Eurotech: Keine Entlassungen

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Die Aluminiumgießerei Eurotech in Schwäbisch Gmünd. Archiv-
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Das Unternehmen im Gmünder Westen will seine Immobilie abstoßen – Gewerkschafter bangen um die Zukunft der Beschäftigten.

Schwäbisch Gmünd

Die Gmünder Aluminiumgießerei Eurotech möchte ihre Immobilie und das Grundstück im Gmünder Westen verkaufen. Am Standort Gmünd und den 150 Arbeitsplätzen will Eurotech jedoch festhalten. Das betonte Geschäftsführer Frank Schröder auf Anfrage dieser Zeitung. Er tritt damit Befürchtungen von IG Metall und Betriebsrat entgegen, die um die Zukunft des Standorts und seiner Beschäftigen bangen.

"Durch den Verkauf könnten wir unsere Eigenkapitalsituation entscheidend verbessern und in den Betrieb investieren", begründet Geschäftsführer Schröder den Plan. Die Möglichkeit, Investitionen anderweitig zu finanzieren, sei gescheitert: "Von den Banken bekommt Eurotech nicht ohne Weiteres einen Kredit."

Eurotech geht auf die Metallwerke Kloß zurück und wechselte in den vergangenen acht Jahren fünfmal den Besitzer. Seit 2018 gehört es zum niederländischen MGG-Konzern. Produziert werden vor allem Wärmetauscher. Hauptkunde ist die Bosch Thermotechnik mit Sitz in Wetzlar.

Allgemein sieht Schröder das Geschäftsmodell nicht gefährdet: "Wir sind komplett ausgelastet", sagt er. Die IG Metall, die zusammen mit dem Betriebsrat derzeit Sondierungsgespräche mit der Eurotech-Leitung führt, bezweifelt indes, dass Eurotech genug erwirtschaftet. Zum 30. März dieses Jahres hat das Unternehmen den Haustarifvertrag gekündigt. Die IG Metall fordert eine Wiederherstellung der Tarifbindung und eine Zukunftssicherung. Am vergangenen Freitag haben deshalb Beschäftigte in einer Protestaktion ihre Arbeit zwei Stunden früher beendet. "Wir brauchen eine Absicherung durch die Eigentümer hier am Standort, zumindest für die kommenden drei Jahre, um weiter produzieren zu können und die Schwierigkeiten am Standort anzugehen", sagt Peter Yay-Müller, 2. Bevollmächtigter der IG Metall.

Wir brauchen eine Absicherung durch die Eigentümer hier am Standort.

Peter Yay-Müller IG Metall

Aufhebungsverträge sind "Einzelfälle"

Mit der Immobilie werde das Tafelsilber verkauft - das könnte der Beginn eines Ausverkaufs sein. Stattdessen wünscht sich der Gewerkschafter ein stärkeres finanzielles Engagement der niederländischen Konzern-Mutter.

Auch eine andere Entwicklung alarmiert die Belegschaft: "Nun werden Aufhebungsvertragsgespräche geführt und einseitige Umsetzungen veranlasst", umschreibt Betriebsratsvorsitzender Ufuk Soytürk die aktuelle Situation. Geschäftsführer Schröder bestätigt, dass solche Gespräche laufen. Es handle sich dabei jedoch nur um sehr wenige Einzelfälle. Einen bedeutenden Stellenabbau schließt er aus. Was den Zukunftsplan zur Beschäftigungssicherung angeht, zeigt er sich offen: "Ich würde mit der IG Metall gerne weiter ausloten, was hier möglich ist. Ich bin auf die Vorschläge der IG Metall gespannt."

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