Kommentar

Er bleibt halt doch Wolfgang Schäuble

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Bernhard Hampp
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Kommentar über Wolfgang Schäuble.

Heidenheim

Da hatte sich die IHK Ostwürttemberg einen Bundestagsabgeordneten der oppositionellen CDU eingeladen, damit dieser ordentlich gegen die aktuelle Ampelregierung keilt. Er prangerte an, was falsch läuft, geißelte Fehlentscheidungen und ungute Weichenstellungen. Vielen Anwesenden sprach er aus der Seele, gewandt und pointiert, wie nur wenige Berufspolitiker formulieren können. Der einzige Schönheitsfehler: Wolfgang Schäuble ist nicht irgendein Oppositionspolitiker.

Sondern einer, der so lange an den Schalthebeln der Bundespolitik saß wie kein Zweiter, Strippen zog und Entscheidungen maßgeblich beeinflusste. Was sind 16 Jahre Helmut Kohl und 16 Jahre Angela Merkel gegen 50 Jahre Wolfgang Schäuble? Wer saß auf der Regierungsbank, als der Atomausstieg endgültig beschlossen, die Wehrpflicht abgeschafft und der Verteidigungsetat zusammengestrichen wurden? Sicher geschah all dies aus guten Gründen: Nur mutet es seltsam an, wenn Wolfgang Schäuble die seit Dezember amtierende Regierung für solches kritisiert.

Man müsse in der Politik nicht nur tun, was gut ankommt, sondern auch, worauf es ankommt, sagte er - und klang kurz wie einer dieser Elder Statesmen, die sich weise orakelnd aus den Wirren des tagespolitischen Betriebs heraushalten. Aber das ist er nicht. Er ist und bleibt halt doch Wolfgang Schäuble.

Mehr dazu lesen Sie unter: Wolfgang Schäuble: Haben die Deutschen „eine Meise“?

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