Fleiga gibt Schlachtbetrieb in Aalen auf

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Das Fleiga-Werk in Aalen: Die Schlachthausgenossenschaft Aalen schlachtet als Dienstleister für die Fleiga sowie Metzgereien und Privatleute.
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Fleischgroßhändler lässt ab 2024 in Göppingen schlachten. Zerlegebetrieb bleibt bestehen, soll aber langfristig von Aalen nach Gmünd verlagert werden.

Aalen

Die Fleiga Ostwürttemberg, Fleischergenossenschaft und Großhandelsunternehmen, gibt den Schlachtbetrieb am Standort Aalen Ende 2023 auf. Das hat die Generalversammlung der verbundenen Schlachthausgenossenschaft Aalen beschlossen. Wie Fleiga-Vorstand Dieter Vogel gegenüber dieser Zeitung versicherte, läuft der Schlachtbetrieb im Fleiga-Werk in der Robert-Bosch-Straße  39 bis 31. Dezember 2023 wie gewohnt weiter.

„Die Eigenschlachtungen der Fleiga Ostwürttemberg werden wir dann ab dem 1. Januar 2024 in einen hochmodernen, genossenschaftlich betriebenen Schlachthof in Göppingen verlegen“, so Vogel. Die Fleischzerlegung und den Verkauf von eigenem Fleisch soll es aber vorerst weiter in Aalen geben. Aufseiten der Fleiga beziehungsweise der Schlachthausgenossenschaft Aalen sind nur zwei Beschäftigte von der Stilllegung des Schlachtbetriebs betroffen. Insgesamt beschäftigt die Fleiga rund 70 Personen, davon 25 in Aalen, den Rest an ihrem Hauptsitz in Schwäbisch Gmünd. Langfristig sollen weitere Teile der Fleiga in Gmünd konzentriert werden.

Für einige landwirtschaftliche Betriebe als Zulieferer werde die Anfahrt zur Schlachtung nach Göppingen ab 2024 länger, räumt Vogel ein. Für andere verkürze sich dagegen der Weg. „Wir haben das Thema Regionalität  bei unseren Entscheidungen sehr bewusst diskutiert und unsere Entscheidungen darauf ausgerichtet“, betont der Genossenschaftsvorstand. Die Gebäude in Aalen seien bereits in die Jahre gekommen. Um den genossenschaftlich geführten Schlacht- und Zerlegebetrieb an diesem Standort aufrecht zu erhalten, wären aufgrund arbeitstechnischer, arbeitsrechtlicher, hygienerechtlicher und Tierwohl-Vorgaben Millioneninvestitionen nötig. Die Zahl der Betriebe gehe zurück, die „Schlachtzahlen“ seien rückläufig. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Energie, Unterhalt und Dienstleistungen. Hinzu kämen auch die „Konsum- und Verbrauchertendenzen generell“.

Neues Gebäude am Hauptsitz in Gmünd geplant

In einem Schreiben an die Mitglieder, Kunden und Geschäftspartner verspricht die Genossenschaft darüber hinaus Lösungen für betroffene handwerkliche Metzgereien, „um diesen Betrieben den Status als selbstschlachtender Betrieb aufrecht erhalten zu können und die Eigenschlachtungen dann ab dem 1. 1. 2024 ebenfalls am benachbarten Schlachthof durchführen zu können“. Für diese gebe es Anfang 2023 eine Infoveranstaltung.

Langfristig, so lässt Vogel durchblicken, möchte sich die Fleiga ganz an ihrem Hauptsitz Schwäbisch Gmünd konzentrieren. Im Gewerbegebiet Benzfeld, wo die 1918 gegründete Genossenschaft seit 2008 ansässig ist, hat man ein benachbartes Grundstück gekauft. Hier ist ein Neubau geplant, in den dann der Zerlegungsbetrieb von Aalen umziehen soll. „Wir hoffen, im Laufe des nächsten Jahres mit dem Bau in Schwäbisch Gmünd beginnen zu können“, sagt Vogel. Möglicherweise werde der Neubau dann Mitte 2024 bezugsfähig. Die Beschäftigten in Aalen werden dann die Möglichkeit haben, mit dem Zerlegebetrieb nach Gmünd zu wechseln.

Fleiga Ostwürttemberg

Die Fleiga geht auf das Jahr 1902 zurück, als sich 16 Metzgermeister aus Schwäbisch Gmünd zusammenschlossen, um gemeinsam Schlachtnebenprodukte wie Häute und Felle zu verwerten. 1918 wurde eine Einkaufs- und Verwertungsgesellschaft gegründet. Nach zahlreichen Erweiterungen und Veränderungen über die Jahre kam es 2015 zur Fusion mit der Metzgerzentrale Aalen eG und Metzgereinkauf Heidenheim eG zur FLEIGA Ostwürttemberg eG. Der Sitz ist seit 2008 im Benzfeld 36 in Schwäbisch Gmünd. Die Fleiga bezeichnet sich selbst als Großhandelsunternehmen und Dienstleister für Fleischer-Fachgeschäfte, Gastronomie, Großküchen und Caterer: „Wir bieten ein umfangreiches und erstklassiges Sortiment an Frischfleisch aus eigener Schlachtung und Zerlegung, Lebensmitteln, Genussmitteln, Fleischereibedarf und Maschinen“, heißt es auf der Website und weiter: „ Von unserem Hauptsitz in Schwäbisch Gmünd und unserem Fleischwerk in Aalen aus versorgen wir die gesamte Region und beliefern unsere Kunden täglich mit frischer Ware aus unseren Logistikstandorten Schwäbisch Gmünd und Aalen.“

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