Firmen: Die Zuversicht ist zurück

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Nach dem Corona-Loch normalisiert sich die Lage der regionalen Wirtschaft. Grafik: Bettina Opferkuch

Noch immer drückt die Corona-Krise die Laune vieler Unternehmen, allerdings zeigt sich die regionale Wirtschaft laut einer Umfrage der IHK robust: 75 Prozent berichten von einer positiven Geschäftslage.

Heidenheim.

Mehr als drei Viertel der Unternehmen in Ostwürttemberg befinden sich laut der aktuellsten Konjunkturumfrage der IHK in einer positiven Geschäftslage: 35 Prozent, immerhin 13 Prozentpunkte mehr als noch im Sommer 2020, bewerten ihre Lage mit „gut“, 47 Prozent mit „befriedigend“. Dennoch bewerten weiterhin 18 Prozent der Befragten ihre aktuelle Lage mit „schlecht“. Das sind allerdings beachtliche 26 Prozentpunkte weniger als noch im Sommer des vergangenen Jahres (44 Prozent). Zu Jahresbeginn 2021 waren es noch 22 Prozent.

Erwartungen. Ebenso nehmen die schlechten Geschäftserwartungen weiter ab: Aktuell gehen nur noch 14 Prozent der befragten Unternehmen von schlechteren Geschäften in den nächsten zwölf Monaten aus. Zu Jahresbeginn waren es noch knapp 20 Prozent. Mit besseren Geschäften rechnen 36 Prozent der Befragten. Die an Fahrt aufnehmende Impfkampagne und die damit verbundene, begründete Hoffnung auf die seit langem geforderten Öffnungsschritte, stimmen die Wirtschaft zuversichtlich.

Finanzlage. Die aktuelle finanzielle Verfassung bewerten 46 Prozent bei fast der Hälfte der Befragten als „gut“, bei 38 Prozent „befriedigend“. 14 Prozent berichten von einer schlechten Lage und knapp zwei Prozent bezeichnen ihre Finanzlage sogar als existenzgefährdend. „Obwohl die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der Unternehmen insgesamt verhältnismäßig positiv ausfallen, bedeutet dies keine generelle Entwarnung. Nach wie vor leiden Teile des Handels und der Dienstleister sowie die Gastronomie und Hotellerie extrem unter den Schließungen. Coronabedingte Insolvenzgefahren in diesen vom Lockdown betroffenen Branchen sind keineswegs gebannt“, so Thorsten Drescher, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. 18 Prozent aller Befragten klagen über Eigenkapitalrückgänge und 11 Prozent über Liquiditätsengpässe.

Eine Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit wird von 30 Prozent der Unternehmen erst für 2022 erwartet. Jeder zehnte Betrieb schätzt die Lage optimistischer ein und rechnet mit einer Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit in diesem Jahr. Positiv ist, dass 27 Prozent der Unternehmen wieder auf oder über Vorkrisenniveau arbeiten. Fast acht Prozent der Befragten rechnen dagegen überhaupt nicht mit einer Rückkehr zur Normalität.

Umsatz. Beim Blick auf die Erlöse wird deutlich, wie einschneidend sich die Krise auf die Bilanz auswirkt. Bei 36 Prozent sind die Umsätze gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal gesunken. Positiv stimmt, dass 38 Prozent mit steigenden Umsatzzahlen in den nächsten zwölf Monaten rechnen.

Exporterwartungen. Diese fallen, anders als die Umsatzerwartungen, zurückhaltender aus als zu Jahresbeginn, aber mehrheitlich steigend oder gleichbleibend. 30 Prozent erwarten höhere Exporte.

Ertragslage. Die Ertragslage wird im Vergleich zum Sommer 2020 besser bewertet, doch sprechen weniger Firmen als zu Jahresbeginn von einer guten Ertragslage. Aktuell bewerten 24 Prozent ihre Ertragslage mit „gut“. 27 Prozent sprechen von einer schlechten Ertragslage, dieser Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr um über 25 Prozentpunkte gesunken. Bei den Auftragseingängen melden 38 Prozent steigende Tendenzen, zehn Prozentpunkte mehr als im Sommer 2020. Wie schon in der letzten Befragung zu Jahresbeginn, gehen aktuell 19 Prozent von fallenden Auftragseingängen aus. Im Sommer 2020 waren es noch 18 Prozentpunkte mehr.

Investitionen. Hier zeigt sich ein positiveres Bild: 29 Prozent planen in den kommenden zwölf Monaten steigende Investitionen, 17 Prozent wollen ihre Investitionstätigkeiten herunterschrauben. Gründe für Investitionen sind hauptsächlich Ersatzbedarf, Rationalisierung und die Digitalisierung.

Top-Risiko für die Unternehmen bleibt die Corona-Pandemie, gefolgt von den Energie- und Rohstoffpreisen. Letztere stiegen im Bereich der Industriemetalle durch den von der Pandemie ausgelösten Schock auf den Rohstoffmärkten deutlich an. 16 Prozent der Befragten gehen von steigenden Beschäftigtenzahlen vor Ort aus (Frühjahr 2021 noch 13 Prozent). 24 Prozent gehen von fallenden Zahlen aus. Zu Jahresbeginn waren es noch 28 Prozent.

Blick in die Branchen: Industrie ist Stabilitätsanker

Die Lage in der Industrie ist stabil, die Kapazitäten sind gut ausgelastet. 29 Prozent der Industriebetriebe geben an, sich in einer guten Lage zu befinden - vor allem dank des Exports. Ebenso ist die Lage im Baugewerbe solide: 40 Prozent sehen eine gute Geschäftslage. Als größtes Risiko sieht die Baubranche die Wirtschaftspolitik.

Ein großer Teil des Handels kämpft weiterhin mit dem Lockdown, die Bewertung der Geschäftslage fällt deutlich weniger positiv aus als noch zu Jahresbeginn. Die Lage der Dienstleister ist beruhigend. So bewerten 48 Prozent ihre Geschäftslage mit „gut“. 41 Prozent gehen von besseren Geschäften aus.

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