die ODR 111 eigene Ladepunkte in ihrem Versorgungsgebiet. Industrie- und Gewerbekunden werde ein Dienstleistungsportfolio rund um die Elektromobilität angeboten.

In ihrer Strategie verfolge die ODR einen nachhaltigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und strebe an, bis in drei Jahren als Unternehmen CO2-neutral zu sein. Zu den bedeutenden Herausforderungen für die ODR zähle zudem, die bewährte Zusammenarbeit mit den Kommunen mit Blick auf die Konzessionen langfristig zu sichern und den digitalen Wandel weiter auszubauen.

Was die erneuerbaren Energien angeht, speisen derzeit fast 30 000 Erzeugungsanlagen Strom in das ODR-Versorgungsnetz ein. Rund 65 Prozent der im Netz abgesetzten Energie ist, bilanziell gesehen, grüner Strom. So gehöre der Ausbau der erneuerbaren Energien auch zur Unternehmensstrategie. In Bezug auf den Facharbeitermangel in der Region gewinnt die Ausbildung stets weiter an Bedeutung, vor allem schwerpunktmäßig deren Digitalisierung. Hierzu wurden alle Auszubildenden und Studenten mit einem eigenen Laptop ausgestattet.

Mit ihrer Aktion "Sehen und helfen" sei die ODR seit 17 Jahren vorbildlich in der Region unterwegs. Bis dato wurden zahlreiche regionale Einrichtungen, Vereine und Initiativen mit nahezu 400 000 Euro unterstützt.

Vorstand Frank Reitmajer berichtete von positiven Entwicklungen in den klassischen Energievertriebssegmenten. So nahmen im Industriekundenbereich die Kundenzahlen in den Segmenten Strom und Gas zu. Auch im Privatkundenbereich stieg die Zahl der Strom- und Gaskunden deutlich an.

2019 hat die ODR über 37 Millionen Euro für Investitionen in die Hand genommen und 18 Millionen Euro ins Strom- und neun Millionen Euro ins Gasnetz investiert. Unter anderem wurden sechs Schaltwerke erneuert beziehungsweise erweitert, 28 Kilometer Mittelspannungs- und 100 Kilometer Niederspannungsleitung verlegt sowie 70 Kilometer Freileitung rückgebaut.

Der Ausbau der Breitbandnetze werde immer bedeutender, betonte Reitmajer. Im vergangenen Jahr hat die ODR 22 Breitbandprojekte für Kommunen realisiert.

Im Dezember 2020 soll das neue NetCom-Gebäude mit 150 Arbeitsplätzen auf dem ODR-Gelände bezogen werden. Hierfür wurden acht Millionen Euro veranschlagt. Um die IT-Systemlandschaft für die Zukunft fit zu machen, werden die Kernsysteme im kaufmännischen und technischen Bereich modernisiert. Dafür investiert die ODR bis 2022 etwa zehn Millionen Euro.

Zum Stichwort regionale Wertschöpfung tat Reitmajer kund, dass zusammen mit den Zahlungen an die Betreiber regenerativer Stromerzeugungsanlagen knapp 390 Millionen Euro in die Region fließen. Mit Blick auf die aktuelle Situation informierte Reitmajer, dass die ODR bei coronabedingten Zahlungsschwierigkeiten ihren Kunden mit Stundungen und Abschlagskürzungen entgegengekommen sei. Bei Privatkunden habe man seit März von Anlagensperrungen und Zwangsmaßnahmen abgesehen. Im Namen des Vorstands dankte er dem zum Jahresende 2019 ausgeschiedenen Vorstand Frank Hose. Für das im Juli 2019 verstorbene Aufsichtsratsmitglied Landrat Thomas Reinhardt wurde Landrat Peter Polta, Heidenheim, in den Aufsichtsrat gewählt.

Versorgungssicherheit stellt ein bedeutendes Qualitätskriterium für unsere starke Wirtschaftsregion dar.

Sebastian Maier ODR-Vorstand

Daten und Fakten 2019 (2018 in Klammer, in Euro):

  • Umsatz: 424,4 Mio. (392,7)
  • Bilanzsumme: 387,5 Mio. (391,7)
  • Eigenkapital: 115,4 Mio. (115,4)
  • Stromnetz: 12 883 km (12 822)
  • Erdgasnetz: 2145 km (2085)
  • Investitionen: 37,6 Mio. (28,2)
  • Mitarbeiter: 466 (434)

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL