Schüle investiert in Standort Gmünd

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Die neue Gießzelle bei Schüle mit einer Schließkraft von mehr als 16 000 Kilo-Newton.
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Mit einer neuen Gießzelle gibt Schüle Druckguss ein klares Bekenntnis zum Standort und will gleichzeitig neue Geschäftsfelder erschließen.

Schwäbisch Gmünd.

Der Neuzugang ist ein echter Koloss und fällt auf – auch in der an großen Maschinen nicht gerade armen Halle von Schüle Druckguss. Das Gmünder Traditionsunternehmen hat trotz steigender Energiepreise kräftig in eine neue, hochmoderne und rund 160 Tonnen schwere Gießzelle investiert. Laut Geschäftsführer Klaus Bruchner liegt die Summe im Millionenbereich. „Die Investition ist ein klares Bekenntnis zum Standort Schwäbisch Gmünd“, so Bruchner. 

Mit der „strategischen Entscheidung“ zur Investition in die neue Gießzelle mit einer Schließkraft von mehr als 16 000 Kilo-Newton eröffnen sich für die Schüle-Gruppe neue Anwendungsfelder für höchst anspruchsvolle Druckgussteile, erläutert Bruchner. Die neue Anlage bilde die Voraussetzung für „zukünftiges Umsatzwachstum“. Mit der neuen Gießzelle erschließt Schüle neue Geschäftsfelder in einer erheblich größeren Gewichtsklasse: Teilegewichte sind nun bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm, sowie Abmessungen von bis 50 cm mal 50 cm möglich. "Zur Anwendung kommen die Teile etwa im Strukturbereich, als hybride Getriebeteile und in Applikationen für Neuentwicklungen in der Elektromobilität für Pkw und Lkw", so Bruchner.

Gemeinsam mit dem Technologiepartner Frech aus Schorndorf hat Schüle die neue Gießzelle realisiert. Die regionale Nähe zum Anlagenbauer sei ein zentrales Argument für die Entscheidung für die Firma aus dem Remstal gewesen. „Bei einem etwaigen Störfall ist die Reaktionszeit kurz“, betont Bruchner. Zudem arbeite man bereits seit vielen Jahren mit Frech zusammen. Die Schorndorfer Technologie sei zudem durch die „langjährige Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit im Einsatz in der Automobilindustrie bewährt“.

Die neue Anlage ist auf dem neuesten Stand der Technik, heißt: komplett Industrie-4.0-fähig und in die digitalen Prozesse integriert, so der Geschäftsführer. Zudem sei die Gießzelle äußert energieeffizient: Dank neuester Steuerungstechnologie könne bis zu 40 Prozent der Energie eingespart und der Kühlwasserverbrauch reduziert werden. „In der aktuell akuten Energiekrise in Europa verbessern wir so die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland“, sagt Bruchner. Schüle betreibt neben dem Stammsitz in Gmünd noch Werke in Polen und der Slowakei.

Das Gewicht von 160 Tonnen stellte bei der Inbetriebnahme indes besondere Anforderungen an die Logistik. Da die Produktion parallel weiterlief, mussten die Einzelgewichte von bis zu 90 Tonnen am Wochenende in enger Abstimmung mit der Produktion des Kunden, der Logistikunternehmen sowie des Maschinenlieferanten transportiert und installiert werden. Nicht nur in die neue Gießzelle hat Schüle investiert, sondern auch in einen neuen Hallenkran mit doppelter Traglast. "Die Lieferung ohne Verzögerung trotz angespannter Lieferketten, der Aufbau ohne Zwischenfälle und die störungsfreie Inbetriebnahme ermöglichen den pünktlichen Produktionsstart mit dem Neuprojekt", erklärt der Geschäftsführer. „Wir sind unglaublich stolz und dankbar, dass das Projekt so reibungslos klappt – die Teams von Schüle und Frech haben einen super Job gemacht!“ Entsprechend der Strategie „Hightech-Produktion für Hightech-Produkte“ sei ein weiterer Ausbau der Geschäftsfelder in dieser Gewichtsklasse geplant.

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