Längere Wartezeit für ODR-Kunden

+
Die EnBW ODR ist der größte Energieversorger in der Region.
  • schließen

Beim Ellwanger Unternehmen müssen sich Kundinnen und Kunden mit Serviceanfragen derzeit länger gedulden. Das liegt nicht nur an den gestiegenen Preisen für Energie.

Ellwangen

Wer dieser Tage als Kundin oder Kunde des Energieversorgers EnBW ODR das Unternehmen kontaktieren will, braucht Geduld. „Aktuell erreichen uns überaus viele Kundenanfragen per E-Mail und Telefon“, schreibt das Unternehmen in einer Mail an einen Kunden, der auch Leser dieser Zeitung ist. „Daher ist uns eine persönliche Bearbeitung innerhalb der nächsten 3 – 4 Wochen leider nicht mehr möglich“, heißt es weiter. Das Unternehmen hat sich nun zu den Wartezeiten geäußert.

„Aktuell haben wir ein sehr großes Kontaktaufkommen in unserem Kundenservice“, erklärt ODR-Pressesprecherin Nicole Fritz. Konkret erreichen das Unternehmen aktuell 40 bis 50 Prozent mehr E-Mails als im Vergleichszeitraum 2021, erläutert die Sprecherin weiter. „Das liegt sicherlich an unserer Preisanpassung und natürlich an der unsicheren Lage am Energiemarkt. Die letzten Informationsschreiben über die Preisanpassung gehen Ende dieser Woche in die Post.“

Die ODR hatte erst vor kurzer Zeit die Erhöhung der Preise für Strom und Gas mitgeteilt. ODR-Kunden zahlen für Strom ab Januar im Schnitt 70 Prozent mehr als bislang (siehe auch Kasten zum Thema). „In Einzelfällen“ könne die Beantwortung drei Wochen dauern, sagt Fritz. „Dabei handelt es sich jedoch um Themen, die keiner Frist unterliegen und bei denen wir viel im Hintergrund abarbeiten, ohne, dass der Kunde davon etwas merkt.“ Trotz des hohen Aufkommens würden 70 Prozent der eingehenden E-Mails aktuell innerhalb von 2 Arbeitstagen beantwortet.

Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Anfragen per Telefon. Deren Zahl habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60 Prozent erhöht. Allein am vorletzten Montag im November registrierte die ODR 1700 Anrufe. „So viele haben wir ansonsten in den Sommermonaten pro Woche“, sagt Fritz. „Die Kontaktaufnahmen per Telefon haben sich vervierfacht, so dass bei ersten Anrufen nur 40 bis 60 Prozent direkt einen Ansprechpartner erreichen und die Wartezeit auch gut 5 Minuten betragen kann.“ Insbesondere an Montagen sei das Aufkommen sehr hoch. „Unsere Beratungsgespräche dauern gerade im Schnitt 10 Minuten.“ Die ODR bemühe sich, die Qualität der Beratung „in dieser schwierigen Zeit auf einem hohen Niveau zu halten“.

Die Pressesprecherin gibt auch Tipps für Kundinnen und Kunden: „Ab Mitte der Woche sind wir telefonisch besser zu erreichen, ein Großteil der Anrufe geht montags und dienstags ein.“ Und: Kundinnen und Kunden sollten auf www.odr.de die digitale Wegweiserin und Assistentin FRIDA nutzen: „Sie hilft Ihnen bei Fragen und Anliegen zu den Themen: Umzug, Vertragsverwaltung, Zähler und Zählerstand“, führt Fritz weiter aus.

Die Preiserhöhung bei der ODR

Wie viele andere Energieversorger hat die EnBW ODR ihre Kunden und Kundinnen über steigende Strom- und Gaspreise informiert. Ab 1. Januar 2023 beträgt der Arbeitspreis für die Kilowattstunde Strom für Privathaushalte im Tarif Komfort 45,98 Cent je Kilowattstunde. Laut ODR steigt der Preis für Strom um durchschnittlich 70 Prozent.

Um bis zu 140 Prozent steigen die Preise für Gaslieferverträge mit einer 12- oder 24-monatigen Laufzeit. Wer (sehr) viel Gas bezieht, zahlt weniger für den Arbeitspreis, der bei maximal 19,12 Cent/kWh und ab einem Verbrauch von 100 001 Kilowattstunden pro Jahr bei 18,03 Cent liegt.

Unabhängig von der Laufzeit: Preisgarantien für einen bestimmten Zeitraum gibt es nicht. Hintergrund: Die Lage auf den Energiemärkten ist weiter volatil.

Preisbremse: Für Haushaltskunden und kleinere Gewerbekunden greift voraussichtlich ab März (dann rückwirkend auch für die Monate Februar und Januar) der Preisdeckel für Energie. Für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher maximal 40 Cent/kWh, 12 Cent/ für Gas sowie 9,5 Cent/kWh bei Fernwärme. Die neuen Preise gelten also zunächst für die Energie, die oberhalb des Volumens von 80 Prozent liegen. Bundestag und Bundesrat sollen bis 16. Dezember über das entsprechende Gesetz zum Preisdeckel beraten und zustimmen.

Zurück zur Übersicht: Firmen und Märkte

Mehr zum Thema

Kommentare