Finanzamt Gmünd: Die Gründe für den KSK-Abschied

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Immer mehr Finanzämter kündigen ihr Konto bei den Sparkassen - so auch das Finanzamt in Schwäbisch Gmünd.
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Bundesbank statt KSK Ostalb: Das Finanzamt in Gmünd hat sich zu den Gründen für die Entscheidung geäußert. Appell an Steuerbürgerinnen und Steuerbürger.

Schwäbisch Gmünd.

Steuerbürgerinnen und Steuerbürger müssen dies unbedingt beachten: Ab dem 1.1.2023 erreichen Zahlungen das Finanzamt in Gmünd nur noch, wenn sie an das Konto der Behörde bei der Bundesbank gehen. Jürgen Tischler, Leiter der Geschäftsstelle, hat sich nun detailliert zu den Gründen für die Kündigung der Kontoverbindung zur KSK Ostalb geäußert.

Bisher habe die KSK dem Finanzamt als öffentlich-rechtliches Unternehmen Sonderkonditionen eingeräumt, und zwar in Form einer Gebührenbefreiung. „Da die Sparkasse jedoch ihr Geschäftsmodell immer mehr auf Gebühren ausrichtet, wurde uns, wie auch den umliegenden Finanzämtern, mitgeteilt, dass die Gebührenbefreiung nach dem Jahresende ein jähes Ende findet“, sagt Tischler. Bei den voraussichtlichen Gebühren bei der KSK, so der Leiter der Geschäftsstelle, handle es um fünfstellige Beträge. Als Unterbehörde müsse das Finanzamt Gmünd jegliche Ausgaben bei der Oberfinanzdirektion Karlsruhe beantragen und habe in Bezug auf die Kontogebühren „erwartungsgemäß eine abschlägige Antwort“ erhalten. Die Finanzierung dafür könne nicht übernommen werden. „Es geht ja immer auch um die ordentliche Verwendung von Steuergeldern“, so Tischler weiter.

Das Konto des Finanzamts bei der Bundesbank bestehe bereits seit längerer Zeit. „Bei diesem Konto ist uns in der Tat derzeit Gebührenfreiheit zugesagt“, sagt der Leiter der Geschäftsstelle. Problem für die Behörde: Viele der Bürgerinnen und Bürger nutzen noch immer das KSK-Konto für Überweisungen. „Umso schwerer ist es für uns, bei allen durchzudringen, dass es ab dem 1.1.2023 dieses Konto nicht mehr gibt und keine Weiterleitung der Einzahlungen etc. erfolgt.“

Deshalb habe man bereits vor einigen Monaten begonnen, die Menschen zu informieren. „Zum einen wurden Schreiben auf Dauer von mehreren Monaten bereits mit sogenannten "Post-its" versehen, die den Text enthielten: geänderte Kontonummer beachten“, betont Tischler. Finanzverwaltungsintern habe man bereits die gespeicherten Datensätze ändern lassen. „Das heißt, dass schon seit mehreren Monaten auf Schreiben und Steuerbescheiden das Konto der KSK nicht mehr abgedruckt wurde, obwohl es noch bis 31.12. besteht.“

Ab dem 1.1. ist dann alles anders. Wer weiterhin das KSK-Konto nutzt, erhält das Geld von der KSK zwar wieder zurücküberwiesen. „Das bedeutet aber auch, die fälligen Steuern oder Vorauszahlungen etc. gehen eventuell nicht rechtzeitig auf dem Konto des Finanzamts ein“, erklärt Tischler. Folge: Pro angefangenen Monat Verspätung werde auf die Steuer ein Säumniszuschlag von einem Prozent fällig. Das könne Ärger erzeugen, so Tischler. Sein Rat an die Bürgerinnen und Bürger: „Einzugsermächtigungen bei allen Steuerzahlungen und Vorauszahlungen nutzen.“ Dann könne dieses Problem nicht entstehen. „Und gespart ist auch noch was: Ärger und Geld.“

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