Neuer Name für Aalener Traditionsfirma

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Dekorpapierproduktion in Unterkochen.
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Die Papierfabrik in Unterkochen heißt nun schlicht: Munksjö. Dahinter verbirgt sich die Übernahme durch neue Gesellschafter. Wie der Standort davon profitieren will.

Aalen.

Seit mehr als 400 Jahren wird in Unterkochen Papier hergestellt, seit einigen Jahren firmiert der Standort unter dem Namen Ahlstrom-Munksjö Decor Solutions. Das ist nun vorbei: Nach einer Übernahme benennt sich das Unternehmen um und heißt nun schlicht: Munksjö. Der Standort Unterkochen soll vom neuen Namen, der neuen Struktur und dem neuen Eigentümer profitieren. Wie, das erklärt Werksleiter Jens Haeßner.

Wie Haeßner erläutert, haben zum 1. Oktober die Firmen Ahlström Capital BV und Nidoco AB die Mehrheit an dem Unternehmen mit mehreren Standorten in diversen Ländern übernommen. Gemeinsam halten sie nun 75 Prozent der Anteile, Ahlstrom-Munksjö, der vormalige Besitzer, hält weiterhin einen Minderheitsanteil. „Munksjö ist ein weltweit führendes Unternehmen mit einem umfangreichen Sortiment an Dekorpapierlösungen und einer marktführenden Marke“, sagte Lasse Heinonen, Vorstandschef von Ahlstrom Capital anlässlich der Übernahme. Das Dekorpapiergeschäft sei für seine Firma eine „langfristige Schlüsselinvestition“.

Tomas Wulkan, Chef von Munksjö, wird wie folgt zitiert: „Mit der Unterstützung der neuen Eigentümer werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern, unsere Innovationsführerschaft stärken und investieren, um das Wachstum in Brasilien und China zu beschleunigen.“ Das neue Unternehmen erwirtschaftet pro Jahr einen Umsatz von 500 Millionen Euro und produziert mit 11 Papiermaschinen rund 250 000 Tonnen Dekorpapier. Weltweit sind rund 1200 Menschen bei Münksjö beschäftigt, die hauptsächlich in Europa, Brasilien, China und den USA tätig sind. In Aalen beschäftigt das Unternehmen 250 Menschen, 200 davon in der Fabrik Unterkochen und 50 im Mercatura, wo die Holding des Unternehmens sitzt.

Die Aalener Standorte sollen von der Übernahme und der Neuausrichtung profitieren. Mit dem Kauf entsteht laut Haeßner „der erste internationale Hersteller ausschließlich für Dekorpapier“. Der Werkleiter erklärt weiter: „Für uns in Unterkochen bietet dieses neue, eigenständige Unternehmen die besten Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung in Bezug auf Wachstum und Nachhaltigkeit“, betont der Werkleiter. Die neuen Eigentümer würden das Dekorpapiergeschäft seit vielen Jahren kennen und hätten ein klares Verständnis für die Branche. Das sei „in Zeiten steigender Kosten in allen Bereichen und geradezu explodierender Energiepreise sowie wirtschaftlicher Unsicherheiten umso wichtiger“.

Haeßner weiter: „Es handelt sich um eine Schlüsselinvestition für unsere neuen Eigentümer, die uns bei der Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit, der Stärkung unserer Innovationsführerschaft und bei Investitionen zur Beschleunigung unseres Geschäftswachstums stark unterstützen werden.“ Er sei deshalb davon überzeugt, dass die derzeitigen und zukünftigen Mitarbeitenden, die Kunden und die Gemeinde Unterkochen von dieser Neuordnung der Eigentumsverhältnisse „langfristig profitieren“ werden. In Unterkochen werden jährlich rund 75 000 Tonnen Dekorpapier hergestellt, das später in Möbeln oder in der Laminatfußbodenherstellung zum Einsatz kommt.

Als Papierfabrik zählt Münksjö ebenfalls zu den energieintensiven Unternehmen. „Die Entwicklungen stehen bei uns jeden Tag ganz oben auf der Agenda“, so Haeßner. Man sei aber außer der eigenen Energieversorgung zusätzlich von der Versorgungslage der Kunden und Lieferanten abhängig. „Zu einem gewissen Anteil hängen wir mit an der gesamten chemischen Industrie“, sagt Haeßner und fügt an: „Unabhängig von der aktuellen Lage sind wir seit mehreren Jahren stets dabei, unsere Prozesse dahingehend zu optimieren, dass der Energieeinsatz so gering wie möglich ist.“

Neben dem Standort in Unterkochen betreibt Munksjö Fabriken in Dettingen/Erms, Tolosa (Spanien), Arches (Frankreich), Caieiras (Brasilien) und Xingtai (China). Das Werk in China hatte Munksjö im Januar 2022 erworben. 

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