Franke investiert am Standort Aalen

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2024 soll das neue Werk von Franke in der Oberen Bahnstraße eröffnet werden.
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Der Neubau von Werk 6 am ehemaligen Gelände von Pfeiffer & May ist auch eine Reaktion des Metallunternehmens auf aktuelle Entwicklungen in der Energie- und Umweltthematik.

Aalen

Das Aalener Metallunternehmen Franke GmbH baut seinen Firmensitz in der Oberen Bahnstraße aus. Der traditionsreiche Hersteller von Drehwälzlagern und Lineardurchführungen kündigt in diesem Zuge an, am Stammsitz neue Arbeitsplätze zu schaffen. Derzeit sind 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Franke in Aalen beschäftigt.

Nachdem 2017 das Werk 5 eröffnet wurde, steht nun die nächste Erweiterung an: Franke hat in der Oberen Bahnstraße das ehemalige Gelände des Sanitärhandels Pfeiffer & May gekauft. Der Rückbau des Gebäudes hat schon begonnen. Auf dem frei werdenden Grundstück wird bis zum Jahr 2024 das neue Werk wachsen.

Hier sollen künftig Hochpräzisionslager für die Medizintechnik, beispielsweise für Computertomographen, produziert werden. „Hierzu werden neben Neuanschaffungen aus bestehenden Produktionshallen Maschinen und Messeinrichtungen zusammengezogen und neu positioniert“, teilt Franke auf Anfrage mit. Da dies während des laufenden Betriebes geschehen werde, liege darin eine große logistische Herausforderung. „Wir investieren in die Zukunft und schaffen Raum für produktive Teamarbeit“, betont Franke-Geschäftsführer Daniel Groz,

Mit dem Neubau reagiere Franke auf aktuelle Entwicklungen bezüglich Energie- und Umweltaspekten. „Um die Abhängigkeit von Erdgas zu reduzieren, sanieren wir die Heizungsanlagen“, so das Unternehmen: „Um Strom zu sparen, stellen wir um auf LED-Beleuchtung und installieren weitere Photovoltaik-Module auf den Dächern. Der Anteil an ,grünem Strom' aus Wasserkraft und Wind wird gesteigert und der Franke-Fuhrpark auf E-Mobilität umgestellt. Das neue Werk 6 wird energetisch auf dem neuesten Stand sein und dazu beitragen, das Ziel, 2025 CO2-neutral zu sein, zu erreichen.“

Firmengründer hat Drahtwälzlager erfunden

Seit dem Jahr 1954 hat die Franke GmbH ihren Firmensitz in der Oberen Bahnstraße in Aalen. Firmengründer Erich Franke entwickelte einst das Drahtwälzlager. Aufbauend auf dieser Erfindung hat sich das Unternehmen zu einem „Spezialisten für rotative und lineare Bewegung“ in zahlreichen Branchen und Anwendungsfeldern entwickelt. Neue Einsatzgebiete wie beispielsweise die E-Mobilität kommen ständig dazu. Mit 28 Vertretungen weltweit und Kooperationspartnern in USA und China besitzt Franke ein flächendeckendes Servicenetz in allen wichtigen Märkten. Zu den Kunden gehören namhafte Firmen aus den Bereichen Maschinenbau, Medizintechnik und Automatisierung. Neue Geschäftsfelder wie Solarthermie, E-Mobilität und MRK-Robotik runden das Portfolio der wichtigsten Branchen ab.

Die Franke GmbH selbst umschreibt ihr Portfolio so: „Superleise Präzisionslager für Computertomographen genauso wie ultraleichte Lager aus dem 3D-Drucker. Franke-Lager finden Sie in der Medizintechnik, in Textilmaschinen oder in Werkzeugwechslern. Sie bestücken Leiterplatten in Höchstgeschwindigkeit oder drehen zu Tausenden riesige Solarpanels dem Lauf der Sonne hinterher. Hergestellt werden sie in Durchmessern von 40 bis 2000 Millimetern – und das bereits seit über 70 Jahren.“

Das neue Werk 6 soll nach dem sogenannten Industrie-4.0- Standard errichtet und ausgestattet werden. So werde unter anderem ein 5G-Campusnetzwerk die Vernetzung der Maschinen und Anlagen ermöglichen.

Franke strebt die Klimaneutralität bis 2025 an. Einer der wichtigen Hebel sei hierbei der Neubau des Werks unter KfW40-Standard – dem aktuell höchsten Standard. Aber auch die Anbindung des Werks 2 an die moderne Heizung von Werk 6, die Modernisierung des Bestandes in Werk 1 und Werk 4, die weitere Installation von Photovoltaikanlagen, die Umstellung des Fuhrparks auf Elektromobilität und diverse Maßnahmen zur Energieeinsparung gehören dazu.

Franke-Geschäftsführer Daniel Groz.

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